Ihr Lieben, kommt Ihr manchmal in Situationen, in denen Ihr die Kamera einhändig bedienen müsst? Wo Ihr mit nur einer Hand die Kamera halten müsst und mit der gleichen Hand Blende/ISO/Zeit und den Fokuspunkt einstellen müsst? Seht hier, welche Tricks helfen.
Die Motivation
Was? Die Spiegellose mit dem schweren Zoom drauf einhändig bedienen?
Wann braucht man denn das bitteschön? Man braucht es …

- … wenn man in der anderen Hand das Motiv (die Blume, den Burger) hält,
- … wenn man in der anderen Hand den Blitz hält,
- … wenn man in der anderen Hand etwas anderes hält,
- … oder wenn man besonders unauffällig auftreten möchte.
Ich brauche das tatsächlich oft, und habe daher ein paar Kniffe entwickelt, die mir die einhändige Bedienung erleichtern.
Die Lösung
Vorweg: Ja, natürlich könntet Ihr die Kamera auf Vollautomatik stellen und sie auch den Fokus selbst setzen lassen. Das ist hier aber nicht das Ziel. Wir möchten die Kamera komplett manuell bedienen, also Blende/ISO/Zeit auf jeweils einem Rädchen haben, mit dem Daumen den Fokuspunkt setzen, dank Back Button Focus mit dem Daumen fokussieren und schlussendlich mit dem Zeigefinger auslösen.
Die Tastenbelegung
Bei meiner Sony A7III lässt sich jede Taste frei belegen. Man kann die Tasten aber nicht nur umbelegen, man muss sie auch umbelegen, weil die Fabrikbelegung ein Graus ist. Seht hier meine aktuelle Belegung.
Die Handhaltung bei leichten Objektiven
Bei leichten Objektiven könnt Ihr die A7 gut zwischen Zeigefinger und kleinem Finger einklemmen. Mittelfinger und Ringfinger sind vorne am Griff und der Daumen ist frei für ISO, Zeit, den Fokus-Joystick, AF-ON oder wahlweise AEL (bei mir ist AEL mit EYE AF belegt). Wenn Ihr den Zeigefinger dann für die Blende oder zum Auslösen braucht, greift Ihr um. Der Daumen kann dann zum Beispiel dauerhaft stabil auf AF-ON liegen (er sollte bei Back Button Focus sowieso bis zur Auslösung tracken, besser auch noch darüber hinaus!).



Die Handhaltung bei schweren Objektiven

Bei schweren Objektiven, beispielsweise bei einem 24-70-Zoom, gelingt diese Haltung nur noch kurz, dann machen die Finger schlapp. Hier lasst Ihr am besten die Kamera einfach am Griff runterhängen, stellt dann bequem ein und nehmt sie dann wieder quer (für Landscape). Für Portrait könnt Ihr sie natürlich schlicht hängend bedienen und hängend auslösen.
Ein paar Dinge, die man noch wissen sollte …
- Anfangs rutscht Euch sicher mal die Kamera aus der Hand. Benutzt daher zur Sicherheit eine Handschlaufe.
- Für die Sony und für viele andere Kameras gibt es sowohl Batteriegriffe als auch Grip Extender. Ich habe sie alle durchgetestet, kann die Kamera aber ohne die Anbauteile viel besser einhändig bedienen. Nur ohne Zubehör komme ich mit dem kleinen Finger unter das Gehäuse.
- Wer mit der rechten Hand fotografiert und mit der linken Hand das Motiv hält, ist auf eine recht geringe minimale Objektdistanz MOD angewiesen. Teleobjektive taugen hier nicht gut. Weitwinkellinsen, Zooms und Makros funktionieren besser!
Die Illustrationen sind per KI aus Fotos entstanden, per Midjourney, mit dem Retexture-Befehl im Editor; Prompt: outline, graphic, black and white, a hand holdind an SLR camera –stylize 10.
Ein kleiner Wert für Stylize ist wichtig, sonst wird die Illu zur zu detailreichen Bleistiftzeichnung. Interessant ist auch, dass der Retexture-Befehl auch mit der Stilvorgabe –sref kombiniert werden kann.
Die Galerie
In der Galerie seht Ihr ein paar einhändig aufgenommene Fotos. Anfangs ist in der linken Hand der Blitz, danach dann das Motiv. Viel Spaß damit.









Browser-Strandgut
Neil van Niekerk verwendeet HSS für Portraits:
Skyler Burt von WeEat Together findet das schwärzeste Schwarz:
Joe McNally schießt auf einem Workshop mit mehreren Speedlights schöne Portraits:
–– http://www.fotopraxis.net, Fotopraxis.net , Tilo ~gallo~ Gockel, Anfang Juni 2025
Außer den oben genannten Punkten, gibt es noch den „Sitzriesen-Faktor“ – so will ich es mal nennen.
Ich selber nutze eine Alpha 7 MkII – mit Batteriegriff und Blitz. Außerdem hat sich auch eine Handschlaufe hervorragend bewährt im „Feldeinsatz“ bzw. „Nahkampf“ auf Veranstaltungen. Sie bringt einfach zusätzliche Sicherheit beim einhändigen bedienen.
Wenn man nun wie ich, öfter auf Veranstaltungen fotografiert, hat man evtl. mal die Situation das sich vor einem Menschen befinden bzw. im Weg stehen und die eigentlichen Motive sich hinter diesen Leuten befinden. Im Gedränge dann darauf bestehen, mal eben durchgelassen zu werden, stößt unter Umständen auf nur wenig Verständnis.
Ich bin nicht sonderlich groß („Sitzriese“). Also hoch mit der Kamera! An einem Arm. Das Display rausklappen und zusehen, wann man den richtigen Bildausschnitt hat. Die Alphas haben ja die wichtigsten Bedienelemente sowieso auf der rechten Seite versammelt. Also kann man auch ISO, Blende oder Belichtungszeit evtl. noch korrigieren, falls nötig. Die Handschlaufe sichert die Kamera zusätzlich gegen Abstürze. Außerdem nutze ich einen Kameragurt von Blackrapid, den ich mit dem Karabiner recht schnell von der Kamera lösen kann, was mir zusätzliche Bewegungsfreiheit verschafft.