SCHWERPUNKT SCHWARZWEISS

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Hallo miteinander, schön, dass Ihr hier vorbeischaut auf Fotopraxis.net. Heute geht es um das spannende Thema Schwarzweiß. Danach wie immer Browser-Strandgut und zwar dieses Mal auch zum Thema. Viel Spaß!

SCHWERPUNKT SCHWARZWEISS

UM WAS ES GEHT

Schwarzweißfotografie, oder, wie man denke ich korrekt in unserer digitalen Ära sagen müsste, Schwarzweiß-Umwandlung, erlebt gerade eine Renaissance. Die Wirkung kontrastreicher und monochromatischer Bilder ist ungebrochen, und so setzen auch Digitalfotografen auf diese Ausdrucksform.

Aber Schwarzweiß ist nicht gleich Schwarzweiß. Manchmal mag die Versuchung groß sein, eher misslungene Bilder durch eine Schwarzweiß-Umwandlung mit einem „arty“ Touch zu versehen, aber das funktioniert nicht. Nicht nur taugen misslungene Shots wohl selten für die SW-Konvertierung. Nein, auch gelungene Aufnahmen müssen bestimmte Eigenschaften mitbringen: Kontraste, ausgeprägte Formen und Linien, Texturen und eben ein Nicht-Angewiesensein auf Farbe. Architektur? Der Eiffelturm? Häuser in Manhattan? Da könnte SW passen. Ein Sonnenuntergang? Food? Eher weniger.

Unten seht Ihr ein paar Beispielaufnahmen, bei denen ich entschieden habe, dass SW passt, und dann folgt auch ein Beispiel-Workflow, wie ich Farbbilder umwandle.

EIN PAAR BEISPIELE

In der Galerie seht Ihr viele Beispiele zu SW-Bildern. Schnell erkennt man, denke ich, was die Bilder verbindet: Starke Kontraste und geometrische Formen beherrschen das Bild, und die Luminanz reicht von Tiefschwarz bis (fast) Reinweiß.

EINE BEISPIEL-SCHWARZWEISS-UMWANDLUNG

Nik Silverefex, die VSCO Film Packs, Radlab … ich nutze sie alle von Zeit zu Zeit. Aber eine SW-Umwandlung gelingt auch ohne diese Tools, weil Photoshop bereits leistungsfähige Bordwerkzeuge anbietet. Man muss dann aber ein wenig experimentieren, bis das Ergebnis stimmt! In den folgenden Schritten seht Ihr einen Workflow, den ich relativ häufig verwende.

Das Ausgangsbild ist das Tulpenbild aus der obigen Galerie. In Farbe hätte es keine Chance auf einen Platz in der italienischen Vogue-Bildergalerie, aber in Schwarzweiß ist nun nicht mehr der „laute“ Violett-Grün-Farbkontrast vorherrschend, sondern es geht nur noch um Licht und Schatten, um die Texturen und um Schärfe- und Unschärfe. Spannender! In den einzelnen Schritten könnt Ihr die Umwandlung vom ersten misslungenen Versuch bis zur ausgefeilten Version verfolgen.

Tulpen im Wohnzimmer, aufgenommen mit Bounce Flash (Blitz auf der Kamera, nach links geneigt). So schaut das Bild direkt aus der Kamera aus:

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Nun könnte man auf die Idee kommen, dieses Farbbild einfach per Entsättigung nach SW zu überführen. In Photoshop ist das das Tastaturkürzel Strg-Shift-U. Das Ergebnis ist aber leider viel zu langweilig:

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Besser gelingt die Umwandlung über zwei Einstellungsebenen Schwarzweiß (eine auf Weiches Licht, eine auf Normal). Ich probiere die Presets durch (Infrarot usw.), entscheide mich für einen und passe dann die Farbregler ein wenig an.

Am Ende steht noch eine Einstellungsebene Gradationskurven, ganz leicht abgesenkt, eine Ebenenzusammenfassung und das Hinzufügen von ein wenig Rauschen. Fertig!

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BROWSER-STRANDGUT

Heute auch hier: Schwerpunkt Schwarzweiß.

+++ Foto Forum Frankfurt +++ Portfolios +++ SW-Fotografie-Seminar +++ PHLearn +++

  • PHLearn: B&W Photography, I:
  • PHLearn: B&W Photography, II:

Tilo ~gallo~ Gockel, 18. Juni 2015

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6 Kommentare

  1. Sara

    Hallo Tilo,
    manchmal glaube ich, du kannst Gedanken lesen. Habe hier jetzt schon so viele nützliche Informationen gefunden, dass ich kaum noch Bücher dafür brauche. Habe vor Kurzem noch über S/W Bilder nachgedacht und siehe da – der Tilo macht nen Blogeintrag!
    Kann ich zu Hause ja wieder fleißig üben 😉
    Danke!

  2. elliz

    »Schwarzweißfotografie … erlebt gerade eine Renaissance.«
    Na ja, das kommt wohl auf die persönliche Wahrnehmung an. Aber angesichts der Tatsache, dass auch die vermeintlichen Farbfotos eigentlich Schwarzweißfotos sind, denen im Nachgang – erst in der Entwicklung der Bilder – Farbe nach Gusto der Ingenieure von den Filmen/digitalen Kameras hinzugefügt wurde, muss man wohl die Aussage schlicht als falsch bezeichnen. Insofern hat es in der Geschicht der Fotografie noch nie ein echtes Farbfoto gegeben.
    Es ist schon schräg, den Fotos erst Farbe hinzuzufügen, um dann diese wieder in SW zu wandeln. Mindestens genau so schräg ist, die Grauwertumsetzung auf Grund der zuvor erfundenen/erdachten/erschwindelten Farben zu steuern. Also eine wahre Orgie an Lügen. Und doch der Beweis, dass nicht jede Lüge schlecht sein muss. 🙂

  3. Sehr schöne Beispielfotos werden uns hier präsentiert.

    Ich selber bin der Schwarzweißfotografie, bzw. die Konvertierung ins Schwarzweiße absolut verfallen. Um die Aufnahmen die Farbe zu entziehen benutze ich NIK Silver Efex Pro, ist zwar schon etwas älter und in die Jahre gekommen, aber das Plugin macht mit immer noch sehr viel Spaß.

    Gruß, Andreas

    p.s.: Kleine Anmerkung: Wer diese, meist kitschigen Sonnenuntergänge nicht mehr sehen kann, sollte sie mal in monochrom konvertieren. Mir gefällt’s 😉

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