Ihr Lieben, manchmal wollt Ihr Verwischer oder Langzeitbelichtungen aufnehmen, habt aber kein Stativ dabei? Dann hilft ein Taschenstativ, das Ihr samt Kamera an die Wand presst. Sehr hier die Version, die auch wirklich funktioniert – den BALL POD!

Die Aufgabe
Kein Mensch will immer ein großes Stativ dabei haben. Daher hat man die Bohnensäckchen und die Mini-Stative entwickelt. Die Idee dahinter ist, dass man diese Mini-Lösungen horizontal auf Objekten auflegt (auf dem Autofenster, dem Auto, Zaun, Schlagbaum …) oder auch vertikal an höheren Objekten mit der Hand anpresst (an die Wand, die Ampel, den Laternenmast …).
Der Ansatz klingt gut, bis man das wirklich einmal ausprobiert. Dann ist der Bohnensack viel zu labil, das Ministativ zu rutschig und zu sperrig und das Flexstativ zu flexibel. Alles wird unscharf. Was man eigentlich bräuchte, wäre ein starres Stativ mit universell aufsetzbaren Füßen mit viel Grip. Das könnte man dann auch auf winkligen Oberflächen oder an Kanten aufsetzen und anpressen.
Die Lösung
Drei Beine mit viel Grip auf winkligen Oberflächen? Das klingt nach größeren, gummibeschichteten Kugeln. Stativ und Kugeln müssen möglichst starr und wenig „knautschbar“ sein, weil aktuelle Kameras wie meine A7III Pixelmaße von gerademal 5×5 Mikrometern haben (zum Vergleich: unsere Haare sind rund 50 Mikrometer dick).
Man kann also keinesfalls die kugeligen Gummifüße komplett aus Gummi fertigen, weil dann die Konstruktion zu elastisch wird und sich beim Anpressen verformt. Ich habe für meine Lösung 30-mm-Buchenholzkugeln verwendet. Diese habe ich mit dem Dremel derart aufgebohrt, dass die Stativfüße des Manfrotto-PIXI-Ministativs gerade so eintauchen konnten. Im Anschluss habe ich die Kugeln mit SUGRU an die Stativfüße geklebt und dann für den Grip komplett mit einer dünnen Schicht SUGRU überzogen. Am Ende kann man die noch weiche SUGRU-Knete mit angefeuchteten Händen polieren und so finalisieren.

Das L-Bracket ist optional. Es hilft, die Kamera auf dem Aufsetz-Stativ wahlweise horizontal oder vertikal zu betreiben.
Die Teileliste, der Aufbau, die Tricks
| Anzahl | Artikel | ca.-Preis in € |
| 4–5 | Tütchen schwarzes SUGRU, über Amazon | ca. 8,00 |
| 3 | Holzkugel, Durchmesser 30 mm https://www.amazon.de/Rayher-6252500-Rohholz-Kugeln-Buchenholz-Holzkugeln/dp/B0054YGOUC | 2,29 |
| 1 | Manfrotto PIXI Ministativ, über Amazon https://www.amazon.de/Manfrotto-Tischstativ-spiegellose-Handgriff-MTPIXIMII-B/dp/B09GKLCP95/ | 21,49 |
| 1 | L-Bracket für die A7III, über Amazon: https://www.amazon.de/dp/B07PCRXXNV | 28,99 |
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Die Lösung funktioniert in meinen Augen erstaunlich gut, aber ein paar Details muss man wissen:
- man sollte den 2-Sekunden-Selbstauslöser und den Silent Shutter verwenden,
- man sollte nicht die Kamera anpressen, sondern nur das Stativ (sonst verlängert sich die labile Kette)
- man sollte mit konstantem und hohem Druck anpressen
- man sollte die Blende nicht zu eng wählen, sonst kommt man in die Beugung und die Fotos werden zu weich; eine gute Alternative ist ein ND-Filter, der dann auch Fotos mit Offenblende erlaubt,
- man sollte zur Sicherheit mehrere Aufnahmen machen.
Nach etwas Übung und Eingewöhnung sind dann nach meiner Erfahrung mindestens zwei, drei Sekunden möglich.
Die Galerie
In der Galerie findet Ihr die Fotoserie zur Entstehung sowie einige Testsituationen. Viel Spaß damit!






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