Sony A7V – der etwas andere Test

Ihr Lieben, einige von Euch haben wie ich noch eine A7III und überlegen, auf die V umzusteigen. Aber 3.000 Euro sind natürlich eine Ansage. Liefert die neue Kamera ab? Seht hier, was sie kann!

A7V mit GM 24-70. Das Gespann liegt schon einmal gut in der Hand!

Ich hatte schon bei Calumet Düsseldorf eine A7V angefragt, aber die Aussage war, dass alle direkt zum Kunden gehen! Zu groß sei der Bedarf. Glücklicherweise hat dann aber Calumet Frankfurt doch eine zum Testen verfügbar gehabt. Wohlgemerkt nicht zum Leihen über mehrere Tage, sondern nur zum Testen für 30 Minuten. Aber immerhin.

Dank geht raus an Daniel Pöpping von Calumet Frankfurt.

Das Handling

Mein erster Eindruck, bevor ich die Kamera überhaupt eingeschaltet habe, war ein besseres Gefühl in der Hand. Der größere Griff hilft, das andere Auflagematerial auch. Der Fokus-Joystick ist nun ein breiter Fokusknopf, der auch tatsächlich besser funktioniert.

Das 4-Achsen-Tilt-Flip-Display kann man ausklappen, drehen und kippen, alles ist nun möglich. Daumen hoch!


Der Bildstabi (Wischer und Mitzieher)

Der Bildstabilisator ist viel besser geworden. Sony sagt, der Sprung reicht von 5 EV, die die A7III angeblich hatte über die 5,5 EV der A7IV auf nun sagenhafte 7,5 EV. Die genaue Angabe ist: 7,5 EV Bildmittel, 6,5 EV Rand.

Ich habe das getestet und konnte tatsächlich noch 1/4 Sekunde gut aus der Hand halten, bei 24 mm problemlos, mit ein paar Versuchen auch bei 50 und 70 mm. Das finde ich beachtlich und auch sehr hilfreich. Ich nutze es, um Verwischer aus der Hand zu produzieren, wenn ich zum Beispiel Passanten unkenntlich machen möchte.


Der Autofokus

Der Autofokus kann nun problemlos und auch recht stabil das Motiv tracken. Das ist in meinen Augen und für meine Fotografie ein großer Vorteil. Man setzt den Fokus einmal, hält AF-ON gedrückt, dann folgt der Fokus dem Motiv, auch wenn sich Motiv oder Kamera bewegen. Ich habe Euch das einmal mit dem Graffiti, mit vielen Bildern übereinander, versucht zu visualisieren. 🙂

Weiterhin ist der Fokuspunkt nun nicht mehr unsichtbar mittelgrau, sondern schwarzweiß. Man kann ihn nun wirklich auch vorm geglückten Fokussieren (dann wird er hellgrün) gut erkennen!


Der Augen-Autofokus

Der Augen-AF hat sich auch etwas verbessert und springt nun auch bei Portraits im Profil an. Das funktioniert nicht immer, aber besser als früher.

Hat man mehrere Menschen im Bild, kann man ihn mit dem normalen AF-Joyknopf schnell und komfortabel auf die Wunsch-Person setzen.


Die Bildqualität, die Raw-Verarbeitung

Ich würde subjektiv meinen, dass die Bildquali bei den nun 33 MP fast gleich ist wie bei der A7III mit 24 MP (wenn, dann nur geringfügig schlechter). Man kann auch schon auf den JPEGs weit pushen, bis Konfetti kommt. Für mich wären die 33 MP mit ein Grund, umzusteigen, weil ich dann öfters auch die APS-C-Crop-Funktion nutzen würde – der Sensor wird dann auf APS-C beschnitten und die Linsen wirken länger. So macht man zum Beispiel aus einem 50 1,2 im Nu ein wunderbares Portrait-Objektiv. Exakt beziffert beträgt der Crop-Faktor 1,52. Die III‘er landet dann bei nur noch 10 MP, bei der V‘er bleiben immerhin 14,3 MP über.

Das Raw-Format ist neu (Sony ARW 6.0, Stand 01.03.2026), so neu, dass weder LR noch ACR, noch IrfanView es lesen können. Das ist aber kein Problem, weil die hauseigene, kostenfreie Sony Imaging Edge Software es nach Update lesen kann.


Mein Fazit

Ich bin lange nicht mehr so technikaffin wie früher, aber der Test dieser Kamera hat richtig Spaß gemacht. Der so wichtige Autofokus hat einen großen Sprung nach vorne getan, Display, Sucher und Handling sind besser, vom Bildstabi gar nicht zu reden. Ich hatte, obwohl ich sie nicht für meinen Geschmack umkonfiguriert habe und alles im manuellen Modus fotografiert habe, kaum Ausschuss. Als Akku nutzt die Kamera noch immer den NP-FZ100-Akku, sodass Ihr, auch von der alten A7III kommend, Eure Ersatzakkus und den alten Lader weiter nutzen könnt. Es gibt auch Schattenseiten, aber wenige. Der Body hat 50 Gramm an Gewicht zugelegt. Der hochfiligrane Sony-Blitzschuh wird noch immer verbaut, da ist keine Besserung in Sicht (das hat mich schon einiges an Reparaturen gekostet). Und die Kamera ist mit 3.000 Euro kein Schnäppchen. Wenn ich sie Gespann kaufen würde, würde ich ihr statt dem Sony GMaster das Sigma 24-70 II zur Seite stellen und rund 1.000 Euro sparen (1.349 Euro versus 2.399 Euro).

Werde ich sie kaufen? Ja, fast sicher, allerdings erst im Herbst, wenn etwaige Kinderkrankheiten behoben sind und der Preis etwas runter ist. Die A7III werde ich aber auf jeden Fall behalten! 🙂


Die Bildergalerie

In der Bildergalerie seht Ihr meine paar Ergebnisse aus den 30 Minuten Testlauf zusammengefasst. Die drei Wischermenschen an der Fußgängerampel habe ich aus Spaß aus drei Bildern montiert, der Rest ist „as is“.

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