6. Workshop: Zoom burst

Wie entsteht eigentlich dieser schicke „Explosions“-Effekt, den man immer mal wieder auf Fotos sieht? Der sogenannte Zoom-burst-Effekt kann sowohl optisch als auch mit Photoshop erzeugt werden. Voraussetzung ist eine Kamera auf einem Stativ, ein Zoomobjektiv und eine lange Belichtungszeit (weit geschlossene Blende) im Bereich mehrerer Sekunden. Sobald die Kamera auslöst, dreht man langsam das Zoom von min auf max oder auch von max auf min. Das wars auch schon!

Macht es einen Unterschied, ob man den Zoom heraus oder hineindreht, also die Brennweite verkleinert oder vergrößert? Eigentlich nicht, wenn sonst alle Zeiten gleich sind, sollte das Ergebnis identisch sein. Tatsächlich macht es aber dann – wie unten gezeigt – doch einen Unterschied und das sieht man gut am Timing. Gezeigt ist ein Belichtungvorgang von 10 Sekunden Dauer. Die Kamera löst aus, man wartet kurz, um den ersten Zustand deutlich abzubilden und dreht dann langsam (!) am Zoom. Nun weiß man aber nicht genau, wie groß der Verstellweg ist, und beendet die Bewegung oft früher als geplant. im Beispiel nach vier Sekunden. Da die erste Szene mit (**) kürzer belichtet ist als die zweite Einstellung (****), ist die zweite deutlicher erfasst. Das ist der Unterschied.

f: min auf max
0123456789
**zzzz**** -> letztes Bild ist deutlicher

f: max auf min
0123456789
**zzzz**** -> letztes Bild ist deutlicher


Abbildung 1: Setup für die ersten Zoomburst-Experimente.

    


Abbildung 2: Erster Zoomburst, min nach max.

 


Abbildung 3: Zweiter Zoomburst, max nach min.

 

Was gibt es darüber hinaus noch zu wissen? Der Zoomburst kann auch mit einmal Reinblitzen kombiniert werden, um im strahlenartigen Ergebnisbild einen Zwischenstand scharf wiederzugeben. Weiterhin ist der Zoomburst gerade bei rotierenden Szenen (Kirmes, Maschinen …) besonders interessant (s. Beispiel: ein Kettenkarussell) – Danke für den Tipp an Mike (http://www.flickr.com/photos/argentum71/)!

Ansonsten besonders geeignet für diesen Effekt: Nachtszenen mit vielen Lichtern, dynamische zentrale Szenen (Sport, Rennsport), Kirchenfenster und ähnliche leuchtende Szenen.


Abbildung 4: Zoomburst bei einem Kettenkarussell (Anklicken für größere Darstellung).

 

Zoom burst in Photoshop: Der Effekt kann auch gut in Photoshop nachgeahmt werden. Die Vorgehensweise ist wie folgt (s. Beispiel): zuerst wird die Ebene, im Beispiel das Bild eines Kirchenfensters, kopiert, dann wird die Arbeitsfläche vergrößert, dann die Ebene. Auf der dieser neuen, vergrößerten Ebene wird der radiale Weichzeichner angewandt:


Abbildung 5: Zoomburst-Effekt in Photoshop (Anklicken für größere Darstellung).

 

Dann wird die neue Maske in der Deckkraft auf vielleicht 85 % reduziert und es wird mittels einer Maske und einem weichen großen Pinsel der zentrale Bereich des darunterliegenden scharfen Bildes wieder zum Vorschein gebracht (besser wirds, wenn man nicht zu exakt arbeitet). Das wars auch schon, dauert vielleicht fünf Minuten.

 

Als Ausblick folgen noch einige schöne Flickr-Beispiele zum Zoomburst-Effekt.

http://www.flickr.com/photos/argentum71/4683163958/
http://www.flickr.com/photos/torimages/1894925170
http://www.flickr.com/photos/grebo_guru/109846760/
http://www.flickr.com/photos/captivatinginc/3543374518/
http://www.flickr.com/photos/henry_roxas/1464668147/

tgo, 2010-06-28

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