Profoto A1X (Sony)

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Hallo zusammen, schön, dass Ihr hier vorbeischaut! Ich hoffe, ich kann Euch mit dem Test des A1X das Home Office etwas versüßen. Enjoy!

Der Profoto A1X

Der A1X unterscheidet sich auf den ersten Blick in keiner Weise vom Vorgänger, dem A1. Es ist das gleiche Gehäuse, das gleiche Zubehör. Die Nachladezeit ist ein bisschen kürzer geworden (1 Sekunde, statt 1,3 Sekunden bei voller Energie) und der Akku scheint etwas länger durchzuhalten. Das ist aber eher nebensächlich neben der wichtigsten Neuerung: Der A1X ist erhältlich für Canon, Nikon, Fujifilm und (Trommelwirbel) jetzt auch für …Sönnie!!

Das Bundle im Angebot

Der Blitz kostet allein 1075 EUR und im Bundle „Profoto Off-Camera Kit“ mit dem bleistiftspitzerdosengroßen Connect-RF-Modul 100 EUR mehr. Das kleine Modul allein liegt bei satten 289 EUR – man ist also gut beraten, gleich richtig in den sauren Apfel zu beißen und das Bundle zu kaufen. Mit dabei ist dann auch eine Schutztasche, ein Diffusordome, ein LiIon-Akku samt Ladegerät, ein USB-Kabel für Firmware-Updates und ein Plastikstandfuß. Immerhin! Ein zweiter Akku liegt um die 115 EUR.

Übrigens: Wer schon einen A1 oder A1X hat und nur einen RF-Sender sucht, der kauft sich statt des teuren, aber spartanischen Profoto-Connect-Knopfes lieber gleich das Modul Air Remote-TTL (Sony) für 395 EUR. Das bietet dann auch alle Einstellmöglichkeiten direkt am Sender.

Wenn noch mehr Spielgeld vorhanden ist, holt man sich einfach einen zweiten A1X, denn dieser kann nicht nur blitzen, sondern auch als Funkmaster dienen.

Die iPhone-App

Der Connect kennt nur die drei Stellungen OFF/M/TTL. Das ist ein bisschen dürftig bei einem so teuren Blitztrigger – mindestens würde man sich doch die Blitzenergie in M oder die FEC-Blitzlichtbelichtungskompensation in TTL wünschen. Beides gelingt über Bluetooth dann doch, und zwar über die Profoto-App auf dem iPhone:

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Das ist umständlich und sicher nicht die beste Lösung. Aber es gibt Workarounds, wie man damit umgehen kann. FEC kann man zum Beispiel auch in der Kamera selbst einstellen. Das ist zwar bei der Sony eine längere Suche im Menü, aber es funktioniert. In M gelingt das so nicht, aber man kann auch einfach ein wenig tricksen, und in der Kamera den ISO-Wert verändern.

Wir gehen aus von:
Blende 2,8 1/60 Sekunde ISO 100

Dann liefert folgende Umstellung einen scheinbar doppelt hellen Blitz:
Blende 2,8 1/125 Sekunde ISO 200.

Die Belichtung aufs Umgebungslicht bleibt dabei unverändert. Wenn man ein bisschen übt, hat man diesen kleinen Trick schnell intus und kann dann aus der Ferne den Blitz rund +/– 1 Lichtwerte fernsteuern. Für gravierendere Änderungen muss man aber hinlaufen.

Mehrere A1/A1X im Verbund

Wer mehrere A1/A1X einsetzen möchte, schlägt bei dem hohen Preis von knapp 1100 EUR pro Gerät erst einmal die Hände über dem Kopf zusammen. Tatsächlich kommt man aber auch mit der Hälfte hin, auch mit einer Sony-Kamera, wenn man als Zusatzblitze die etwas älteren A1 für Nikon oder Canon nutzt. Diese sind aktuell direkt bei Profoto für 570 erhältlich und hören auf das gleiche Funkprotokoll.

Ihr könnt sie nicht auf der Sony betreiben, aber Ihr könnt sie entfesselt genauso gut wie die Sony-Typen betreiben – via Connect, via Air Remote-TTL oder via A1X (Sony) als Funkmaster:

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Erfahrungen

Bevor man die Geräte ausprobiert, sollte man zuerst einmal die Akkus laden und die neuste Firmware-Updates aufspielen. Die Updates enthalten wichtige Bug Fixes. Eine erste Warnung: Wenn Ihr den Akku im Blitz lasst, säuft der Blitz im Standby-Modus den Akku leer. Das passiert auch mit der neusten Firmware, auch wenn der Effekt dann nicht mehr so gravierend ist. Macht den Akku bei längerer Lagerung lieber einfach ab.

Ein gutes Fallback für ein sicheres Gefühl ist ein >passendes TTL-Spiralkabel in der Kameratasche. Mindestens für das unten erwähnte entfesselte Bouncing taugt auch dieses Kabel wunderbar. Wer die Redundanz lieber per Funk realisieren möchte, und dabei vielleicht auch den A1(X) mit Chinablitzen kombinieren möchte, findet >HIER eine gut funktionierende Yongnuo-Lösung.

