Workshop: Portrait-Linsen

~galllo~ 2011-10-16

// ja, ich schiebs mal bei Gelegenheit noch in die Workshop-Rubrik 🙂

Gestern im Kurs ist die Frage aufgekommen nach geeigneten Objektiven für Gesicht-, Kopf, Halb- und Ganzkörper-Porträts. Hier eine Auswahl und dann ein paar Dinge, die man beachten sollte.

Sehr gute, bezahlbare Linsen

  • Für Canon: Canon EF 85 mm f/1.8, ca. 400 Euro.
  • Für Canon: Canon EF 50 mm f/1.4 oder rf/1.8, 350 oder 100 Euro.
  • Für Nikon: AF Nikkor 85mm 1:1,8D, ca. 400 Euro
  • Für Nikon AF Nikkor 50mm 1:1,8G, ca. 200 Euro
  • Für alle: Sigma 50 mm f/1.4: 420 Euro
  • Für alle: Sigma 85 mm f/1.4: 840 Euro

Sehr gute, aber weniger gut bezahlbare Linsen

  • Für Canon: Canon EF 70-200L f/2.8 IS II, ca. 2.000 Euro
  • Für Canon: Canon EF 135L f/2.0, ca. 1.000 Euro
  • Für Canon: Canon EF 85L f/1.2, ca. 2.000 Euro
  • Für Canon: Canon EF 200L f/2.0, ca. 6.000 Euro
  • Für Nikon: AF Nikkor 85 f/1.4
  • Für Nikon: AF Nikkor 200 f/2.0

Tipps zur Verwendung der Linsen | Ich bestelle zu jeder Linse parallel auch die passende Gegenlichtblende, das schützt die Linse und verbessert die Bildqualität. Keine gute Idee sind UV- oder Skylight-Filter. UV-IR-Sperrfilter hat der Sensor schon intern vorgesetzt, die billigen Scherben, auch noch so weit vorne an der Linse verschlechtern die Qualität sehr. Einzige Ausnahme ist, wenn man bei Aufnahmen gegen die Sonne gezielt Flares und Überstrahlen einfangen möchte.

Die genannten Linsen passen allesamt für Crop- (DX-/APS-C-) und Vollformat. Die Linsen wirken am Crop ein wenig länger (gefühlt 1,6 mal länger in der Brennweite), das funktioniert nach meiner Erfahrung aber trotzdem prima – man muss eben mehr Abstand halten. Nur im Studio kanns mit den langen Linsen am Crop eng werden.

Wenn die Linse gekauft ist, dann steht zu allererst ein Test an, ob die Linse Front- oder Backfocus hat. Keine Angst, das kostet nichts und dauert nur 15 Minuten. Ein Testchart (von dem man eigentlich nur die vorletzte Seite braucht) gibt es hier: http://focustestchart.com/chart.html

Wenn die Linse nicht innerhalb +/-2 mm stimmt, dann kann man das bei manchen Kameras intern korrigieren, ich würde sie aber einfach zurückschicken. Freche Menschen bestellen sich bei Amazon direkt gleiche drei Exemplare, messen das beste raus und schicken den Rest retour – das geht hier besonders problemlos! (Vorsicht, nicht bei Drittanbietern, nur bei Amazon direkt).

Nun sollte man für die Zukunft noch nachschauen, wie gut die Linse bei welcher Blende ist. Offenblendig sind sie alle schlechter, als leicht abgeblendet – wieviel schlechter genau, darüber gibt bspw http://www.slrgear.com Aufschluss. Meistens fährt man gut, wenn man ein wenig abblendet: Linse f/1.4 auf 1.8, Linse f/2.8 auf 3.2, Linse f/1.2 auf 1.6 usw.

Anschließend, bevor es dann zum ersten Shooting geht, sollte man noch eine Autofokus-Testreihe machen, um zu schauen, ob man die Linse besser mittels Focus-and-Recomposing oder besser mit einem passenden AF-Sensor verwendet (offenblendig, möglichst nah ran):

Focus-and-Recomposing | Hier wird stets der mittlere AF-Sensor verwendet,  mit diesem fokussiert, dann Schärfenspeicherung betätigt (Auslöser halb drücken), und dann der Bildausschnitt gewählt.

GUT: Schnelle Methode / der mittlere AF-Sensor ist der empfindlichste, ist stets ein Kreuzsensor.
SCHLECHT: Das recomposing bedeutet einen leichten Winkelfehler, der Aufnahmeabstand ändert sich dadurch leicht.

AF-Sensorwahl | Hier wählt man einfach den passenden Sensor aus und setzt diesen dann aufs Auge des Models. Idealerweise dann ohne Recomposing.

GUT: Kein Winkelfehler
SCHLECHT: Aufwändig, geht nicht so gut bei Dämmerung, da die Rand-Sensoren weniger empfindlich sind.

Tipps zum Thema Bokeh | Und abschließend noch einige Tipps zum Thema Bokeh: so erzielt man die so begehrten unscharfen Hintergründe:

  1. Zoomlinsen auf maximale Telebrennweite stellen
  2. Blende weit öffnen bzw. nahe Offenblende stellen
  3. Hintergrund weit weg wählen (toll wirken Baumreihen, Arkaden usw.)
  4. Nah ran ans Model. Hierfür u.U. eine besonderes kompakte Model-Pose wählen, dann geht das besser.

 

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2 Kommentare

  1. Hallo Tilo,
    ich weiß ist schon ein uralter Blogbeitrag, aber trotzdem, was häls´t Du den von alten Linsen an neuen Kameras?
    Ich hatte vor kurzem das Glück ein Nikon 35-70mm AF-D günstig zu erwerben. Ich kann nur sagen ein Traum an meiner D700!
    Hast Du auch solche Erfahrungen gemacht oder bist Du immer auf der Jagd nach den „Neuen“ und hochgelobten Gläsern?

    Neugierig gefragt von Oliver Keller

  2. Hi Oliver, hmmm, nein, ich hab da bisher noch keine Erfahrungen mit alten Linsen gemacht´, nur mal durch Ausprobieren bei Freunden, und da schienen mir meine neuen Schätzchen schon wesentlich schärfer. Also im Moment (das kann sich aber auch rasch ändern) bin ich auf dem Trip, einfach immer die besten Canon-Linsen zu kaufen … notfalls halt ein bissel drauf zu sparen. Das sind dann sog. EXIT-Produkte 🙂 …. Bsp.: Jetzt wollte ich endlich mal an den Bereich 24-70 einen Haken dran machen. Nicht mehr drüber nachdenken, nicht mehr hadern, ob es doch was besseres gäbe. => EF 24-70 f/2.8 II. Das hat zwar finanziell echt weh getan, aber das hab ich jetzt 2x gemacht (70-200 noch, gute Festbrennweiten hatt ich eh) und jetzt ist Ruhe im Karton. Ich bin da irgendwie kein Gadget-/Ausrüstungsfreak, will lieber Ruhe haben. 🙂

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