Ihr Lieben, Ihr möchtet manchmal Scheren, Messer oder ähnliches auf weißem Hintergrund zeigen? Vielleicht für Euren Webshop? Das ist schnell gemacht und gelingt auch mit kleinster Ausrüstung!

Die Basics zu den Packshots
Mit Packshots (manchmal auch „Freistellern“) meint man Produktfotos vor weißem Hintergrund. Sie sind isoliert vom Hintergrund und bringen häufig in der Bilddatei entweder einen Vektorpfad oder eine Auswahl als Alpha-Kanal oder beides mit. Oft wird daher TIFF oder PSD als Austauschformat genutzt.
Man kann die Objekte im Durchlicht fotografieren, aber das ist aufwändig, erfordert eine zweite Lichtquelle und bringt die Gefahr mit, dass das Gegenlicht in die Kanten frisst (die Abhilfe ist, mehr Abstand zu schaffen).
Viel einfacher ist es, das Objekt nur mit Auflicht zu fotografieren und später in der Bildbearbeitung freizustellen. Wer sich noch einen Schatten wünscht, fügt auch diesen in wenigen Sekunden später synthetisch hinzu. So erscheint er viel sauberer, als der tatsächlich fotografierte Schatten
Der Aufbau für die Friseurschere
Für das Foto der Friseurschere könntet Ihr eine Softbox hernehmen, aber tatsächlich ist das gar nicht notwendig. Es reicht eine Styroportafel als Untergrund, eine zweite Tafel als Reflektor und ein Buch als Stütze. In fünf Minuten seid Ihr am Start. Hier seht Ihr den Aufbau.

Dieses Licht-Setup ist so einfach wie nur möglich, liefert aber dennoch schnell sehr gute Ergebnisse. Auf eine Sache müsst Ihr aber achten, und zwar auf den Winkel des Lichts zum Objekt. Kommt das Licht von zu weit hinten, habt Ihr sogenanntes Dunkelfeldlicht (Darkfield Illumination), was auch cool ausschaut, was Ihr hier aber nicht haben wollt. Ihr wollt dagegen Hellfeldlicht (Brightfield Illumination) haben. Im Vergleichsbild seht Ihr den Unterschied.

Rechts ist das Licht angepasst und es entsteht Hellfeldlicht.
Ihr könntet das Setup auch mit LED-Dauerlicht umsetzen, aber dann würde ich die Kamera auf ein Stativ setzen. Hier, bei Blitzlicht, war das nicht notwendig.
Die Kameraeinstellung war wie folgt: Sony A7III mit Canon 24–70 (angeschlossen über Sigma MC-11), auf ISO 80, Blende 8, 1/160 Sekunde. Raw-Format, Weißabgleich auf Auto. Blitz Profoto A1x auf 2,2.
Die flotte Nachbearbeitung
Das gezeigte Licht-Setup liefert ein gutes Ausgangsbild, das man nun aber noch freistellen muss. Nein, keine Angst, Ihr braucht kein Zeichenstiftwerkzeug und keinen Pfad. Der KI-basierte Freisteller von Photoshop namens Object Selection Tool löst diese hier recht einfache Aufgabe in wenigen Sekunden ganz automatisch (siehe den ersten Film unten).
Dann fehlt nur eine Farbfläche für den reinweißen Hintergrund und ein synthetischer Schatten. Den Schatten erzeugt Ihr am einfachsten über eine schwarz gefüllte Auswahl des Scherenumrisses, die Ihr weichzeichnet, in der Deckkraft anpasst und etwas nach unten und zur Seite verschiebt. Mit ein wenig Übung sollte die Bearbeitung in fünf Minuten machbar sein. Wenn Ihr noch retuschieren wollt, werden es vielleicht sieben oder acht Minuten.
Die Galerie
In der Galerie seht Ihr den Entstehungsprozess – vom Setup, über das Bild direkt aus der Kamera, über die Bearbeitung bis hin zum finalen Ergebnis, enjoy.





Browser-Strandgut
PIXimperfect: How to make the Object Selection Tool more precise:
Martin Botvidsson fotografiert Sportschuhe:
Martin Botvidsson zeigt die Anwendung der Frequenztrennung für Produktfotos (Anmerkung: das geht natürlich auch mit der klassischen Aktion; jene von Martin macht es aber vllt etwas bequemer):
–– http://www.fotopraxis.net , Ende Juli 2025
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