NEWS! WEINBRECHT-REFLEKTOR; ESSAY ZUM THEMA BILDKRITIK; GPP-SHOOT-OUT

Hallo, schön dass Ihr da seid! Es gibt wieder News und zwar hoffentlich auch spannende. Heute ein Special zum Weinbrecht-Reflektor und ein paar Überlegungen zum Thema Bildkritik. Danach wie immer Browser-Strandgut vom Feinsten und zwar auch mit dem Film vom Gulf Photo Plus Shootout! Ein Leckerbissen, viel Spaß! 🙂

DER WEINBRECHT-REFLEKTOR

Der kleine >Weinbrecht-Reflektor – ein kleiner schwenkbarer Spiegel, der am Blitzsteckschuh befestigt wird – lenkt den internen Kamerablitz nach gusto um und ermöglicht Euch so auch dessen Nutzung zum Bouncen! Ich finde: Eine coole Idee, die auch noch sehr sauber und erschwinglich realisiert ist. Normalerweise wird man den Reflektor mit einer SLR wie der 600D verwenden, aber auch mit einer Kompakten mit Blitzschuh funktioniert das Zusammenspiel.

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In den Bildern seht Ihr das Spiegelmodul auf einer Canon „Edelkompakten“ G10, und damit habe ich auch die Armbanduhr geschossen.

Was ist nun damit möglich und was ist zu beachten? Eines gleich vorneweg: Für die Verwendung des Reflektors sollte man ein kleines bisschen Zeit mitbringen. Wenn Ihr über die Wand mit einem Aufsteckblitz bounct, dann müsst Ihr einen Winkel einstellen. Wenn Ihr über die Wand mit dem Reflektor bounct, dann müsst Ihr zwei Winkel einstellen – die optimale Justage braucht mindestens anfangs ein bisschen Geduld und Übung.

Was noch? Die internen (Aufklapp)-Blitze haben nicht unendlich viel Leistung. Ihr könnt dem Problem aber begegnen, indem Ihr den ISO-Wert hochschraubt.

Und nun noch ein paar Details zur Technik: Also meine Canon G10 reagiert echt komisch … da kann der Reflektor aber nichts für. Normalerweise verwende ich Bouncing so, dass ich die Kam auf M stelle und den Blitz dazuschalte, der dann als anständiger TTL-Blitz alles wieder automatisch richtig erleuchtet und belichtet. Bei der G10 scheint es aber so zu sein, dass der Blitz im M-Modus auch nur manuell funktioniert. 😦 Egal, muss man halt dann manuell einstellen.

Weiterhin ist es bei Canon so (im Gegensatz zu Nikon), dass die Blitzschuhe kleine Mikroschalter eingebaut haben. Wenn solch ein „Belegtschalter“ gedrückt wird, dann löst der Blitz nicht mehr aus. Der Weinbrecht-Reflektor umgeht dieses Problem durch eine besonders schlanke Ausführung der Steckhalterung, aber wenn es doch einmal Probleme gibt, dann kann man den Blitzschuhhalter auch einfach ein paar Millimeter herausziehen. Was noch? Die goldene Seite scheint mir zu warm, ich bleibe lieber bei der silbernen, aber ansonsten hab ich keine Kritikpunkte. Ich finde das Teil prima – fünf Sterne!

Wem der Reflektor gefällt und wer so etwas auch vielleicht vertreiben möchte: Heiko Weinbrecht sucht noch Distributoren. Einfach kurze E-Mail an: weinbrecht-reflektoren at gmx pkt de.

KREATIVITÄT UND BILDKRITIK

Vor ein paar Tagen habe ich das kostenfreie >ebook von Olivia Bell studiert und fand besonders ihre Meinung zum Thema Kritik und ihre Art, damit umzugehen, interessant! Es geht um unfreundliche Kritik, aber auch um konstruktive Kritik und Selbstkritik. Die meisten Menschen würden wohl sagen, dass Kritik wichtig ist, aber Olivia löscht kritische Comments sofort und verbietet sich auch Selbstkritik (soweit das eben möglich ist). Diese Zero-Tolerance-Politik erscheint erst einmal arrogant, aber bei näherem Hinsehen ist genau das Gegenteil der Fall.

Kreativität ist ein zartes Pflänzchen, und ich denke ganz ehrlich, dass die Gefahr groß ist, durch fehlende Motivation und durch demotivierende Worte vielversprechende Werdegänge quasi „einzufrieren“. Und diese Kritiken können auch konstruktiv, positiv und helfen wollend daher kommen. Ein paar Beispiele aus Olivias und aus meinem reichhaltigen Kritikfundus:

“You shoot nice photos, but now is the time to step out of your comfort zone!!”

