BOKEHRAMEN

Hallo zusammen, schön, dass Ihr das Fotopraxis-Blog besucht. Heute gibt es auf mehrfachen Wunsch einen Workshop zu Bokehramen, und danach wie immer spannendes Browser-Strandgut. Viel Spaß!

BOKEHRAMA-WORKSHOP

DIE MOTIVATION

Um was geht es in knappen Worten? Ganz einfach, es geht um den Wunsch nach einer möglichst geringen Schärfentiefe im Bild. Diese erzielt man bekanntermaßen mit langer Linse, offener Blende und kurzem Abstand zum Motiv. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

041

Herkömmliche einzelne Aufnahme

EXIF: 5DMkIII + 70-200 @ 200 mm und @f/2.8; 1/200 Sekunde, ISO 50, JPEG-Format, WB auf Blitz. Jinbei mit Beautydish.
Datum und Uhrzeit: 22.04.2014, 17:22 Uhr

Ort: Rosenhöhe Darmstadt.

Schonmal nicht unschick, aber auch nichts wirklich Besonderes bisher. Nun wünscht man sich aber auch noch, ein wenig mehr von der Landschaft zu sehen, sprich, einen größeren Bildwinkel einzufangen. Wenn man dafür den Motivabstand vergrößert, ist die schöne Unschärfe dahin. Wenn man aber einfach alles beibehält, und ein Panorama aufnimmt, dann sieht das so aus (2x Mausclick vergrößert):

Das Ergebnis

Panorama

Diese Art von Panoramen, die sog. Bokehramen, werden auch häufig mit Ryan Brenizer in Verbindung gebracht, und dann wird das Verfahren Brenizer’s Method genannt. Brenizer hat es zwar >nicht erfunden, aber immerhin bekannt gemacht und feingeschliffen, und daher soll ihm von mir aus gerne auch etwas Ruhm gegönnt werden.

Brenizer setzt das Verfahren eher so ein, dass er noch näher rangeht ans Motiv und dann auch das Model bereits aus mehreren Bildern zusammensetzt (hier ein >Beispiel). Der Lohn ist eine krassere Unschärfe, der Preis ist ein kleinerer Bildwinkel (was bei der Allee schade gewesen wäre). >Hier seht Ihr noch viele schicke weitere Beispiele.

DER ABLAUF SCHRITT FÜR SCHRITT

Unten seht Ihr nun die genauen Schritte im Detail, quasi als kompletten Durchlauf. Ein Klick auf eines der Bilder startet die Show.

NOCH ZWEI BEISPIELE

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LESSONS LEARNED

  1. Der Ablauf braucht kein Stativ und keinen Nodalpunktadapter, das bekommt >ICE schon hin. Allzu schludrig darf man aber auch nicht sein. Ein Pano habe ich vergeigt, weil ich mich beim Fotografieren zu sehr nach hinten bewegt habe. Eine einfache Lösung hierzu ist ein >Schnurstativ:

    Das habe ich schon ein paarmal nun benutzt und bin ziemlich begeistert. Das Stitchen gelingt danach viel besser!
  2. Man macht es dem Panoprogramm leichter, wenn man das Model nach den zwei, drei modelrelevanten Aufnahmen bittet, das Bild zu verlassen – mir kommt das nur immer so unhöflich vor. 🙂 Wenn ein Freund noch das Lichtstativ mitnimmt, umso besser, dann braucht man es später nicht rausstempeln.
  3. Klar, den Blitz braucht man nur für die Modelaufnahmen und eventuell noch für Aufnahmen von Bildbereichen, die blitzbeschienen sind. Dann kann man den Blitzsender abziehen oder ausschalten und das restliche Pano knipsen. Hierbei hat sich „mäanderförmiges“ Abfotografieren bewährt. Vorsicht: bei jedem Foto kurz pausieren, sonst wird es verwischt!
  4. Microsoft ICE ist unschlagbar. Die Fusion von 50 JPEG-Bildern braucht damit nur rund 2-3 Minuten, das ist Rekord! Außerdem ist ICE erstaunlich unkritisch und flickt auch bei schludrig aufgenommenen Bildern oft noch ein passables Ergebnis zusammen.
  5. Man fokussiert bei den Bildern quasi nur einmal und zwar auf die Augen. Danach soll genau dieser Fokus eingestellt bleiben — das gelingt am besten via Back Button Focus. Sonst vergisst man dauernd, die Linse wieder umzustellen (AF/MF).
  6. Gegenlicht ist toll für sowas. Ihr seht die Bokeh Bubbles im ersten Bild, das ist die Sonne durchs Laub. Das kommt einfach immer prima!

BROWSER-STRANDGUT

+++ Portfolios +++ Hochzeiten +++ Lachen / perfektes Timing +++ Bokeh +++ Kamerakind +++ Michael Zelbel +++ Dixie Dixon +++

  • Michael Zelbel: Interessantes Licht, braucht nur zwei Aufsteckblitze:
  • Dixie Dixon: Fashion-Fotografie:

~gallo~, 30.04.2014

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11 Kommentare

  1. Tobias Heyl

    Schön das mit dem Bokehrahmen, Danke für die ausführliche Erklärung. Hatte mich gleich beim ersten Ansehen schon auf den Herrn Brenizer gelenkt, auch wenn ich schon wusste, dass nicht er die Technik erfunden, aber doch wesentlich mitgeprägt hat. Egal – as usual klappt es nicht, die Foto-Links in der Newsletter-E-Mail direkt anzuklicken, dann aber über die Seite und den meist oben stehenden Link klappt’s dann doch. Ssssänks, totally in denglisch.

  2. Pingback: Browser Strandgut Fotografie Philipp Mikuletz

  3. Christine Kreß

    Also Tilo ganz ganz toll Deine Serie im Palmengarten und wie ich sehe geht das auch ohne Blitz 😉 und das finde ich gut so. Gruß

  4. Hi Christine, merci!
    aber was meinst Du, ohne Blitz?? Klar, ist das geblitzt, sonst würde das anders ausschauen …. Vllt schaust Du die Bildergalerie nochmal genauer an, da siehst Du einen Beautydish :-))= LG

  5. Pingback: WORKSHOP: BOKEHRAMEN, II | Fotopraxis.net

  6. Pingback: Natural Beauty images google imagesImagesWiki | ImagesWiki

  7. Pingback: WORKSHOP: GIRL ON A BENCH | Fotopraxis.net

  8. es kommt ja nicht oft vor, dass mir die Kinnlade runterfällt aber nach dem ersten Panorama das ich mit ICE gestiched habe, hat es laut gekracht. Wow, schier unglaublich. Wenn ich daran denke wieviele Stunden und Nerven ich verbrannt habe um mit Photoshop zu stitchen…

    Ehrlich gesagt habe ich nicht damit gerechnet gleich bei meinen ersten Bokehrama Versuchen irgend ein verwertbares Ergebnis zu erzielen. Es sind aber nahezu alle was geworden.

    Ich freu mich auf Heidelberg! Ich bin dabei im August!

  9. haha, ging mir genauso, Tobi! Da ärgert man sich jahrelang mit PS und hugin und ptgui und dann … KAWUMM. Ich habs ja schon gestoppt: Aus der Erinnerung: ICE unter zwei Minuten versus PS irgendwie 35 Minuten oder so ….

    Super, freut mich, dann lass uns mal in HD auch ein paar Bokehramen machen!! Schöne Grüße Tilo

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