5. Workshop: Focus Stacking mit Helicon Focus

Bei Makroaufnahmen stellt sich stets das Problem der sehr geringen Schärfentiefe. Normalerweise kann diese verbessern, wenn man die Blende weit schließt, beim vorliegenden Beispiel habe ich aber einen passiven Umkehradapter eingesetzt, der die Blendensteuerung nicht durchschleift. Wenn man hierbei nun vor dem Umkehren der Linse die Blende fest einstellt (und dann die Schärfentiefevorschautaste drückt und gedrückt hält) und die Blende dann mit dieser fixierten Einstellung anders herum montiert, so wird das Sucherbild zu dunkel zum (manuellen) fokussieren.

Alles in allem: Eine schöne Gelegenheit, die Focus-Stacking-Software Helicon Focus zu testen! Diese Software erstellt aus einer mit sog. Focus Bracketing (*) aufgenommenen Bildreihe ein einziges, durchgängig scharfes Bild. Eine 30-Tage-Testversion ist erhältlich unter: http://www.globell.com/Helicon-Focus-Pro_detail_151.html 

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen den Ablauf des Verfahrens.

Helicon-Set-01

Abbildung 1: Focus-Bracketing-Reihe, aus der Hand aufgenommen. Die freundliche Heuschrecke hat so lange still gehalten.

 

erg-direkt-aus-helicon-klein

Abbildung 2: Ergebnis von Helicon Focus.  Anm.: Leichte Säume, bzw. wellenartige Wiederholungen sind am Umriss der Heuschrecke erkennbar. Dies ist aber relativ leicht in Photoshop zu reparieren.

focus-stacking-02-be-klein

Abbildung 3: Ergebnis nach Photoshop-Retusche.

Fazit: Eine gelungene Software, die auch mit den aus der Hand aufgenommenen und damit gegeneinander verschobenenen Aufnahmen gut zurecht gekommen ist!

(*) Nachtrag (6. Mai 2010): Und wie erstellt man solch eine Focus-Stacking-Serie? Verschiedene Möglichkeiten kämen in Frage:

  1. Kamera fixiert, Veränderung durch ändern der Schärfe (des Fokus)
  2. Kamera fixiert, ausgestattet mit Balgen oder Makroschnecke. Veränderung des Abstandes Objektiv / Kamera
  3. Kamera auf Schlitten, Veränderung des Abstandes des kompletten Systems

Variante 1 und 2 bewirken das gleiche, eine Veränderung der Bildweite. Dies sollte für den Einsatz der Focusstacking-SW optimal sein, da die Bildgröße nicht verändert wird. Variante 3 bewirkt aber durch die perspektivische Verzerrung eine Veränderung der Bildgröße – hier wird auch ein guter Korrelator bei starken Veränderungen versagen. Das bedeutet auch, dass der Anwender für handgehaltene Bildserien idealerweise nicht die Kamera vor- und zurückbewegen, sondern nur die Fokussierung verändern sollte. De facto funktionieren aber bei nicht zu großen Bildwinkeln beide Verfahren recht gut, nur sollte stets eine Verdrehung oder Verkippung möglichst vermieden werden.

Wer den technischen Hintergrund hierzu noch genauer erforschen will, dem seien die Beiträge von Rik (Username „rjlittlefield“) ans Herz gelegt. Er ist Entwickler der Focus-Stacking-Software Zerene Stacker und ausgewiesener Fachmann auf dem Gebiet. Vgl. die Diskussionen uter:

http://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?t=7298
http://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?t=7119

 

 

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Ein Kommentar

  1. Wir haben Helicon Focus auch lieb gewonnen. Zunächst nur für die Aufnahmen von Blumen, dann wurde die Software immer öfter eingesetzt. Mitlerweile bei Interieur und Innenarchitektur bei fast 1/3 der Aufnahmen im Einsatz. Kaum zu glauben, dass dieses Programm so wenig verbreitet ist. Wir haben uns zumindest in Helicon Focus schon sehr verliebt. Gruß aus Köln, dirk

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