DENGLISH FOR RUNNAWAYS

+++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++ HOT +++

Ihr wisst, normalerweise ist hier werbefreie Zone, aber die zwei hier kann ich empfehlen. Timo Raab und Laura Helena. Können was!!!

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Having this said … hallo nochmal, und schön, dass Ihr hier vorbeischaut! Heute mal kein Shooting, sondern eine freche Glosse, aber mit ein bisschen Hintergrund in Sachen Licht usw. Danach, wie immer, Browser-Strandgut. Viel Vergnügen!

TOO MUCH DENGLISH?

Vor ein paar Tagen hat mich die E-Mail eines Blog-Lesers erreicht – nennen wir ihn einmal Horst –, der Folgendes schreibt:

„Nach einem Einblick auf diese Website gab es für mich nur eines: ABSCHALTEN. Ich dachte, ich sei in Amerika, weil ich nur Anglizismen las.“ (… hier folgen die Beispiele …). „Das soll wohl eine Art von Weltmännigkeit sein?!?!?!? Nein danke! Es gibt bessere Webseiten!“

british dog  banner(c) Brosch/Fotolia

Starker Tobak also! Bessere Websites, klar, das kann kann sein, nach dem Gesetz der Großen Zahl nicht unwahrscheinlich, und ich kenne auch nicht alle. Blöd ist aber für Horst, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass diese Websites dann komplett auf Englisch sind. 🙂 Aber halt, ich sollte doch zuerst einmal ohne Häme selbstkritisch überlegen, ob da was dran sein könnte, und ob ich vielleicht wirklich zu viele Anglizismen verwende. Schauen wir einfach ein paar Beispiele aus dem Blog an:

Das Shooting

Ja, das ist schon das erste Problem, das gebe ich zu. Der korrekte englische Ausdruck lautet „The Shoot“. Wenn der Amerikaner Shooting hört, dann hört er schon die Kugeln pfeifen. So. Nun ist also das Shooting wie auch schon das Handy ein deutsches Wort, genauer ein Lehnwort, und noch genauer eine Scheinentlehnung. Also im Grunde urdeutsch.

1:0 für mich!

Übrigens, Hotte, ist Fotografie auch ein Lehnwort, und zwar aus dem Griechischen. Und hier so etwas wie Lichtbildnerei oder so zu verwenden, das macht ja auch keinen Sinn.

Der StrobistTM

Ohjeh, was soll ich sagen. Ja, das ist ein amerikanisches Wort, und einer dieser Amerikaner, David Hobby, hat es sich sogar schützen lassen (daher das TM). Horst, ich würde hier gerne einen anderen Begriff verwenden, aber es gibt keinen. Das ist wie mit Namen aus dem Indianischen. „Der mit dem Wolf tanzt“. Oder hier: „Der mit dem Systemblitz fotografiert, und diesen dabei von der Kamera entfesselt betreibt, typischerweise über Funk“. Das ist zu lang. Not nice! Trivia am Rande: Das Entfesseln eines Blitzes funktioniert aber offensichtlich sehr gut im Deutschen. Das ist im Englischen nicht ganz so schön zu lösen (tethered? RF-coupled? RF-triggered, off-camera flash?). Ich würde für StrobistTM, da das Deutsche einfach keine Alternative bietet, wieder einen Punkt für mich verbuchen wollen:

2:0

Das Kicker Light

Hmmm, knifflig, vielleicht könnte die Entsprechung das Kantenlicht sein? Nein, falsch, das wäre das Rim Light. Verflixt. Wieder keine Entsprechung im Deutschen, sorry:

3:0

Das Double Kicker Light

Das ist ein hypothetischer Begriff, den ich sicher nicht verwendet habe, weil er so nicht existiert und auch wirklich nur sehr selten benutzt wird. Endlich kann hier mal das Deutsche punkten mit dem wunderbar eleganten und kurzen Zangenlicht. Es hat meines Wissens keine direkte Entsprechung im Englischen.:

