6. Workshop: TFT-Monitor als Lichtquelle

Es muss nicht immer eine große Softbox oder etwas ähnlich aufwändiges sein, für kleinere unbewegte Szenen (Stills, Makros) eignet sich auch der Computer-TFT-Monitor prima. Er ist relativ hell und erzeugt ein angenehm weißes, diffuses Licht. Unten finden sich ein paar Beispiele, die im abgedunkelten Raum, nur mit TFT-Beleuchtung aufgenommen wurden. Der Monitor stand dabei rund 90° zur Kamera, strahlte also von links auf das Objekt.

Ein großer Vorteil gegenüber Blitzlichtbeleuchtung ist natürlich, dass man sofort sieht, wie das Ergebnis sein wird.

Monitoreinstellungen | An den Monitoreinstellungen am Gerät sollte man nichts verändern, sonst kann man vielleicht später den Ausgangszustand nicht mehr herstellen. Die Helligkeit ist auf jeden Fall ausreichend, die Kamera muss sowieso auf einem Stativ stehen, kann daher auch 1..2 Sekunden länger belichten. Dann wird ein reinweißes Bild in Photoshop erzeugt, gespeichert, in einem Betrachter wie IrfanView geladen und auf Vollbilddarstellung gebracht. In IrfanView geschieht dies mittels Enter-Taste.

Kameraeinstellungen | Kamera auf Stativ, Av-Modus, ISO 100, scharfe (kritische) Blende von vielleicht 5.6 bis 8. Auslösung über Fernauslöser oder Selbstauslöser, Scharfstellen im 10x gezoomten Liveview-Modus (damit ist auch beim Auslösen bereits der Spiegel oben). Wer keinen Liveview besitzt, sollte zumindest Spiegelvorauslösung (Mirror-Lockup) verwenden. Wer mehr Schärfentiefe braucht, kann die Blende natürlich auch auf die förderliche Blende (so ca. 16) einstellen oder auch Focus Stacking verwenden (vgl. den Workshop dazu).

Die Belichtungszeit liegt im Bereich mehrerer Sekunden, man sollte auch immer mal das Display bzw. das Histogramm auf eine gute Aussteuerung checken und per +/– EV eventuell etwas anpassen.

Optik | In den Beispielen wurde verwendet: Canon EF 50 mm f/1.4 mit aktiven Makro-Zwischenringen.

Noch ein Kommentar zu dem Tropfenbild: Hier spiegelt sich ein blaugestreiftes Rollo im Tropfen, das Muster an der Oberseite stammt also nicht vom TFT. Abgebildet sind zwei Wassertropfen auf einer Taubenfeder, mit blauer Lebensmittelfarbe gefärbt.

Als letztes Bild findet sich hier auch ein Setup-Shot. Für eine größere Darstellung der Bilder: einfach Mausklick aufs Bild!

tgo, 2010-08-04

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7 Kommentare

  1. Beim Nachdenken, was ich als Mini-Leuchtkasten missbrauchen könnte, ist mir zwar so was Exotisches wie mein UV Belichtungsgerät für Platinen aus Schulzeiten eingefallen (schönes blaues Licht, auch wenn für die Augen nicht gerade super bekömmlich) aber auf so was nahe Liegendes, wie die TFT Monitor, bin ich natürlich nicht gekommen.

    Geniale Idee, vielen Dank!

  2. Peter

    Also das ist ja wirklich mal cool.
    Da ich schon seit geraumer Zeit unsere alten Dias digitalisieren möchte wäre es vielleicht möglich den TFT als Leuchtpult zu verwendet. Der Rahmen des TFT könnte mir als Anschlag für die Dias dienen, das Ausrichten der Kamera wird wohl der schwierigste Part werden. Das werde ich mal demnächst in Angriff nehmen und versuchen
    Vielen Dank für diesen großartigen Tipp!!!

  3. Hi Peter, das ist ein interessanter Gedanke!

    Ich würd aber an Deiner Stelle — bevor Du aufwändige Aufbauten baust — erst einmal das Licht testen.
    Die Monitore haben ja alle entweder so Fluoreszentlicht oder LED-Licht als Hintergrundbeleuchtung und beides ist nicht optimal für sowas :-/
    Neon hat starke, viele Abrisse im Spektrum, LEDs sind (in der einfachsten Form) sogar monochromatisch.

    So ein Colorchecker kann helfen, ein normaler Weißabgleich scheitert hier leicht.

    viele Grüße Tilo

  4. Peter

    Hallo Tilo,
    danke für die Infos!
    Einen Colorchecker habe ich leider nicht, werde das aber mal im Hinterkopf behalten.

    Grüsse
    Peter

  5. ipad, iphone: klar, wieso nicht?

    Aber Vorsicht: die lichtausbeute ist eher gering, egal ob TFT oder LED-Hintergrundlicht, und man sollte mit irgendwas kalibrieren, colorchecker oder mind. Grau/Weißkarte

    viele Grüße
    Tilo

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