WORKSHOP: ULTRA PORTY V 2.1

Hallo zusammen, schön, dass Ihr da seid! Heute gibt es die Details zum Selbstbau-Porty, ein paar Messungen dazu und dann wie immer interessantes Browser-Strandgut. Viel Vergnügen!

!!! WARNUNG: Baut das nur nach, wenn Ihr Erfahrung mit Hochspannung habt. Die Zündspannung der Blitze ist gefährlich hoch !!!

ULTRAPORTY V 2.1

DIE MOTIVATION

Das ist einfach: Wer hätte nicht gerne einen kleinen Porty mit folgenden Eigenschaften:

  • Ultraportabel (kein externer Akkupack erforderlich)
  • Ultraleicht (das Gewicht entspricht zwei Aufsteckblitzen + Bracket)
  • Ultrapreiswert (100 Euro für die zwei Blitze + 40 Euro für den Bowens-Adapter)
  • Ultrakräftig (mit Beli gemessen: liegt nur –1,5 EV unter Jinbei FL-II 500 auf Max)
  • Ultraflexibel (Bowens-Bajonett, = Walimex-VC-Bajonett)

Eben!

Und alles, was man dafür tun muss, ist, die Blitzröhre der Aufsteckblitze hochzusetzen. Damit sind dann direkt drei Probleme auf einen Schlag gelöst: zum einen ist ein einzelner Aufsteckblitz tatsächlich oft etwas zu schwach, zum anderen tauchen die Aufstecker nicht weit genug in Standardbajonette /-lichtformer ein und zuletzt strahlen sie stark gebündelt ab, und können daher manche Lichtformerarten überhaupt nicht füllen.

TEILELISTE UND ZUSAMMENBAU

  1. >Aurora Flash Bracket, 39 Euro
  2. 2x DUNLOP 202 Pyrex Glass Slides oder zwei andere Glasröhrchen
  3. Paar Kabelstückchen, um die Blitzröhrenzuleitungen zu verlängern
  4. Paar Päckchen schwarzes und weißes >SUGRU
  5. Alu-Flachmaterial, 40 mm x 3 mm, für die gebogene hintere Aufnahme
  6. Chromfarbenes Tape, schwarzes Tape

Weitere Details finden sich auch bei der ersten Version des Selbstbau-Portys. Hier war der UltraPorty noch in einem >PAR-Reflektor eingesetzt. De facto funktioniert natürlich alles mit Bowens/Walimex-VC-Bajonett.

GALERIE

DIE MESSUNGEN

Für die Messungen habe ich zuerst den Jinbei FL-II 500 und dann den Ultraporty-Kopf in einem 50cm-Beautydish eingesetzt. Die Wahl ist auf den Beautydish gefallen, weil dieser Lichtformer am ehesten „gleichmachend“ ist. Da direkt vor der Lichtquelle ein völlig abblockender Reflektor sitzt, gelangt kein direktes Licht von der Lichtquelle zur Szene.

Gemessen habe ich mit einem Sekonic-Belichtungsmesser.

Messung Lichtformer / Blitz Ergebnis als volleBlende + Zehntelklicks(so sieht die Ausgabe des Sekonic aus) Ergebnis als einzelner Dezimalwert (Vorsicht, nichtlinear) Anmerkung
1 Beautydish + Jinbei FL-II 500 (400 Ws), auf Stufe 5 16 + 6/10 19,7
2 … auf Stufe 4 11 + 6/10 13,9
3 … auf Stufe 3 8,0 + 6/10 9,8
4 … auf Stufe 2 5,6 + 5/10 6,7
5 … auf Stufe 1 4,0 + 5/10 4,7 die Messung funktioniert!
6 Beautydish +1x YN-560,auf 105 mm; Blitz auf Maximalleistung 5,6 + 1/10 5,8 hier konnte der YN-560 optimal eintauchend montiert werden
7 … auf 24 mm 5,6 + 8/10 7,5
8 … auf 24 mm, und mit Streuscheibe 5,6 + 6/10 7,0
9 Beautydish +2x YN-560,auf 105 mm 5,6 + 9/10 7,7 zwei dieser Blitze können in dieses VC-Bajonett nicht optimal eintauchen
10 … auf 24 mm 8,0 + 4/10 9,2
11 … auf 24 mm, und mit Streuscheibe 5,6 + 9/10 7,7
12 Beautydish +1x YN-560,auf bare-bulb-Betrieb umgerüstet 8,0 + 2/10 8,6 hier taucht die Blitzröhre wieder optimal ein und füllt den Dish
13 Beautydish +2x YN-560,auf bare-bulb-Betrieb umgerüstet 11,0 + 1/10 11,7 auch hier tauchen die zwei Blitzröhren wieder optimal ein und füllen den Dish

