FOOD, GLORIOUS FOOD!

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Schön, dass Ihr hier vorbeischaut. Ein perfektes neues Jahr wünsche ich Euch!

Bei uns gab es am 31.12., also gestern, Fleischfondue mit Brühe und das ist dann eigentlich am nächsten Tag noch besser, weil die Brühe dann mittlerweile, durch die vielen Fleisch- und Gemüsestücke, die darin gegart wurden, wahnsinnig intensiv und schmackhaft ist . Was Ihr noch auf dem Foto seht, sind Zimtstangen und Pfefferkörner, weil eine halbe Zimtstange, ein paar Pfefferkörner und ein Lorbeerblatt nicht fehlen sollten bei einer guten klaren Brühe. Genauso wenig, wie der Rotwein im Hintergrund, den es dazu gibt.

Fehlt nur noch eine Einlage. Ich habe einfach einen Pfannkuchen gebacken, mit Petersilie und mit Schnittlauch, und in Streifen geschnitten. Köstlich!

FOOD, GLORIOUS FOOD!

Diese Aufnahme unter Tageslicht ist rasch im Kasten. Ein paar Details gibt es aber zu beachten. Zuerst einmal sollte man vor Ort alle Lampen ausschalten, sodass nur noch das Tageslicht sichtbar ist. Dann macht man sich auf die Suche nach einer schönen Ecke, nahe an einem Fenster, aber auch mit interessanten Schatten. Ein Testschuss (in der Galerie sind das die Löffel) hilft bei der Beurteilung des Lichts. Dann baut man die Szene möglichst so aus Zutaten auf, dass ein Komplementärkontrast entsteht: blau / gelb, teal/orange, warm/kalt ….

An Optiken taugt alles zwischen 50 und 100 mm. Wer nicht so faul ist wie ich, verwendet ein Stativ und kann dadurch den ISO-Wert geringer halten. Beim Aufnahmewinkel ist es beim Wein und bei der Suppe wichtig, eine helle Reflexion auf der Oberfläche der Flüssigkeit einzufangen.

Was Ihr sicher noch erkennt, das ist der etwas verschobene Weißabgleich vom ersten Bild zu den nachfolgenden Bildern. Das ist natürlich Geschmacksache, aber wem das gefällt, der stellt dafür entweder schlicht auf Kunstlicht, oder wählt über die Kelvin-Zahl gezielt etwas vor wie 3200 K. Wer in Raw fotografiert, kann das auch später noch verändern, aber es hilft, direkt bei der Aufnahme die Wirkung zu sehen.

Die Szene ist übrigens näherungsweise nach der Fibonacci-Spirale angeordnet und auch gecroppt. 🙂

Die Daten zur Aufnahme

Canon 5DMk III mit EF 50 f/1.2, aus der Hand verwendet (ohne Stativ). 1/100 Sekunde, Blende f/2.0, ISO 640, M-Modus, Raw-Format. WB auf Tungsten (Glühwendellicht, bzw. Kunstlicht).

Die Bearbeitung

Nicht viel, hauptsächlich ein verschobener Weißabgleich. Letztens kam eine Frage, wie das denn sein kann, dass das Holz blaugrün wird, die Beeren aber nicht. Schaut selbst, es geht sogar wie hier auf dem JPEG. Ich habe rein den Weißabgleich im Camera-Raw-Filter von Photoshop genutzt.

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Die Galerie

In der Bildergalerie seht Ihr die Szene vor Ort mit dem schwarzen (!) Ikea-Regalbrett, den Lichttest, in welchem ich bereits den Weißabgleich ins Bläuliche verschoben habe, das Ergebnis und dann noch den Cover-Look mit ein paar Textelementen.

Lessons Learned

  • Mit Stativ wäre besser gewesen, denn bei ISO 640 kann das Rauschen bei Canon zumindest in den Schatten bereits ein bisschen stören. Nachteilig ist aber am Stativ, dass man nicht mehr so frei und kreativ die Winkel und die Perspektive wählen kann.
  • Das Canon EF 50 f/1.2 , meine Liiiieeeelingslinse, muss man manchmal doch leider abblenden, weil man sonst bei solchen Aufnahmen, bei der kurzen Gegenstandsweite, kaum mehr etwas erkennt.
  • Das Foto steht und fällt mit dem Licht. Entsprechend sollte man sich bei der Suche nach einem schönen Fleckchen Zeit lassen. Die Jalousie ist übrigens bewusst 3/4 heruntergelassen, um eben gerade noch einen Lichtspalt unten zu erzeugen, aber Licht von oben abzublocken.