3:1

Und um Unkenrufen vorzubeugen: Nein, Clamshell Lighting ist fast immer vertikal aufgebaut. Wer kreativ ist, der könnte sich nun daraus aber eine vage deutsche Entsprechung des Kicker Lights stricken: Einseitige Zange! Sorry, Spaß, das versteht natürlich auch kein Mensch! Wo wir schon dabei sind: Clamshell Light: Vielleicht vertikale Zange? Versteht auch kein Mensch (hör ich da Muschellicht? Also Leute, bitte…! Contenance!). Die Runde geht an mich:

4:1

2nd Curtain Sync

Doch, das geht auch gut im Deutschen: Sync (= kurz für Synchronisation, nicht für Synchronization) auf den zweiten Vorhang. Ähnlich kurz, gut zu verstehen. Asche auf mein Haupt:

4:2

Bokeh

Ups, sorry, ist nur so reingerutscht, das ist Japanisch. Hat aber übrigens auch keine elegante Entsprechung im Deutschen (schönes Bokeh = hohe Qualität der Unschärfe … oder zumindest so ähnlich). Btw.: „Bokeh Bubbles“? Hm, ok, Zerstreuungskreise? Nein, zu technisch, ich bleib lieber bei den sympathischen Bubbles. Das geht aber nicht in die Wertung ein.

Rimlight

Der Punkt geht an Hotte, ganz klar. Da gibt es wirklich nun mal das Kantenlicht. Ähnlich kurz, genauso prägnant, genauso gut eingeführt.

4:3

Tethered Shooting

Ah, das Shooting hatten wir schon, das konnte ich denke ich für mich entscheiden. Aber Tethered? Gemeint ist das Fotografieren mit direkter Notebook-Ankopplung, per USB-Kabel, Patchkabel oder auch per WLAN. Zu lang, oder? Und eine direkte deutsche Entsprechung wäre mit nicht bekannt:

5:3

American Night

Whew, schwierig. Geprägt wurde der Begriff von Truffaut, durch seinen Film „La Nuit américaine“. Und diesen Film und die dort verwandte Technik gab es auch in Deutschland: „Die Amerikanische Nacht“. Das Ungeschickte ist nun aber, dass kein StrobistTM (siehe oben), auch kein deutschstämmiger, was mit dem Begriff anfangen kann. Und wenn man anfängt zu erklären: „.. das ist, wenn man das Umgebungslicht unterbelichtet bla“, dann merkt man, dass eben das Wort fehlt! Sagen wir, um des lieben Friedens willen, dass der Punkt an Hotte geht:

5:4

Dragging the Shutter

Das gibt es nicht im Deutschen, Horst, sorry. Das müsste man wieder umständlich umschreiben: „Eine Technik, bei der die Verschlusszeit bei Blitzeinsatz, und entsprechend ohne zwingende Notwendigkeit verlängert (to drag: verschleppen) wird, um für den Hintergrund mehr Umgebungslicht ins Bild zu holen.“ Den Punkt sehe ich ganz klar bei mir:

6:4

Damit wären dann auch sechs Aufschlagspiele gewonnen, und ich breche ab. Ich erspare Euch also eine genauere Untersuchung der (sperrigen) Alternativen zu Butterfly Light, Gang Light und Konsorten. Der Sieg war knapp, aber nicht unverdient. Jetzt könntet Ihr sagen: Klar, Gallo, knapp gewonnen, aber stell doch mal zumindest bei Deinen Verfehlungen um auf 100%-iges Deutsch, das wäre doch dann viel schöner, und alles wäre viel besser lesbar?

Das stimmt! Aber wer nun beispielsweise einmal etwas über Kantenlicht wissen will, der findet sehr viel mehr Information bei einer Google-Suche nach Rimlight. Google Fight liefert 23.700 Treffer versus 797 Treffern für Kantenlicht. Kein normaler Mensch wird sich 22.903 eventuell wertvollen Quellen verschließen, nur weil diese auf Englisch abgefasst sind, oder sehe ich das falsch??