„Hm, gefällt mir ganz gut, nur den Sicherungskasten im Hintergrund und den Kondolenzrahmen hätte ich jetzt nicht gebraucht.“

„Eigentlich schönes Bild, aber ich würde es anders croppen!“

„Sehr ansprechend, obwohl ich persönlich diese Pose nicht mag, da es für mich den Anschein hat, das Model müsste aufs Klo.“

„Nice shot, but why so blurry?“

„Nettes Bild, aber den Schriftzug find ich total umpassend.“

„Das hier finde ich von der Lichtwirkung am Besten aus der Serie, schade dass das Model hier so ein verdrücktes Gesicht macht.“

Wie geht man als ‚Kreativer im Werden‘ damit um? Sollte man auf alle Kritik hören? Alles sofort einbauen in zukünftige Fotos? Zu Kreuze kriechen? Weiß man denn eigentlich, wer diese Kritiker sind? Sind sie kompetent und wohlmeinend und vor allem: Befinden sie sich in der gleichen „Bildwelt“? Schwierig! Also eines kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Es wäre unmöglich, alle Anregungen und Kritikpunkte in zukünftige Shots einzubauen, schon allein, weil sie sich oft auch widersprechen, besonders, wenn Ihr auf mehreren Medien unterwegs seid (Flickr, Facebook, 500px, foto-community, Model-Kartei …).

Olivia hat noch einen interessanten Satz gesagt: „I ended up discovering, many people put their dreams of their own photography through me, so if I did not take what they felt I should take (what they really wanted to take themselves), then I got back feedback…“

Ich kann Olivia gut verstehen, bin aber auch an Kritik schon gewachsen. Ich weiß noch gut, als vor rund drei Jahren Khalid, ein Flickr-Kontakt, regelmäßig bei fast jedem Foto geunkt hat wie oben „Nice shot, but why so blurry??“. Nach einigen dieser Comments wusste ich dann irgendwann ALLES darüber, wie man knackscharfe Bilder macht! 🙂 Ob es mir immer gelingt, sei dahingestellt. 🙂

Und was meint Ihr zu der Geschichte und zu Kritik im Allgemeinen?

BROWSER-STRANDGUT

+++ GPP-Shootout +++ Model-Kartei-TV +++ On-Location-Flash +++ Photoshop-Tricks +++ DNG +++

~gallo~ 4/2013

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3 Kommentare

  1. Ja, ja, die Bildkritik. Immer wieder ein Feld, wo sich viele Leute mit noch mehr Meinungen tummeln 😉 Viele der oben zitierten Kommentare könnte ich auch 1 zu 1 wiedergeben. Zu diesem Thema habe ich mich auch schon einmal ausgelassen (bzw. etwas zusammengeklaut). Bei Interesse hier klicken: http://wp.me/p1Gj3z-nt
    Gruß
    Michael

  2. Hi Michael,
    das find ich cool, auch die „International Guidelines for Photocomments“!! 🙂
    Es ist und bleibt schwierig, wie man mit Kritik umgeht. Also ich schau mir (wenn ich die Zeit und Muße habe) erstmal die eigenen Bilder des Posters an und bewerte dann die Relevanz seiner Kritik für mich danach, wie gut ich dessen Bilder finde. Ich nehme fast an, das macht jeder so (oder?).

    Du sprichst in Deinem Artikel auch an, dass die strengsten Kritiker teilweise gar keine Bilder online haben: Also ich akzeptiere bei Flickr eh niemand ohne eigene Bilder als Contact, das ist mir irgendwie suspekt.

    Schöne Grüße und schönes Osterfest,
    Tilo

  3. Mattias Seidel

    Hallo Tilo,
    die von Dir zitierten Beispiele für Bildkritik sind in der Tat wenig hilfreich. Meine Kreativität sehe ich durch kritische Kommentare allerdings nicht gefährdet. Wenn da keine konkreten Ansatzpunkte für Verbesserungen bei sind, geht mir das komplett „am Arsch vorbei“. Und wenn doch, ist es immer noch meine Entscheidung, ob ich das auch so sehe, oder ich mein Foto doch genau so gut finde, wie es ist. Schön ist es doch aber, wenn jemand einen auf einen Aspekt aufmerksam macht, den man bewusst so gar nicht zur Kenntnis genommen hatte (was natürlich auch für positive Kritik gelten kann). Jede Art von Kritik (naja, es mag auch beleidigende Statements geben) finde ich besser als die „awesome“ und „great shot“ Kommentare.
    Frohe Ostern!
    Mattias

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