BROWSER-STRANDGUT

+++ Portfolios, Food, View Camera, „Shoot like … xy“, …

  • Martin Krolop: Bietet gerade Filme zum Download an zum Thema SHOOT LIKE …! Shoot like Martin Strauss, like Helen Pass, like Simon Bolz … Klar, kost was, ist aber erschwinglich und auch gut!
    https://www.krolop-gerst.com/de/store/aktionen
  • Rachel Aust: How to shoot better food photos:
  • Serge Ramelli: How to bring a dull photo back to life:

Tilo ~gallo~ Gockel, 01.01.2017

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10 Kommentare

  1. Patrick

    Hallo Tilo,
    den Look finde ich total chic! Hat was von Nordic Light, nur etwas einfacher in der Umsetzung, was wiederum zu begrüßen ist 🙂

    Ich würde mir mal einen Artikel zum Thema Cropping wünschen, insbesondere zur Fibonacci-Spirale.

    Und nebenbei: Was ist eigentlich eine Lielingslinse? Passt bestimmt gut zu Paprika? 😉

  2. merci Patrick,
    Lieblingslinsen, in dieser Reihenfolge: EF 50 f/1.2, EF 85 f/1.8 (ich hab da auch das 1.2er, aber es ist schon so SCHWER …). Ich nehme aber auch gerne das 70-200 f/2.8 und — bissi langweilig, aber sehr gut — das 24-70 f/2.8. Hmmm, und das 50 f/2.5 Compact Macro mag ich auch sehr gerne.
    Das 17-40 ist einfach nicht so meines, aber ich behalts. Das 24-105 hab ich irgendwie nie gemocht, verkauft.
    Tcha und dann ist da noch das 135 f/2 — da weiß ich nicht, ob ichs mag. Kommt einfach zu selten zum Einsatz.

    Spirale: och, was gäbe es da großartig zu sagen? :-))
    Bissi was dazu gab es mal hier: https://fotopraxis.net/workshops-2/workshop-der-richtige-crop/
    LG TIlo

  3. Patrick

    Faszinierend, dass das 50mm 1.2, obgleich relativ neu in Deinem Fundus, so schnell zu Deinem Liebling avancieren konnte! Wenn man Deine Werke und Beiträge so über die Jahre verfolgt, wäre ich von einer anderen Reihenfolge ausgegangen. Ich hätte vermutet, dass das 85mm 1.8 die Liste anführt (da schon so lange dabei und nie komplett ersetzt), direkt gefolgt vom 70-200 und dem 24-70 🙂

    In meinem Fall würde es mir wirklich schwer fallen, ein echtes Ranking zu erstellen. Allerdings würde mein 135mm 2.0 L ganz weit oben rangieren, wenn nicht sogar auf Platz 1. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bei 50mm aufwärts generell in meiner Komfortzone bewege und den komprimierten Bildeindruck höherer Brennweiten sehr mag. Dies in Kombination mit dem wirklich bombastischen Bokeh macht die Linse für mich zu einem Traumobjektiv. Einziger Nachteil: Es ist nicht ganz so flexibel wie mein 70-200 2.8 IS II, welches ebenfalls ganz oben auf die Liste käme. Das 85mm 1.8 habe ich auch – Wirklich ein tolles Objektiv, jedoch würde ich das 135mm in den meisten Fällen wählen, wenn ich mich entscheiden müsste. Das ist aber absolut Geschmackssache und es kommt natürlich auch auf die Location an. Das ist auch der Grund, weshalb ich das 85mm 1.8 habe und nicht das 1.2. Ich kann Dir daher wirklich nur ans Herz legen, Dich mal wirklich intensiv mit dem 135mm zu beschäftigen – Natürlich nur bei Offenblende 🙂 Macht wirklich Spaß! Ich nutze es mitunter am liebsten für Ganzkörpersufnahmen auf Hochzeiten (wenn ich die Paarbilder mache).

    Das 24-70 2.8 II ist bei mir ein echtes Arbeitstier, sowohl im Heimstudio als auch auf Hochzeiten und sonstigen Events. Als hätte man mehrere Festbrennweiten in einen Karton gesteckt – Ich bin ja sonst nicht so der Freund von Zoom-Objektiven, aber in Kombination mit dem 70-200 gibt es nur wenig Besseres.

    Das 50mm 1.2 ist meine „jüngste“ Anschaffung. Ich finde es aber wirklich super. Keine Ahnung, was einige daran zu meckern haben.

    Das 50mm 2.5 Macro habe ich Dir einfach mal frech nachgekauft 🙂 Wäre sonst wohl nie auf die Idee gekommen. Wirklich eine lustige kleine Linse – Ich mag es.
    Das 17-40 habe ich selber nicht, stattdessen nutze ich ein (manuelles) 14mm von Walimex. Für die drei Weitwinkelfotos im Jahr brauche ich nicht mehr.