Interpretation der Messergebnisse

Der leistungsfähige, portable Blitz mit 400 Ws, auf Maximalstärke, liefert fast zweieinhalb Blenden mehr Licht, als ein einzelner YN-560, der auf Bare-Bulb umoperiert wurde und damit nun endlich auch im Abstrahlverhalten vergleichbar ist. Dies deckt sich in guter Näherung auch mit den Energieangaben (400 Ws versus rund 60..70 Ws; der Übergang 400 Ws → 200 Ws → 100 Ws bedeutet zwei Blenden). Wenn man zwei dieser Bare-bulb-Blitze einsetzt, gewinnt man eine Blende – die Messreihe scheint also zu stimmen. Wenn man wie ich den Jinbei meist zwischen Stellung 3..4 betreibt, so kann man also mit zwei YN-560 auf bare-bulb hier bereits gleichziehen.

Mit zwei nicht umoperierten Blitzen gelangt man nur in einen Leistungsbereich, der dem Porty auf Stellung zwischen 2..3 entspricht. Der Grund ist erstens, dass die Blitze bei diesem Bajonett (Walimex VC, = Bowens) ohne bare-bulb-Tuning nicht ausreichend weit eintauchen können und zweitens ohne bare-Bulb-Umbau den Dish auch nicht optimal füllen können. Zwei auf voller Leistung sind damit kaum besser als ein einzelner, auf 24 mm, der dann allerdings einzeln auch weit eintauchen kann. Ob sich die Operation auf Bare-bulb lohnt, muss natürlich jeder Anwender selbst entscheiden. Die Vorteile sind, dass der Blitz tiefer in den Lichtformer eintauchen kann, diesen besser füllt, dass auch zwei Blitze parallel in ein Standard-Bajonett wie Bowens / Walimex VC noch gemeinsam ausreichend tief eintauchen können, und dass die Blitze nicht so rasch überhitzen.

Als erstes Ergebnis zeigt sich, dass Studioblitze und Aufstecker sehr wohl vergleichbar sind, wenn man denn für eine ähnliche Abstrahlcharakteristik bzw. für eine ähnlich gute Füllung des Lichtformers sorgt. Für den praktischen Einsatz könnte man sich weiterhin entsprechend der obigen Tabelle ein System vorstellen, bestehend aus einem Beautydish mit zwei Bare-bulb-Aufsteckblitzen, die jeweils von einem zusätzlichen externen Akkupack versorgt werden. Wenn man diese im Bereich viertel bis halber Leistung betreibt, so überhitzen die Blitze noch nicht zu schnell, aber mit der damit erzielbaren Lichtausbeute kann man tatsächlich in der Praxis bereits in vielen Situationen auch unter Tageslicht blitzen, auch mit einem lichtzehrenden Lichtformer wie einem Beautydish.

 

Und Bildbeispiele? erste Fotos mit der Maschine?

Da gibt es keine neuen, die Bilder sehen genauso aus, wie wenn der Jinbei-Blitzkopf drinsteckt, das hab ich ausprobiert. 🙂 Die letzten Jinbei-Fotos von den letzten Shootings wären also auch identisch mit dem UltraPorty möglich gewesen.

 

BROWSER-STRANDGUT

+++ Panos aus Filmen mit ICE +++ LEE-Filter-Mag +++ Portfolios +++ Displaylupe im Selbstbau +++

  • Und zum Abschluss noch ein kleines Bastelprojekt: Displaylupe im Selbstbau. Macht Spaß! 🙂

 

~gallo~, 09.05.2014

 

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3 Kommentare

  1. Andreas

    Wäre durchaus mal ein Versuch wert. Es müsste nur eine Alternative zu diesen mit Tape zusammen geflickten Blitzen geben. Das ist mir dann doch zu viel Improvisation.

  2. Hi Andreas, das ist das kleinste Problem! kannst die zwei Blitze nach dem erfolgreichen Anprobieren und Testen aller Teile einfach mit schwarzem SUGRU aneinanderkleben. Hält für immer, ist unsichtbar bzw gibt höchstens bei ausdringedem SUGRU eine mattschwarze dünne Wulst! VG Tilo

  3. Pingback: WORKSHOP: ULTRAPORTY | Fotopraxis.net

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