Ihr Lieben, habt Ihr auch manchmal mit langweiligen Szenen zu tun? Und Ihr könnt nichts verändern, außer das Licht? Dann setzt Ihr vielleicht auch farbiges Licht ein, um der Geschichte vor der Kamera Leben einzuhauchen. Heute beschreibe ich einmal, wie ich meine Profoto-A1x-Blitze mit Filtern ausstatte.

Farbige Filter
Farbfilter oder engl. Colored Gels vorm Blitz oder auch vorm Dauerlicht können helfen, Motive interessanter zu machen. Wenn Ihr hier einsteigen möchtet, dann empfehle ich für die ersten Versuche das Lee Filterheft, das sog. „Lee Swatchbook“, denn damit habt Ihr hunderte von Filtern buchstäblich in der Hand, samt einer Beschreibung hinter jedem Filter. Die Größe der Lee-Filter aus dem Swatchbook passt prima für Standard-Speedlights und für die Profoto-Aufstecker klebt man einfach zwei aneinander.

Welche Farben taugen? Das ist, wie so oft, Geschmackssache, aber ein paar Filter sind schon quasi Standard. Der verbreitetste Filter von Lee ist der Full Color Temperature Orange, der Full CTO. Varianten sind der Full CTS (für Straw, Stroh), der Half CTO usw. Diese Filter sollten in keiner Blitztasche fehlen, denn sie machen das Licht angenehm warm. De facto schieben sie Tageslicht in Richtung Glühwendellicht oder auch in Richtung des Lichts der untergehenden Sonne. Andere schöne Filterfarben habe ich mir teils vom Autumn-Kit der Firma Honl abgeschaut.
Hier seht Ihr eine prima Grundausstattung:
| Lee 204 Full CTO | der Klassiker, der das Licht sonniger macht |
| Lee 205 Half CTO | der Klassiker mit halber Wirkung; merke: zwei 205 übereinandergelegt, ergeben einen 204 |
| Lee 116 Medium Blue Green | sattes Blaugrün (=Honl Medium Blue-Green) |
| Lee 008 Dark Salmon | dunkles, intensives Rot (= Honl Dark Salmon) |
| Lee 156 Chocolate | schokoladiges, holziges Braun (= Honl Chocolate) |
| Lee 777 Rust | mahagonifarbenes Braun (= Honl Rust) |
| Lee 707 Ultimate Violet | krasses Violett (nicht im Honl-Set, aber einfach cool) |
Wenn Ihr das Lee-Swatchbook zur Hand habt, habt Ihr auch in zwei Minuten einen Farbfilter herausgerissen und für ein Standard-Speedlight modifiziert. Hier seht Ihr, wie das funktioniert. Für den A1 taugt der Bauvorschlag aber leider nicht, weil dessen Blitzkopf größer ist und rund ist.

Filter für den A1 – die DIY-Variante
Der erste Gedanke ist wohl, die Filterfolien einfach mit Tape vor den Filter zu kleben. Das funktioniert zwar, aber die Kleberückstände sind einfach unschön. Aber man kann auch relativ schnell eine sauberere Lösung basteln.
Die A1X/A10-Blitze werden mit einer Diffusorkalotte und mit einer Streuscheibe ausgeliefert. In meinen Augen ist das redundant. Ich behalte die Kalotte, schlachte die Streuscheibe und füge einen Farbfilter ein. Das hört sich einfach an, ist aber erst einmal kräftig in die Hose gegangen. Die Folien vertragen keinen Sekundenkleber, noch nicht mal die Dämpfe.
Die Prozedur:
- Der schwarz lackierte Metallring vorne ist nur aufgeklebt. Wenn man den Aufsatz von hinten mit einem Schraubenzieher hinter dem Streufilter aufhebelt, löst sich die Streuscheibe samt dem Metallring. Nun entfernt man den Streufilter und schneidet sich eine Filterfolie in gleicher Größe zu (der Streufilter dient dabei als Schablone).
- Die Filterfolie setzt man jetzt auf den Metallring (der noch immer Klebewirkung hat), setzt beides ins Plastikteil ein und verklebt. WICHTIG: nicht mit Sekundenkleber, sondern mit Tesa Vielzweckkleber.

Rechts: Intakter Filter dank Tesa Vielzweckkleber.
Filter für den A1 – die kommerzielle Variante
Die Selbstbauvariante funktioniert, aber sie liefert sie nur eine einzige Farbe, denn die Folie ist verklebt und damit nicht austauschbar. Nun gibt es von Profoto tatsächlich auch fertige Farbfiltersets für den A1, aber damit sind wir schnell über 200 € und dann fehlen auch noch die Wunschfarben. Zum Glück bietet Profoto auch einen universellen Filterhalter für die A-Reihe an: den Profoto Clic Gel Holder („Clic“ bedeutet immer: für die A-Produktreihe passend). Der Clic Gel Holder liegt zwar auch bei satten 89,00 €, aber dafür ist er universell. Er kommt mit einer Zuschnittsschablone aus Stahlblech und rastet die selbstgeschnittenen Folien sauber ein.

Jetzt ist der Weg zum eigenen Filter für kürzer.
Die Prozedur:
- Aus dem LeeSwatch den Wunschfilter heraussuchen, bspw. den Lee 116 „Medium Blue-Green“. Noch einen weiteren, sehr ähnlichen Filter heraussuchen, bspw. den Lee 729 „Scuba Blue“.
- Die zwei Filter mit Tesafilm zusammenkleben, die Schablone auflegen, und dann außenherum den Filter rund ausschneiden. Fertig. Merke: beim Auflegen hilft ein Stückchen doppelseitiges Tesaband „Fotostrip“ gegen das Verrutschen.

In der Galerie seht Ihr die Bilder zum Clic Holder sowie einige Ergebnisse mit gefiltertem Blitz. Viel Spaß damit!














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