In der Summe ist die Lage wie so oft hoffnungslos, aber so richtig ernst ist sie nicht. 🙂

NERVIGE FONTS

Ihr habt Probleme mit zu anhänglichen Fonts unter Windows? Die Fonts lassen sich nicht löschen? Windows behauptet: Die Schrift kaann nicht gelöscht werden, da sie bereits verwendet wird? Sie bringen vielleicht sogar Photoshop zum Absturz? Das nervt!

Hier mal der Trick, mit dem ich nach einigen Versuchen das Problem lösen konnte. Geht mit Admin-Rechten in die Konsole: Alle Programme > Zubehör > Eingabeaufforderung, rechte Maustaste drauf, „ausführen als admin“. Legt dann zuerst ein Backup an, benennt den Font um, und *dann* könnt Ihr ihn löschen:

cmd
cd c:\windows
md FontSik
cd FontSik
xcopy c:\windows\fonts\*.*
cd c:\windows\fonts
ren "Shit Happens trial d_.otf" loeschmich
attrib loeschmich -S -R -H

Jetzt in den Schriftenmanager wechseln, dort nach dem ursprünglichen Namen suchen, „Shit happens …“, dann rechte Maustaste, löschen. Weg ist er endlich!!

Nachher hat man einige Dateien, loeschmich, loeschmich2, loeschmich3 usw., die kann man dann auch nach einem Reboot löschen.

BROWSER-STRANDGUT

+++ Robert Harrington +++ Rick Sammon +++ Zack Arias +++ Menschwerk +++

  • Robert Harrington: Success Using Strobelight:
  • Robert Harrington: Off-camera flash:
  • Robert Harrington: What’s in Your Bag?: Traveling Light on Assignment with Model Shoot:
  • Robert Harrington: One Speedlite, multiple Looks:
  • Last but not least: Wer hier im Umfeld Frankfurt, Aschaffenburg lebt, der sollte sich auf jeden Fall einmal folgendes eintragen 09.–11. Mai 2014, Menschwerk-Kunstausstellung, im ICO Obernburg:
    http://www.menschwerk.info/

~gallo~, 24.04.2014

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7 Kommentare

  1. Florian

    Also Anglizismen hin oder her – ist mir total wumpe. Viel interessanter fände ich jedoch eine Aufzählung der Seiten, die besser sein sollen als dein überaus interessanter und informativer Blog. Wüsste da jetzt gar nicht so spontan…

  2. Grimmaldi Stefanidis

    Der ermittelte Punktestand zu den Anglizismen geht ja für sich betrachtet in Ordnung. Aber die Schlussfolgerung, aufgrund der höheren Suchmaschinentreffer zu den englischen Wörtern zu tendieren, bitte ich doch einmal gründlich zu überdenken. Denn zu wirklich allen (technischen) Zusammenhängen gibt es in englischer Sprache mehr Treffer in google und co. Es gibt nun einmal mehr Englisch- als Deutschsprecher „worldwide“. Für dieses Argument würde ich Dir dann wieder alle Punkte entziehen wollen, denn es gewichtet sehr schwer „negative“. Wenn Du so denkst, dann müsstest Du konsequent alles auf Englisch schreiben und .. wieso schreibe ich/schreiben wir dann überhaupt noch deutsch? „Nobody can find us then.“ 😦

    Argumentativ ist also Horst der Gewinner: Bitte so wenig Anglizismen wie möglich und so viel wie nötig – ist doch relativ klar. Und … nein… die Suchmaschinen mit ihren besseren Ergebnissen bei englischsprachigen Wörtern sollten uns nicht beeinflussen, wenn wir eine deutsche Internetseite verfassen.

