Ihr Lieben, habt Ihr schon einmal einen Lichtformer frisiert? Das ist gar nicht so schwer und kann viel bringen. Hier seht Ihr, wie das funktioniert.

Die Motivation
Ihr habt einen Lichtformer, der zu ungleichmäßiges Licht liefert, der also Hotspots hat? Das ist kein Grund, ihn in die Ecke zu werfen, denn das kann man oft korrigieren. Nehmen wir heute einmal die hübsche Minisoftbox Speedbounce 40 von Aurora Lite Bank als Beispiel (schlecht erhältlich; hier eine baugleiche Alternative). Ich liebe diesen Lichtformer, weil er in jeder Kameratasche Platz findet, auf jeden Systemblitz passt und schönes Licht liefert. Aber er hat einen ausgeprägten Hotspot.
Geschichtliches: Die Speedbounce ist eine Kopie der „Flashdisc“ der FStoppers. Die Speedbounce ist etwas größer, aber sie hat besagten Hotspot. Die Original-Flashdisc begegnet dem Hotspot mit gedoppeltem Stoff an der Stelle.
Die Messung
Am Anfang steht das Ausmessen der Softbox. Das geschieht mit Fotos, die so belichtet sind, dass kein Pixel im Foto übersteuert ist. Nur so kann man die Verläufe und die Hotspots identifizieren. Bei der Auswertung der Fotos hilft der Thermoplot-Trick, den Ihr auch im Aufmacher erkennt. Ein Click aufs Bild öffnet Euch zu dem zugehörigen digit!-Artikel.

Die möglichen Lösungen
Oft bringt es schon etwas, wenn man am Blitz die Fresnelscheibe ausklappt, die kleine Bouncecard ausfährt oder schlicht den Winkel des Blitzkopfs verändert.
In großen Lichtformern wie der legendären „Big Mama“-Reflexbox kann man auch mehrere Blitze einsetzen, die in unterschiedliche Richtungen strahlen. Wer die Möglichkeit hat, setzt noch dazu auf Bare-Speedlights, weil diese wie Studioblitze in einer Halbkugel gleichmäßig rundumstrahlen. Wer keine Bare-Speedlights besitzt, kann sich mit den altbekannten kleinen Plastikbechern, den Diffusor-Domes, behelfen, die ähnlich wirken.
Wenn das alles nicht fruchtet, geht es an die Abschatter. So haben auch die FStoppers gedacht (siehe oben) und bei ihrer kleinen Aufsteck-Sobo an der Stelle des Hotspots den Diffusor gedoppelt aufgenäht. Das war auch mein erster Ansatz bei der Aurora: Ich habe einfach Kopierpapier reingetackert, was zwar wirkungsvoll war, aber nicht lange gehalten hat. Heute habe ich mir die kleine Speedbounce nochmals vorgenommen und eine andere, bessere Lösung gefunden.
Die Lösung für die Speedbounce 40
Ich benutze die Speedbounce mit Profoto-A1x/A10-Blitzen und diese bringen als Zubehör ein magnetisches Aufsteck-Flag mit. Die Position des Flags stimmt gut mit dem Hotspot überein, aber das Teil ist aus schwarzem, lichtundurchlässigem Kunststoff und dunkelt zu stark ab. Was man bräuchte, wäre ein transparentes Flag, das das Licht nur etwas dämpft. Die Leuchtkastenfolie von der Firma Modulor taugt dafür prima. Das Ergebnis mit einer Lage Folie seht Ihr im mittleren Thermoplot – es ist noch noch zu hell. Fürs finale Ergebnis rechts habe ich zwei Folien übereinander verwendet.

Lessons learned
- Lichtformer sollten idealerweise gleichmäßiges, diffuses Licht erzeugen. Das tun sie aber von Haus aus oft nicht. Wenn man Klarheit haben will, muss man Testfotos machen.
- Die Tuning-Möglichkeiten beginnen beim Blitz (Fresnel-Scheibe, Bare Speedlights, mehrere Speedlights, Flags) und enden beim Diffusor-Überzug (aufgedoppeltes Material).
- Reflexboxen wie die Big Mama, bei denen der Blitz nach hinten, ins Innere strahlt, sind in der Ausleuchtung gleichmäßiger. Standardboxen versuchen, den Hotspots mit eingespannten Innendiffusoren beizukommen, aber das ist nur ein Notbehelf.
- Wenn weder die Magnete am Profoto A1 noch das Klettband an der Sobo halten, dann hilft …. Gaffer Tape.
Die Galerie
In der Galerie seht Ihr die Testfotos, die verwendeten Teile und auch das finale Produkt. Weiter eingefügt habe ich ein paar Fotos, die mit der kleinen 40cm-Aufsteckbox entstanden sind. Viel Spaß damit!














Browser-Strandgut
Die Ankündigung der Fstoppers Flashdisk. Elf Jahre ist es her. Die Zeit fliegt:
Die FStoppers zeigen “unmögliche Fotos”:
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http://www.fotopraxis.net , Tilo ~gallo~ Gockel, 13.04.2025
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