Schmuckbilder, Packshots, Illus, Piktogramme und Co.

Ihr Lieben, wenn Ihr öfters einmal Produkte für Print oder Web fotografiert, kommt Ihr in Berührung mit dem Neusprech der Kreativabteilungen. Ich versuche mich einmal an einer Einordnung. Enjoy!


Soooo viele Begriffe im Grafikdesign

Ich organisiere von abstrakt bis detailliert.

Da kommt zuerst das Piktogramm (engl. Icon oder Pictogram), das wir von Verkehrsschildern und Toilettentüren kennen. Es ist die abstrakteste Möglichkeit, einen Menschen, einen Gegenstand oder auch eine Tätigkeit darzustellen. Als nächstes sehe ich die Zeichung (Sketch), sprich die Bleistift- oder Kohlezeichnung. Oft ist sie in Schwarzweiß ausgeführt, manchmal auch in Farbe. Sie kann als Vorlage dienen für eine grafisch bereinigte Illustration (Illustration), die ebenso in Schwarzweiß und in Farbe möglich ist.

Näher am Motiv ist die Sach- oder Produktaufnahme (Packshot, Product Shot, Object Photo), die es ohne oder auch mit Schatten gibt. Diese Fotos zeigen das Objekt vor weißem Hintergrund und liefern oftmals auch noch den Freistellpfad mit (Clipping Path). Wenn sie einen Schatten zeigen, ist dieser häufig synthetisch erzeugt und im besten Fall (wenn die Aufnahme bereits einen Freisteller enthält) an- und abwählbar. Dafür liegt er dann auf einer eigenen Ebene.

Wenn der Fotograf ein wenig freier agieren darf, dann reden wir vom inszenierten Produktfoto, vom Stimmungsbild oder vom Stillleben (Mood Shot, Still Life). Dann geht es nicht mehr darum, dass das Produkt perfekt erkennbar ist, sondern um Emotionen, um Menschen im Bild, um eine Stimmung, um Bokeh … kurz gesagt um den Sonnenuntergang hinterm Webergrill.

Wenn das Motiv nur gerade so noch erkennbar ist, nur wenig Information trägt, aber gut als hübsches, grafisches Element taugt, spricht man vom „Schmuckbild“.

Eine Sonderrolle hat das sogenannte Schmuckbild. Dieser Begriff ist im Web nicht sehr bekannt (Leser-Feedback mit einem besseren Begriff ist willkommen), ist mir aber schon häufiger in Zusammenhang mit Layouts begegnet.

Es geht um ein Foto, das zwar als solches klar erkennbar und echt ist, das aber das Motiv nur in hoher Abstraktion zeigt – als Detailansicht, Makro oder in der Unschärfe. Schmuckbilder braucht man als Layouter recht oft, sei es für ein Cover, für Header oder Footer oder für Kapitelaufmacher.


Was ist was? Und wie stelle ich es her?

1Piktogramm
Pictogram, Icon
Ein Bild mit maximaler Abstraktion; normalerweise erstellt in Adobe Illustrator oder mittlerweile auch per KI (Midjourney…).
2Zeichnung in Schwarzweiß
Sketch, Drawing
Bleistiftzeichnung; händisch oder mittlerweile auch per KI erstellt (Midjourney: Modul Retexture).
3Zeichnung in Farbe
Sketch, Drawing, in Color
Buntstiftzeichnung in Farbe; händisch oder mittlerweile auch per KI erstellt (Midjourney: Modul Retexture).

4Illustration, ebenso in Schwarzweiß oder Farbe
Illustration, Illu
Wie Zeichnung, aber sauberer, flächiger und ohne sichtbare Stift- oder Pinselstriche. Händisch aus einer Zeichnung per Illustrator oder mittlerweile auch per KI aus einer Zeichung oder aus einem Foto erstellt (Midjourney: Modul Retexture).
5Sachaufnahme
Packshot, Product Shot, Product Photo, Object Photo
Klassisches Foto vor weißem Hintergrund oder auf Leuchttisch (für einfachste Freistellung). Das Motiv wird insgesamt gut erkennbar und auch durchgehend scharf dargestellt. Der Schwerpunkt liegt auf guter Erkennbarkeit, weniger auf der Ästhetik.
6Sachaufnahme, mit Schatten
Packshot, Product Shot, Product Photo, Object Photo with Shadow
Dito, mit echtem oder synthetischem Schlagschatten.
7Inszeniertes Produktfoto
Mood Shot, Still Life
Klassisches, szenisches Produktfoto (oder mittlerweile auch per KI erstellt). Hier muss das Produkt nicht mehr perfekt erkennbar sein, und es kann auch Unschärfe (Bokeh) sichtbar sein. Diese Fotos sollen Emotionen wecken.
8SchmuckbildKlassisches Foto eines Objektdetails, bspw. als Close-up oder Makro. Das Motiv muss nicht erkennbar sein, das Foto soll aber eine grafische, ästhetische Anmutung haben. Schmuckbilder werden für Covers, Kapitelanfänge, Header und Footer verwendet.

Die Galerie

In der Galerie seht Ihr das immergleiche Motiv in allen acht Darstellungsformen. Das Piktogramm habe ich in Illustrator gezeichnet, den Packshot und das Schmuckbild real fotografiert. Die Zeichnungen und die Illustration sind mit Hilfe von Midjourneys „Retexture“ aus dem Packshot entstanden.

Das Still-Life-Bild mit dem Mädchen ist mithilfe des Midjourney-Editors, auf der Basis eines Ausgangsfotos „Schere in der Hand“ entstanden.


Browser-Strandgut

How to design Icons in Adobe Illustrator …


White Background Packshot with two lights:


–– http://www.fotopraxis.net , Ende Juli 2025 , Tilo ~gallo~ Gockel

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