Ich teile einmal die Einordnung auf nach Minus und Plus, wobei ich vorwegnehme, dass in meinen Augen die Vorteile überwiegen. Ich würde den Blitz wieder kaufen, auch wieder im Bundle.

Minus

  • Der Preis ist heftig. Wenn man überlegt, was man bei Yongnuo und Godox für das Geld bekommt, ist der Unterschied schon krass.
  • Der Einbruch der Blitzenergie beim Umschalten auf HSS ist etwas höher als bei anderen Blitzen. Meist ist der Einbruch 1,66 bis 2 EV. Beim A1X eher so 2,33 EV (1/250s, Blende 18, ISO 100 liefert die gleiche Blitzbelichtung wie 1/320s, Blende 18, ISO 500, bei HSS).
  • Der Connect-Sender funktioniert grundsätzlich, hat aber eine blöde Macke: Wenn man die Modi (OFF/M/TTL) wechselt, dann dauert es bei der A7 immer bis zu drei Sekunden, bis das Gespann das übernimmt. Wenn man das Ding also ausschaltet, um die Belichtung ohne Blitz, aufs Umgebungslicht zu checken, muss man warten. Dito beim Wiedereinschalten.
  • Die filigranen Blitzschuhe nach dem neuen Sony-Multi-Interface-Standard bringen jetzt immer eigene Schutzkappen mit (die man wohl zumindest an der männlichen Seite) auch raufmachen sollte beim Transport. Das ist nicht Profoto anzulasten, sondern Sony, aber das Gezacker mit den Kappen nervt dennoch sehr.

Plus

  • 300 Schüsse bei voller Blitzenergie, mit 1 Sekunde Erholzeit, sind ungeschlagen. Allermeistens kann der Ersatz-Akku zu Hause bleiben.
  • Das Handling ist gut, das >Handbuch nahezu überflüssig.
  • Das Profoto-System funktioniert zuverlässig – Connect-Sender, Blitz als Sender, Air Remote etc. … alles ist austauschbar und kompatibel. Wer bereits die Studioblitze von Profoto einsetzt, der kann wenig falsch machen, denn alles wird gut zusammenarbeiten.
  • Auch die TTL-Messung funktioniert zumindest ebenso gut oder schlecht wie bei der Konkurrenz.
  • Das Gerät macht einen wertigen Eindruck und liegt gut in der Hand. Der runde Blitzkopf, die Magnetaufnahme für die Modifiers, die Clip-Befestigung des Akkus, der sehr stabile Metall-Blitzschuh, das weiche Rollrad für die Einstellungen – das alles zeugt von einem hohen Anspruch.
  • Das Kit aus Blitz und Profoto-Connect-Knopf taugt besonders gut fürs >entfesselte Bouncing, also für eine Technik, die Ihr gut für (Hochzeits)reportagen, in Clubs oder ähnlich einsetzen könnt (ich fotografiere damit gerne Food). Man hat dabei den entfesselten Blitz in der linken Hand, richtet ihn gegen eine Fläche in der Nähe und kann dann mit dem Daumen manuell die Energie einstellen. Top.

Beim Connect-Sender kann man geteilter Meinung sein. Pye Jirsa (siehe seinen Youtube-Beitrag unten) findet den spartanischen, schwarzen Knopf überflüssig und verwendet lieber den Air-Remote-TTL-Sender.

Für mich passt der Knopf aber gut. Er funktioniert sofort und bisher auch zuverlässig, und  man kann nichts unabsichtlich verstellen. Die entfesselten Blitze habe ich eigentlich nie auf TTL, immer auf M, da nach meiner Erfahrung TTL mit Effektlichtern eh nicht gut umgehen kann. Und wenn ich einen Blitz entfessle, muss ich eh ein-, zweimal hinlaufen und Position und Ausrichtung verändern, da kann ich im Zuge auch gleich die Energie anpassen.

Ich habe Sender, mit denen ich ferneinstellen könnte (YN560-TX I/II), aber ich benutze es dann doch nicht … .-)

 

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Browser-Strandgut

Ich hoffe, es ist für jeden was dabei, viel Spaß!

Pye Jirsa: Profoto Connect Unboxing and Test:

Daniel Schiffer: I Paid a Stranger $25 to edit my Pizza Commercial. Coole Ergebnisse:

Sigma 35 1.4 versus Sigma 35 1.2:

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Tilo ~gallo~ Gockel, April 2020

 

10 Kommentare

  1. Hallo Tilo,
    den A1x habe ich mir vor ca. zwei Monaten ebenfalls für meine Canon R gekauft. Ich bin ebenfalls von der Blitzfolgezeit sehr angetan (geradezu geflasht) und betreibe ihn remote mit dem alten Phottix-Remote-System (Odin).

