Multi-Viewpoint Panos fotografieren

Ihr Lieben, wenn Ihr Euch für Graffiti, Wandteppiche oder ähnliches begeistert, wird auch bei Euch wohl irgendwann der Wunsch laut nach einem linearen Pano. Seht hier, wie einfach das gelingt.


Multi-Viewpoint Panos wie hier das Graffiti aus acht Fotos sind schnell gemacht, wenn man ein, zwei Tricks kennt (Künstlerin: Hera von Herakut; aufgenommen im Frankfurter Moxy-Hotel)!

Längliche Panos

Klassisch werden Panoramen von einem einzigen, speziellen Punkt aus aufgenommen (dem No-Parallax-Point), denn nur so gibt es keine sogenannten Parallaxenfehler, wie Ihr sie in der Abbildung mit der Blume vorm Berg erkennen könnt.

Tatsächlich kann man bei Motiven ohne Tiefenausdehnung wie Bildern, Murals, Graffiti, Mosaiken oder Wandteppichen aber auch einfach das Motiv „ablaufen“. Man spricht dann vom Walking Pano, Linear Pano, Lateral Pano, Multi-Viewpoint Pano oder vom Impossible Pano.

Als Beispiel seht Iht ein Graffiti von Hera (vom Duo Herakut) aus dem Frankfurter Moxy-Hotel, dass ich mit dem Smartphone aufgenommen habe. Acht Bilder sind es beim Ablaufen geworden, hochkant, mit einer kräftigen Überlappung. Viel ist dabei nicht zu beachten, aber es hilft, wenn man möglichst senkrecht auf das Motiv zielt, wenn man auf den besagten Overlap achtet und wenn man den Abstand zum Motiv einigermaßen konstant hält.


Die Fusion am PC

Photoshop funktioniert, PT GUI sollte auch funktionieren, aber schon das kostenfreie und wieselflinke Microsoft ICE reicht aus. Aber der Teufel liegt im Detail. Wenn man die acht Bilder einfach ins Programm lädt und ohne Feintuning die Fusion startet, funktioniert das nicht. Ihr müsst tatsächlich die Einstellungen vornehmen wie im Screenshot. Den optimalen Overlap kann man dabei besonders bequem einstellen, weil man sofort sieht, wann er gut passt.

Wenn die  Fusion funktioniert hat, steht im Anschluss in Photoshop oder auch in Affinity Photo noch an: Begradigen, Ausrichten, Fehlstellen flicken, Kontrast und Farben anpassen. Das ist aber in zehn Minuten gemacht und schon ist das laterale Pano fast fertig.

Der letzte Schritt ist, das originale Breiten-Höhen-Verhältnis wieder herzustellen, das bei der Fusion regelmäßig etwas verändert wird. Ladet Euch dazu einfach ein mittleres Einzelbild aus der Ausgangsserie in eine Ebene über dem Pano, dann könnt Ihr das leicht wieder anpassen.


Die Galerie

In der Bildergalerie seht Ihr den Ablauf als Daumenkino – von der Bildserie über die ungünstige Automatikeinstellung, die angepasste Einstellung bis zum fertigen Pano. Viel Spaß damit!


Browser-Strandgut

Manny Ortiz testet das Sigma 200 f/2.0:


Joe McNally, The Power of Imagination, „The Bedroom“:


Daniel Schiffer animiert die Pferde auf der Whiskey-Flasche:


–– http://www.fotopraxis.net , Ende August 2025

2 thoughts on “Multi-Viewpoint Panos fotografieren

Add yours

  1. Hallo,
    danke für das Aufzeigen der Einstellungen für das Tool Microsoft ICE.
    Wie kann ich das Ganze analog in Photoshop erreichen?
    Vielen Dank.
    Manfred

    1. Hi Manfred, danke fürs Feedback. In Photoshop geht das über Datei > Automatisieren > Photomerge. Das funktioniert auch beim gezeigten Pano. Wenn es aber mal *nicht* funktioniert, hat man keine Korrektur- oder Hilfsmöglichkeiten. Da ist dann ICE besser, bei dem man eben die o.g. Einstellungen vornehmen kann. VG Tilo

Kommentar verfassen

Bereitgestellt von WordPress.com.

Up ↑

Entdecke mehr von Fotopraxis.net

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen