Hallo Ihr Lieben. Gerade habe ich fürs Food-Blog ein paar Fotos retuschiert und dabei gedacht, dass das auch fürs Fotoblog interessant sein könnte. Enjoy!
Die Aufgabe
Wir wollen aus dem Ausgangsbild (ein JPG, direkt aus der Kamera) ein schönes Ergebnis zaubern. Wenn Ihr Euch den Vergleich anschaut, seht Ihr, wohin die Reise geht: Das Foto ist zu vorsichtig belichtet, die Farben haben einen Grünstich und sind zu gedeckt und die Eier sind verformt.


Es gibt Einiges zu tun, aber das sollte insgesamt in 15 Minuten machbar sein.
Der Ablauf und die Tricks
Seit ich die Sony A7III nutze, fotografiere ich fast nur noch im JPEG-Format, weil es mir bei dieser Kamera ausreichend Spielraum bietet. Ich lade mir die JPEG-Datei nach Photoshop, lege eine Ebenenkopie an und beginne, mithilfe des Filters Filter > Camera Raw zu editieren – Schatten aufhellen, Glanzlichter besänftigen, Kontraste einstellen, Farben anpassen. Heller mache ich das Bild nur über ein Anheben der Gradationskurve, nicht aber über den Belichtungsregler – so rette ich die fast weißen Details.
Dann komme ich zum Verflüssigen, das bei diesem Bild ein wenig intensiver ausfällt. Im Anschluss kommt die klassische Retusche mittels Stempeln und Ausbessern zum Zuge. Typische Opfer sind helle Flecken und kleine helle Punkte, die das Auge ungewollt anziehen.
Dann kommt auf einer Ebenenkopie ein Preset von VSCO zum Einsatz, das ich wieder per Filter > Camera Raw verwende. Die Ebenenkopie stelle ich auf eine geringe Deckkraft von rund 30%, sonst wird der Effekt zu extrem. Dieser Filter bringt auch gewollt etwas Korn ins Bild.
Der Dotter ist im Ausgangsbild zu grün, aber das ist mit dem Filter Farbton/Sättigung schnell repariert. Hier wähle ich mit der Pipette das Dottergelb aus und passe dann an.
Worauf ich beim Fotografieren bereits achte
Manche Dinge kann man in Photoshop anpassen, aber beileibe nicht alle. Ich bin penibel beim Licht, weil ich das später nur noch im Ausmaß (Schatten hochziehen, Gradation etc.), nicht aber in der Lichtrichtung ändern kann. Ich achte darauf, dass Schärfe, Schärfentiefe und Weißabgleich stimmen. Ich vermeide Verwackler und versuche, keine zu hohen ISO-Werte einzustellen. Schon Werte jenseits von ISO 640 oder 800 können Probleme machen und ein störendes „Flirren“ in den Details erzeugen.
Bei der Belichtung bin ich vorsichtig und belichte unter. Pushen kann man nachträglich noch leicht, aber Pullen ist auch bei der Sony kaum möglich – was weiß ist, bleibt weiß. Beim Foto der Tee-Eier waren die hellen Eier ausschlaggebend für die vorsichtige Belichtung.
Die Galerie
In der Galerie seht Ihr das Licht, das Ausgangsbild, den Ebenenstapel und das Ergebnis.






Weitere Beispiele
















–– http://www.fotopraxis.net, Tilo ~gallo~ Gockel, Februar 2024, revisited November 2025


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