VOLLFORMAT FÜR 70 EURO, TEIL 1

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Hallo zusammen, schön, dass Ihr hier vorbeischaut. Heute gibt es einmal ein Schmankerl der besonderen Art. Wie wäre es mit einer Vollformatkamera für 70 €? Inklusive lichtstarkem 50mm-Objektiv?

Gibts nicht? Gibt es wohl!

ANALOGE FOTOGRAFIE

DIE KAMERA

Eigentlich wollte ich doch gar nichts kaufen, aber dann … dann habe ich im Schaufenster von >Foto Leistenschneider in Frankfurt diese wunderschöne, alte Canon AE-1 gesehen. Voll funktionsfähig, für 70 Euro. Die musste ich haben! Mit dabei ein 50 f/1.8, ebenso direkt einsetzbar, da kann man denke ich nichts sagen. Also habe ich noch flugs ein paar 400-ASA-Schwarzweißfilme dazu gekauft und bin für unter 100 EUR mit einer kompletten Vollformatausrüstung abgezogen. Auch zu Hause hat alles sofort prima funktioniert.

DIE FOLGEKOSTEN

Wenn schon, denn schon: Die AE-1 hat eine Batteriestandsanzeige, die angedeutet hat, dass die interne Batterie bereits etwas schwach war. Als erstes kam also eine V28PX (oder 4SR44, das ist der gleiche Typ) rein. Dann habe ich den ersten Schwarzweißfilm eingelegt und einen schicken, blauen >Gurt angeleint.

Und dann habe ich nach kurzem Nachdenken für jeweils um die 60 EUR noch ein 35 f/2.8 und ein 70-210 f/4 bei ebay geschossen.  🙂

Merke: Der Plan, etwaige vorhandene >EF-Linsen ans >FD-Bajonett zu adaptieren, geht leider nicht auf. Vom >Auflagemaß her würde es bereits sehr knapp (die Differenz ist 2 mm), aber selbst wenn das gehen würde, macht der größere Durchmesser des EF-Bajonetts hier einen Strich durch die Rechnung. Wenn es überhaupt einen Adapter gibt (ich habe keinen gefunden), bräuchte dieser zusätzliche optische Elemente.

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ERSTE SCHRITTE

Der Umgang mit den Komponenten macht schon haptisch richtig Spaß. Das ist noch Technik zum Anfassen. 🙂 Aber vor die ersten Fotos haben die Götter die Youtube-Anleitungen gesetzt (siehe unten), damit man überhaupt mal weiß, wie man die Kamera bedient.

Ablesen der internen Belichtungsmessung, Einstellung des Automatikmodus und der ASA-Zahl, Film einlegen, Film wechseln, Batterie wechseln etcpepe. Wenn man eine Digitale Spiegelreflexkamera flott manuell einstellen kann, dann braucht das so ein, zwei Stunden würde ich sagen, bis man auch die Bedienung der Analogen gesehen, probiert und verstanden hat.

Bei den ersten Fotos habe ich die Anzeige des internen Belis mit meiner Beli-Smartphone-App >MyLightmeter verglichen. Die Werte waren bis auf so 1/3 Blende identisch. Ergebnisse mit den 400-ASA-Filmen, teils normal entwickelt, teils gepusht, seht Ihr in den nächsten Wochen in Teil II.

DIE GALERIE

In der Galerie habe ich zum Appetitmachen noch ein paar Details zusammengestellt. Also selbst, wenn die Fotos alle nichts werden, weil der Verschluss ein Loch hat oder so, dann ist es in meinen Augen einfach ein schönes Stück Technik!

LINK-LISTE ZUM PROJEKT

Zur Bedienung der AE-1 könnte man das online erhältliche, deutsche >Handbuch nutzen, aber die Youtube-Filme machen mehr Spaß und erklären wohl häufig auch besser.

  • Zu den Bedienelementen: How to Use a Canon AE-1 SLR Film Camera:
  • Zum Einlegen des Films:
  • Entwicklungslabore:
    https://lomoherz.de/2016/02/01/wo-lasse-ich-meine-filme-entwickeln/
    https://www.meinfilmlab.de/preise/
  • Ein paar Beispiele zur Push-Entwicklung.
    *
    Exkurs:
    Was ist Push-Entwicklung?
    Das ist schnell erklärt: Ihr legt einen 400-ASA-Film ein, sagt der Kamera aber, es seien 800 ASA (oder auch 1600 ASA) und belichtet ihn auch so. Dem Labor teilt Ihr im Anschluss mit, sie mögen doch bitte doppelt bzw. viermal so lange entwickeln.
    Warum macht man das?
    Erstens sind 800 ASA/1600ASA-Filme schlecht erhältlich, zweitens entsteht beim Pushen ein ganz besonderer Look mit viel Korn und einer ungewöhnlichen Verschiebung der Gradation:

Tilo ~gallo~ Gockel, 28.01.2018

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4 Kommentare

  1. So was analoges ist immer wieder was schönes! Ich habe einiges an Kameras daheim. Aber mein Lieblingsstück ist die Minolta SRT101. Das Teil ist alt, hat einen Beli eingebaut der ein bisschen hilft aber der ganze Rest ist Handarbeit. Jede verpatzte Belichtung, jeder vergeigte Fokus ist das eigene Werk. Und wie du schreibst, die Haptik an so einem Teil ist schon geil…
    LG Martin

  2. »… braucht das so ein, zwei Stunden würde ich sagen, bis man auch die Bedienung der Analogen gesehen, probiert und verstanden hat.«
    Ja, das ist die Crux der Spätgeborenen. Aber diesen Masochismus kannst Du noch ein wenig steigern – in dem Laden gibt es auch eine 9×12 Kamera, bei der man zuvor Einzelnegative in Planfilmhalter einlegen darf … und ein Shiftobjektiv hat die Kamera zudem noch fest eingebaut. 🙂

    • haha, ja, ist was dran, also ich bin ja eigentlich eher früh geboren (nicht im Vergleich zur restlichen deutschen Geschichte, eher im Vergleich mit meinem sozialen Umfeld hier). Ich hab mal vor 35 Jahren schon mit ner Minolta X300 fotografiert und sogar auch mit so einer mit Rollfilm (ist das dann auch 9×12), aber das ist soooo lange her. Außerdem war die Minolta schon echt ein bisschen anders als die Canon in der Bedienung.

  3. misdemeanor

    Hallo Tilo,

    das ist ja witzig – die AE1 habe ich seit ca. 2 1/2 Jahren ebenfalls – sogar mit diesem Griff dran, dass der Filmtransport automatisch erfolgt. Nur dass ich den ersten dazu gekauften Film noch immer in der Kamera und noch immer nicht alle Bilder geschossen habe 😉 sollte vielleicht auch mal wieder damit rausgehen … Nostalgie pur!

    Viele Grüße

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