    Das 24-105 L hatte ich bei meiner Zweitkamera (6D) dabei. Dieses nehme ich ausschließlich mit auf Reisen, wenn wenig Gepäck gewünscht wird und die Diebstahlwahrscheinlichkeit hoch ausfällt. Habe aber auch mehrfach mit dem Gedanken gespielt, das Ding zu verkaufen. Begeistert bin ich von den Ergebnissen nämlich nicht wirklich….

  4. Tom

    Hallo Tilo,

    auch von mir ein Neujahrsgruss. Ich wünsche Dir coole Projekte und uns viele Deiner super Blog-Posts.

    Eine Frage habe ich zum 50mm 1.2, welches ich auch besitze. Wie gehst Du mit dem technisch bedingten Focusshift um? Bei Blende 1.2 sitzt der AF perfekt, bei allen kleineren Blendenöffnungen muss ich ein AF-Microadjustment im negativen Bereich (z.B. -10 bei Blende 2.8) vornehmen (natürlich nur bei sehr nahen Motiven). Fokussierst Du manuell oder im LV um den Effekt zu vermeiden?

    Vielen Dank für Deine Antwort!
    Tom.

    PS: Dein neues Bokeh-Buch bekommt auch wieder volle 5 Sterne. Vielen Dank auch dafür.

    • Hi Tom, merci, hab ein tolles 2017!
      Focus shift: Ich weiß, dass er existiert, habe ihn aber noch nicht beobachtet. Warum?
      1. offenblendig ist bei mir alles ok
      2. wenn ich abblende, gewinne ich ja eh mehr DOF …
      3. bei so einer LInse, im Bereich bis 2.8, verzeihe ich eh gerne eine dezente Unschärfe im Schärfebereich. Die krasse Unschärfe im Unschärfebereich lässt das dann im Vgl wieder scharf wirken.

      Schau mal bei Interesse die gute Irene Rudnyk an auf youtube, sie hat ein Video zum 85 1.2, das sie immer offenblendig verwendet, und philosophiert in einem der Videos über Fokus. Sie ist eher technophob, nimmt immer den mittleren AF-Sensor und verwendet focus-and-recomposing, und ihre (netterweise raw-verlinkten) Bsp-Bilder sind auch alle leicht unscharf, aber …. wen störts? Mich nicht, und sie auch nicht! 🙂

  5. Hi Patrick,
    hochinteressant, merci für die nette Diskussion.
    Hmmm, klar, 50 mm sind erst einmal langweilig… ich finde das auch, damit kann man schlecht beeindrucken. Es ist noch nicht einmal eine gute Porträtlinse, zumindest nicht für Close-ups. Aber dadurch zwingt es einen, auf andere (wichtigere?) Sachen zu achten wie aufs Licht, das Modell usw.

    Darüber hinaus wirkt es sehr natürlich, es taugt gut für 2/3 oder Ganzkörperporträts, es ist universell (wenn ich Weitwinkel brauche, nehme ich einfach ein Panorama damit auf, für Tele croppe ich).

    Und dann ist das 50 f/1.2 richtig lichtstark, leicht, fokussiert dennoch flott (im Gegensatz zum 85 f/1.2) und es schreit auch nicht wie ein hellgraues Tele „bitte ducken, Profi kommt“. .-)))

    Ich habe das 50er (die 50er, ich hab fünf) nicht bewusst gewählt, mir nicht gewünscht sozusagen, sondern mich einfach beobachtet, was ich gerne nehme, oder welchem Bildwinkel meine Bokehramen entsprechen …

    Meine 2 Cents,
    LG Tilo

  6. Patrick

    Ah, ok 🙂

    Eine Frage hätte ich noch zum Ergebnisfoto: Hast Du ggf. eine doppelte RAW-Entwicklung vorgenommen und die Pfannkuchen (ggf. auch die Zimtstangen, etc.) ausmaskiert? Die würden ja sonst etwas blau geraten? Zudem meine ich eine Verstärkung der Sättigung bzw. der Dynamik zu erkennen?

  7. Hallo Tilo — und auch von mir ein gutes neues Jahr 2017!

    Die Idee mit dem Essen finde ich klasse, Food bleibt spannend und ich finde es wurde hier sehr schön von Dir in Szene gesetzt. Insbesondere aus dem Kontext heraus, da auf einem Schreibtisch wilden Schreibtisch aufgenommen wurde, finde ich das, was da rauszuholen war, bemerkenswert. Desweiteren ist auch die Idee mit dem Zeitschriftencover sehr gelungen, könnt‘ man Dir glatt abkaufen, und das, wo es so schnell gemacht wurde.

    Leider habe ich meist zu viel Hunger um mein Essen zu fotografieren, es wird verspeist noch bevor ich meine Kamera aus dem Schrank geholt habe 😉 aber ich sollte das wirklich mal probieren. Daher auch Danke für den neuen Denkanstoß!

    Viele Grüße aus einem nasskalten (und schneefreien) Bonn!
    Tobias

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