WORKSHOP: FLASH BOUNCING NEXT GENERATION

006b.jpgWhiskey “American Honey“, aufgenommen im Gegenlicht, mit dem Blitz auf der Kamera. Nicht ganz einfach, aber offensichtlich möglich.

Hallo zusammen, schön, dass Ihr hier vorbei schaut! Heute gibt es ein kleines Bastelprojekt, dass es in sich hat: Der Snoot-Projektor. Danach wie immer cooles Browserstrandgut, viel Vergnügen! 🙂

Flash Bouncing Next Generation
Backlight Bouncing mit dem Snoot-Projektor

Für mich gilt „Bouncing rulez!“, und wer das Tangents- oder das Fotopraxis-Blog verfolgt, der hat da vielleicht auch schon Blut geleckt. Aber herkömmliches Bouncing hat leider auch Grenzen. 😦

So ist es zwar relativ einfach möglich, ein schönes Seitenlicht zu erzeugen, aber wenn der Wunsch nach Gegenlicht oder anderem komplexeren Licht laut wird, dann wird es schwierig. Zwar kann man natürlich problemlos den On-Camera-Blitz auf eine Stelle hinter dem Motiv richten (eine Wand, einen Reflektor) und so Gegenlicht erzeugen, doch der interne Blitzreflektor streut so stark, dass man auch mit größeren Abschattern als dem Black Foamie Thing kaum verhindern kann, dass direktes Licht aufs Motiv trifft (siehe Galerie unten).

Je nach Winkel funktioniert zumindest auf kurze Distanz noch ein enger Snoot (zum Beispiel der >Zoot Snoot), aber auf weitere Distanz wird es knifflig. Was man dann für einen scharfen, engen Lichtkegel benötigt, das ist eine „abbildende Optik“, wie man sie von Bühnenscheinwerfern oder Multimedia-Beamern kennt.

 

DIE AUSRÜSTUNG

Auf der Suche nach einem kleinen, leichten, preiswerten Projektionsobjektiv mit großem Bildkreis bin ich auf Amazon fündig geworden. Beim Fundstück handelt es sich um einen >LED-Miniprojektor aus Fernost, der nur rund 50 Euro kostet, und dessen Linse von der Brennweite her und auch vom Bildkreis her prima passt (Brennweite 90 mm, Bildkreis immerhin so groß, dass ein LC-Display mit 6 cm Diagonale abgebildet werden kann). Nun fehlt nur noch eine Konstruktion, die die kleine Linse am Blitz im Abstand von rund 6 cm vor dem Blitz lichtdicht und stabil befestigt. Bei mir ist das ein >Zoot Snoot mit einem Stückchen Moosgummi von einem Mauspad und zwei >Klettbändern. Das hält wirklich bombenfest und man kann dennoch alles noch prima einstellen.

VOILA, fertig ist der neue, kleine und sehr leichte DIY Strobo Gobo!

Dieser sehr leichte Aufbau kann jetzt auch problemlos mit dem Blitz auf der Kamera verwendet werden. Ein erster Test zeigt, dass auch über eine weite Distanz die Projektion der Lichtquelle knackscharf ist – sehr viel schärfer, als vom Zoot Snoot allein.

DAS SETUP

Fürs Aufhängerfoto sitzt der Miniprojektor, bestehend aus Blitz, Snoot und Linse, auf der Kamera. Die Szene besteht aus einigen Gläsern im Hintergrund für schöne Bokeh Bubbles, der Whiskyflasche, den Whiskygläsern mit Eiswürfeln sowie dem Honiglöffel. Rechts steht eine Styroporplatte, die nun punktgenau und ohne Streulicht angeblitzt wird (übrigens funktioniert das auch Styroporplatte, man kann auch einfach so gegen die Ecke blitzen, … das sieht dann fast genauso aus).

DIE AUFNAHME

Für die Aufnahme stellt man den Blitz auf TTL, und dann die Kamera so ein, dass das Raumlicht unterdrückt wird. Hierfür stellt man die Belichtungszeit auf einen Wert nahe der Synchronisationszeit (bei mir 1/200 Sekunde). Die Blende wählt man aus gestalterischen Erwägungen so, dass die Schärfentiefe passt und die ISO-Einstellung wiederum so hoch wie nötig und so gering wie möglich. Viel ISO entlastet den Blitz, lässt aber irgendwann auch wieder das Raumlicht reinzwinkern.

