Wer ein eigenes Food-Blog ins Leben rufen will, strauchelt wohl zuerst einmal beim Licht. Dabei ist es eigentlich recht einfach und in einem Satz formuliert: Food wünscht sich Gegenseitenlicht oder Gegenlicht. Hier seht Ihr Beispiele dazu. Viel Spaß damit!
Auflicht, Mitlicht, Gegenseitenlicht, Gegenlicht
Ihr fotografiert Essen und die Ergebnisse wirken flach? Wahrscheinlich ist dann das Licht schuld. Schaut einmal in die Galerie, da findet Ihr die gleiche Szene verschieden ausgeleuchtet. Immer kam ein Godox 60W-LED-Dauerlicht mit Schirm zum Einsatz. Variiert habe ich nur den Winkel:
- Auflicht, also schlicht von oben auf die Szene runter
- Mitlicht, sprich schattenloses Licht nahe der Achse der Kamera
- Seitenlicht, Gegenseitenlicht, Gegenlicht
Ich will nicht vorgreifen, bildet Euch Euer eigenes Urteil.






Weiches Licht, hartes Licht
Ich habe für mich bisher Gegenseitenlicht oder Gegenlicht als Favoriten ausgemacht. Jetzt können wir damit noch weiter variieren. Bisher kam immer ein Schirm als Diffusor zum Einsatz, aber den kann man natürlich auch weglassen oder, genauer, durch einen Parabolreflektor ersetzen. So wird das Licht prägnanter und „härter“. Die Schatten werden kontrastreicher, die Übergänge von Hell nach Dunkel kürzer.
Mir gefällt das richtig gut, aber ich würde dieses Licht wohl nur für Drinks hernehmen, nicht als universelles Licht für Food.


Ohne Aufhellung, mit Aufhellung
Das Foto im harten Licht ist sexy, aber für meinen Geschmack ist der Kontrast zu stark. Mir sind die Schatten zu dunkel, also die Übergänge von den hellen Bereichen zu den Schatten zu hart. Das ist aber rasch gelöst mit entweder einem aufhellenden Reflektor gegenüber dem Strahler oder einer zweiten Lichtquelle. Ich würde, woimmer möglich, auf den Aufheller setzen, weil dieser keinen zweiten Schatten produziert.
Urteilt selbst, ob euch die Szene ohne oder mit Aufhellung besser gefällt.


Lessons Learned
- Food wirkt am besten im Seitenlicht oder Gegenseitenlicht oder Gegenlicht.
- Hartes Licht kann funktionieren und alles funkeln lassen. Weiches Licht ist aber allgemein einfacher zu handhaben.
- Je nach Kontrast kann eine Aufhellung gegenüber der Lichtquelle sinnvoll sein. Man kann eine zweite Lichtquelle einsetzen (problematisch wegen der neuen Schatten), einen Reflektor verwenden, oder auch einfach im Raw-Konverter die Schatten aufhellen.
Ich persönlich fotografiere fürs Foodblog die meiste Zeit mit schlichtem Fensterlicht, aber alles Gesagte gilt da auch. Ich freue mich, wenn die Sonne scheint, weil ich dann viel mehr Möglichkeiten habe: Ich kann die harte Sonne nehmen, ich kann einen Diffusor davor setzen, oder ich kann – was ich oft mache – eine Pflanze zwischen Sonne und Szene platzieren. Das gibt immer besonders spannendes, fleckiges Licht. Probiert es einmal aus!
–– http://www.fotopraxis.net , Tilo ~Gallo~ Gockel, 14.11.2025

Hallo Thilo, vielen Dank für Deinen tollen Blog. Man hört nie auf zu lernen.