SMARTPHONE (II): PRODUCT UND TABLETOP

Hallo zusammen. Die mehrteilige Serie zum Thema Produkt- und Tabletop-Fotografie mit dem Smartphone nimmt weiter ihren Lauf! Aber zur Entwarnung: Die Geschichte ist keinesfalls so angelegt, dass nur Nutzen daraus zieht, wenn man ein iPhone / HTC / Nokia / Sony verwendet. Die Techniken hinsichtlich Licht, Perspektive, Kamerakalibrierung und Retusche sind universell nutzbar.

Das iPhone soll hier nur als schlechtestmöglicher Bilderlieferant dienen (sorry, Steve), um zu zeigen, wie wenig Einfluss die Kamera hat.

Danach wie immer spannendes Browser-Strandgut. Viel Spaß! 🙂

SMARTPHONE (II): PRODUCT UND TABLETOP

Das kennt Ihr sicher auch: Man möchte ein schönes Produktfoto für eBay oder ähnlich machen, mit dem Handy, weils gerade zur Hand ist, und man wünscht sich so etwas (Mausklick vergrößert):

0000-good

 

Aber heraus kommt dann das hier:

0000-bad

Kein Problem, das lässt sich lösen. Die Kamera ist in beiden Fällen die gleiche (ein iPhone 4S), aber einige andere Details sind anders.

PROBLEME UND LÖSUNGEN

Was zuerst auffällt, ist, dass beim zweiten Foto die SCHÄRFE fehlt, weil das Bild aus der Hand aufgenommen und etwas verwackelt wurde. Das ist einfach zu lösen. Die Kamera kommt mittels eines preiswerten, universellen >Handyhalters auf ein Stativ und wird fernausgelöst. Beim iPhone funktioniert das über den Plus-Button der Kopfhörerleitung. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der nimmt den Selbstauslöser. Bei mir ist das Stativ ein >Manfrotto Magic Arm, aber ein Hama-Mini-Stativ funktioniert genauso.

Dann fällt auf, dass auch das LICHT im zweiten Falle schlecht ist. Das ist der interne LED-Blitz, und dieser liefert leider eher selten schöne Bilder. Ich schalte ihn aus, und nehme stattdessen zwei Halogen-Schreibtischlampen. Vor die Lampen setze ich >Leuchtkastenfolien vom Lieferanten Modulor (hier gibt es alle möglichen Größen der Folien).

Dann sieht man, dass beim schlechten Foto BELICHTUNGSZEIT, ISO und WEISSABGLEICH nicht optimal eingestellt sind. Das lässt sich lösen, braucht aber dann eine bessere App, die die manuelle Verstellung dieser Größen erlaubt. Fürs iPhone ist das die kostenpflichtige App >645 PRO Mk III (um die vier  Euro im Appstore). Ich habe übrigens im Modus ISO-Vorgabe fotografiert, den ISO-Wert zu 50 vorgegeben, und dann per Belichtungskompensation die Aufnahme rund 2/3 EV dunkler gestaltet, weil die Automatik das Bild zu hell gemacht hat.

Dann merkt man auch, dass die PERSPEKTIVE beim zweiten Schuss eine andere war. Eine weitere, breitere, die dicke Nasen macht (35 mm). Beim Aufhänger ist das offensichtlich besser gelöst (das sieht mehr wie 50 oder 60 mm aus). Wie funktioniert das?

Zur Erinnerung: Die Perspektive hängt nur vom Aufnahmestandort ab! Nah am Motiv = dicke Nase (dicke Uhr, in unserem Falle)! Also habe ich beim schickeren Foto einfach einen größeren Abstand gewählt und das Bild dann in Photoshop zugeschnitten. Hier seht Ihr anhand eines Würfels die Veränderung der Perspektive – von weitwinklig zum Tele-Look:

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Und dann fehlt nur die BEARBEITUNG: Wer genau hinschaut, der sieht, dass das Aufhängerfoto auch rauschfreier ist. Das kommt einmal von der Low-ISO-Einstellung, und dann auch dadurch, dass dies eine Dreifachaufnahme ist, gestackt in Photoshop, mittels Stapelmodus „Median“ (Ablauf unten in den Comments). Das mittelt das Rauschen raus. Ansonsten steht die übliche Produktretusche an.

Die Details seht Ihr unten in den Screenshots.

GALERIE

Anmerkung: Details zum Setup-Shot:

(1) zwei 50W-Halogen-Spots vom Bauhaus
(2) Leuchtkasten-Folie von >www.modulor.de
(3) Stativ >Manfrotto Magic Arm
(4) iPhone 4s, mit >645Pro-App und mit >Universal-Smartphone-Halterung
(5) iPhone-Kopfhörerkabel als Fernauslöser (über die Plus-Taste)

 

Und hier kommt nun auch noch für interessierte Blog-Leser ein >ARCHIV mit den drei verwendeten Ausgangsbildern.

Die Bilder sind als TIFFs mit der 645PRO-App aufgenommen und gespeichert, aber dann doch aus Platzgründen mittels Photoshop in Best-Quality-JPEGs umgewandelt. Ich sehe hier übrigens auch kaum einen Unterschied. 🙂

ALTERNATIVE VERSION

Und zur Abwechslung kommt hier noch eine alternative Version, mit Backlight. Making-of gibt es bei Interesse >HIER.Viel Spaß!

(Mausklick vergrößert)

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BROWSER-STRANDGUT

+++ Food +++ Ballett +++ Clinique-Look +++ Schmuck +++ Trigger Trap +++

  • Joshua Lawrence: watch photography on a budget:
  • Alex Koloskov: Jewelry Photography with a white dome:

Tilo ~gallo~ Gockel, 13.11.2014

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7 Kommentare

  1. hmmm, sorry, Kim, ich habs nochmal gecheckt, Du hast natürlich recht, ich komme auf 3,59 Euro oder so.
    Habs oben korrigiert, entschuldige nochmal die Missinformation,
    btw.: die App ists aber wert!!

  2. Hi Martin,
    klaro, der Ablauf kommt unten, schöne Grüße Tilo

    Wenn man Probleme mit Rauschen hat, dann kann ein Trick sein, einfach viele Fotos (sagen wir so 5 bis max 20 oder so) der gleichen Szene aufzunehmen (mit Stativ). Das Rauchen mittelt man dann über die Bilder folgendermaßen heraus:

    Zuerst werden die Bilder alle nach Photoshop in einen Stapel geladen per Datei > Skripten > Dateien in Stapel laden. Ob man [x] ausrichten lässt, muss man von Fall zu Fall sinnvoll entscheiden — nur Ihr wisst, ob Ihr ans Stativ gestoßen seid. 🙂

    Dann geht es weiter:
    1. Alle Ebenen markieren
    2. Ebene > Smartobjekte > in Smartobjekt konvertieren
    3. Ebene > Smartobjekte > Stapelmodus > Median

    „Arithmetisches Mittel“ geht auch …

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