    Die Krise bekomme ich allerdings, wenn ich dann feststellen muss, dass ein Blitz für knappe 1.100 Euro offenbar an einer Canon R nicht in der Lage ist auf den zweiten Verschlußvorhang zu blitzen. Mit dem Phottix geht es zwar dann doch, aber nicht, wenn er direkt auf der Kamera sitzt. Profoto schrieb mir dazu, dass sie dass bei sich Nachstellen konnten und ein kommendes Update diesen Fehler beheben soll. Gleichwohl konnten sie keinen Zeitpunkt nennen, wann das Update kommt (hätte mich auch gewundert).

    Mich würde aber mal interessieren, ob dein A1x direkt auf der Sony auf den 2. Vorhang auslösen kann. Um gaanz sicher zu gehen, habe ich es mit 2 Sekunden Auslösezeit getestet.

    Danke für den schönen Bericht und natürlich das Browserstrandgut.

    Kim

    • Hi Kim,
      doch, habe es gerade getestet mit einem Spielzeugauto, das macht er richtig an der A7III.
      In TTL / Blitz auf der Kamera: Er blitzt einmal kurz (das ist der TTL-Messblitz), dann fährt das Auto, dann blitzt er richtig, dann endet die Belichtungszeit. Entfesselt habe ich nicht getestet.
      *
      Richtig ist, dass er das an der Canon auch tun sollte. ABER: ich kann nur für mich sprechen, aber ich hab 2nd Curtain Sync nur einmal eingesetzt, als ich fürs Blitzlehrbuch die Lehrbilder aufgenommen habe. Klar, andere brauchen das vielleicht öfters, mir persönlich wär das fast egal. LG Tilo

  2. Hi Tilo,
    Für den Preis von über 1200 € bin ich vermutlich zu pragmatisch veranlagt und da kaufe ich mir lieber drei Godox AD200 oder 12 Yongnuo Blitze 🙂 Und wenn ich dann lese, dass einiges nicht funktioniert, sehe ich mich in der Vorgehensweise auch etwas bestätigt. Auch wenn ich bei dem X1N von Godox oder der Steuerung der Yongnuo-Aufsteckblitze manchmal wütend werde 😉

    LG Marek

    • I hear you, Marek, aber lass mal eines auch gelten: Gerade gibt es die alten A1 von Profoto für 569 EUR, also schonmal die Hälfte. Und im Vergleich mit den genannten Vertretern aus den Morgenland (von denen ich auch Fan bin) ists halt so, dass keiner der Genannten 300 Blitze im Sekundentakt raushauen kann.

      Das war für mich einfach kaufentscheidend, das ist echt schon cool!

      • „300 Blitze im Sekundentakt raushauen kann“ Na, toll…Nach 5 Minuten Dauerfeuer ist der Saft alle! Naja, Spaß bei seite. Blitzen im Sekundentakt ist schon was feines keine Frage. Wenn ich auf der anderen Seite bedenke, daß ein Ersatzakku für den AD200 um die 70 € kostet und das Teil auch ein tolle Leistung hat, auch wenn nicht im Sekundentakt. Ich bin ja nur Hobby-Fotograf und wer schaut da natürlich nicht auf das Budget. Für knapp über 500 € bekomme ich einen 600 Watt Porty der dann leider 2,5 Kg wiegt. Natürlich ist der Preis von knapp 600 € bei 450 Watt Leistung, der Geschwindigkeit, dem geringen Packmaß und Gewicht schon auch ein Schmankerl für alle die viel Outdoor-Blitzen. Auf der anderen Seite ist der AD200 auch klein, leicht, kostet aktuell nur noch 300 € und liefert 500 Power-Blitze alle 2 Sec. Ich bin von dem AD200 wirklich begeistert. Aber auf jedem Fall ist das Teil interessanter als die Krücke von Canon mit eingebauten Servomotoren tstststs 😉

      • Hey Marek, das versteh ich alles, ich denke genauso. Klar, man bekommt für wenig Geld mittlerweile fette und leistungsfähige und zuverlässige Portys. Ich hatte drei, mit 400 Ws oder mehr, mit Akku, sogar mit TTL und HSS der letzte, alle wieder verkauft. Warum? Weil die Dinger so globig und schwer waren, ich mochte sie einfach nicht mehr mitnehmen. Geschmacksache, denn Wumms hatten diese Geräte.
        Profoto ist Elite und auch genaugenommen überteuert. Aber es ist schon cool, bspw eine Kamera zu haben, mit der alle Augen scharf werden (EYE AF an der Sönnie), Linsen zu haben mit schönem Bokeh (bspw mein Canon EF 50 1.2 per Sigma MC11 an der Sony) und ein paar Blitze zu haben, die einfach keine Aussetzer zeigen (ebenjene). Meine Fotos werden dadurch nicht besser, aber ich hab mehr Ausbeute. Das schon! Schöne Grüße Tilo

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