EXIF- und Aufnahmedaten: Canon EOS 5D Mark III mit EF 24–70 f/2.8, auf f/3.5 und auf 70 mm; ISO 250, Belichtungszeit 1/160 Sekunde. Raw-Format. Auf der Kamera sitzt ein TTL-Blitz vom Typ Yongnuo YN-568C mit Projektions-Snoot.

DIE GALERIE

In der Galerie seht Ihr die Entstehung des Projektors als Daumenkino, nebst zwei Ergebnissen.

AUSBLICK: DAS SAHNEHÄUBCHEN

Klar, natürlich kann der kleine Selbstbauprojektor nicht nur Licht scharf projizieren, sondern auch Gobos oder Dias. Der große Vorteil gegenüber kommerziellen Gerätschaften wie dem Strobo Gobo ist nicht nur der viel günstigere Preis, sondern auch das sehr kleine Packmaß sowie das geringe Gewicht am Blitzkopf. Freut Euch also auf einen baldigen Beitrag zum Thema Musterprojektion mit dem Snoot-Projektor!

BROWSER-STRANDGUT

+++ Altering Sights +++ Flickr Favs +++ Gerd Ludwig +++ LED-Leuchte +++ 50-MP-Canon +++

 

  • Martin Krolop testet das Jinbei-LED-Licht:
  • Das Team von DigitalRevTV testet die neue 50-Megapixel-Canon:

 

Tilo ~gallo~ Gockel, 25.03.2015, http://www.fotopraxis.net

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8 Kommentare

  1. Stephan

    Wieder mal ein sehr schöner Beitrag von Dir, mit einer tollen Idee, wieder mal was Neues auszuprobieren – Danke.
    Im Abschnitt „Setup“ hat sich vermutlich der Fehlerteufel eingeschlichen: „… funktioniert das auch Styroporplatte …“, da fehlt was, wahrscheinlich ein „ohne“ ?

  2. Thomas Schwarze

    Hallo Tilo,

    einfach nur genial:-)
    Ich habe es gleich auch mal versucht…allerdings mit dunkler Schokolade als Beigabe zum Whisky. Es geht auch mit einem sehr engen Selbstbausnoot (vorne 3cm) noch leidlich.

    Ganz lieben Dank für Deine immer wieder erfrischenden Ideen:-)
    Thomas

    • Thomas Schwarze

      Hallo Tilo,
      es ist zwar eine Kopie Deiner Bildidee, aber ich über gerne erst einmal die grundsätzliche Vorgehensweise, bzw. den Aufabu. Und hier bin ich für meine Verhältnisse mit dem Ergebnis schon recht zufrieden.
      Ich habe mal einen Link zum Bild freigegeben…anders habe ich keine Idee, wie ich das Bild hier zeigen könnte.

      Hinten rechts ist eine weiße Regalseite…dort blitze ich mit einem sehr engen snoot d’rauf. Kamera (Pentax K3) auf manuell (Yongnuo 560II – also kein TTL) und Blitz auf 1/8 Leistung (Snoot schluckt heftig Licht)

      Ach so…Whisky ist hier Wasser mit ein paar Spritzern Maggi und die Eiswürfel sind aus Acryl…
      Schön finde ich die zarten Cyan-Farben an der Flasche – kommt wohl durch das Pressglas(?)
      Die Schokolade mußte ich ein wenig aufhellen…mit etwas Mühe und probieren hätte man sich vielleicht auch mit einem kleinen Aufheller helfen können.
      Ich hoffe, du bist zufrieden mit Deinem „Schüler“ 🙂

      liebe Grüße
      Thomas

  3. Thomas Schwarze

    …na das ist wohl hauptsächlich Dein Verdienst:)
    Seit ich Dein „Heim-Küchen-Risotto-Video“ gesehen habe bin ich für’s Blitzen begeistert!
    Die Möglichkeiten sind einfach gigantisch…fast jede Lichtstimmung bekommt man (mit ein paar Probefotos) hin…
    Ich freu mich jede Woche auf Deinen Blog-Beitrag:)

    liebe Grüße
    Thomas

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