    Aber sympathisch geschrieben find ich`s trotzdem auch, muss ja nicht jeder meine und Horst´s Meinung teilen

    Viele regards von Grimmaldi

  3. Merci für den Comment, Grimmaldi,
    hmmm, komplett auf Englisch? So gut ist mein Englisch nicht. 😦 Und wenn es so gut wäre, würde ich zu viele deutsche Blogleser verlieren, das würde ich nicht wollen. Ich seh das so: Wenn jemand in den USA was erfindet, dann gibt er dem Kind einen englischen Namen. Und ich verwende den dann einfach und gut ist. Also ich schreibe lieber und besser auf Deutsch, verwende aber die Terminologie auch gerne aus dem Ursprungserfinderland. Wenn die Deutschen was erfunden haben, dann bleib ich da auch dabei (Messsucherkamera), aber die Amis erfinden mehr und prägen dahier auch mehr Begriffe :-/ Meine Meinung …

  4. Grimmaldi Stefanidis

    Hallo Vicco,

    nein, nicht komplett auf englisch, auf gar keinen Fall ! Alles ist bestens hier auf Deiner Seite, so wie es ist !!! – But, nobody/nothing is perfect, that`s all.

    Ja, alles klar, das sehe ich ja auch so…wenn er was erfindet. Aber jetzt mal ernsthaft, wo sprechen wir denn von realen Erfindungen? Für eine Erfindung reicht man ein Patent ein, ansonsten ist es eine Namensschöpfung oder sonst etwas. Manche Namensschöpfungen haben sich ja auch etabliert, deutsch ist eine lebendige Sprache und irgendwann werden sie ins Duden übernommen.

    Mit Fachbegriffen, und darum geht es hier wohl eher, meine ich, ist das aber anders. Was z. B. die Lichtsetzung anbelangt, gibt es fast alles auf deutsch. Technische Neuerungen hingegen kommen oft aus nicht deutschen Landen, das ist auch klar. Die Frage sollte also lauten: gibt es einen geschmeidigen, gut lesbaren Begriff auch auf deutsch, dann sollte ich ihn benutzen. Gibt es ihn auch auf englisch und ist dieser eventuell sogar geläufig, dann schreibe ich ihn in Klammern dahinter. Oder liege ich da falsch? Ich möchte jetzt aber keine Vorschriften machen, ich meine nur, dass es allgemein so gehalten wird. Und daher kommt wohl Klage von „Horst“.

    Ist es denn nicht viel öfters so, dass Anglizismen gerne benutzt werden, um eine vermeintliche Fachkompetenz zu suggerieren? Und wenn der andere das Wort nicht kennt, dann übersetzt man das auch gnädig ins deutsche oder der Leser muss nachblättern (in Google). Und so schafft man vermeintliches Know-How?

    Du weißt aber natürlich nicht, wem was geläufig ist, logo. Mich würde es freuen, wenn Du einfach den deutschen Begriff benutzt (solange es ihn unverkrüppelt gibt, siehe Deine eigene Punktewertung) und den eventuellen Fachbegriff in Klammern schreibst. Dann kapiert es jeder (und darum geht es doch hier eigentlich, wenn ich das richtig verstehe), Du machst es (fast) jedem recht, Du erreichst trotzdem Deine englischsprachigen Googlesucher, wir Leser sind alle glücklich und dürfen Deutschsprachler bleiben, die auch mal gerne englisch sprechen. Und dabei immer schön die Kirche im Dorf lassen, auch nichts mit dem Deutschen übertreiben, auch das will (fast) keiner.

    Alles ist gut, einen freundlichen Gruß von
    Grimmaldi

  5. Ludwig

    „Dragging the Shutter“ hieß doch früher auf deutsch gerne mal „Langzeit-Synchro“ und ist gar nicht so neu. Ist sogar ein Wort weniger 😉 Ansonsten stimme ich dir zu, dass viele Begriffe auf Englisch 1. deutlich prägnanter/kürzer sind und 2. tatsächlich auch bei deutschsprachigen Fotografen oft in der Tat verbreiteter sind als ihre deutschen Übersetzungen.

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