8. Lensbaby Composer – Nur ein Spielzeug?

Lensbaby Composer – erste Eindrücke

200 Euro, intern nur zwei Linsen – ist das nur ein Spielzeug? Nein, die Linse kann wirklich interessante und auch erstaunlich scharfe Ergebnisse liefern.
Sie ist aber wirklich etwas ungewöhnlich im Einsatz. Hier ein paar Tipps und Tricks für scharfe „Sweet Spots“:

  • Am besten verwendet man zum Kennenlernen die Linse mit einer Kamera im Liveview-Modus und schließt dabei die Kamera per DVI an ein TV an. So habe ich zumindest rasch rausbekommen, wie die Linse einzustellen ist.
  • Die Linse sollte nicht bis zum Anschlag verkippt werden, da bei zu extremen Verkippungen überhaupt kein Bereich mehr scharfgestellt werden kann.
  • Die zwei verbauten Linsenelemente sind anscheinend nicht optimal vergütet, wodurch der Composer anfällig gegen Gegenlicht wird. Gegenlichtaufnahmen laufen Gefahr, unscharf und überstrahlt zu werden.
  • Mit dem Composer wird der Zwei-Element-Einsatz (zwei Glaslinsen) mit 50 mm mitgeliefert. Das bedeutet, wie bei allen 50er Linsen ohne Makrooption, einen relativ weiten Objektabstand (Minimal Object Distance MOD) von rund 0,6-0,8 m. Wenns Probleme mit dem Scharfstellen gibt, so kann dies auch ein Grund sein.
  • Die Beispielbilder habe ich mit einem Blendeneinsatz von 4,0 aufgenommen – das ist ein ganz guter Mittelweg. 5,6 und größer hätten einen noch größeren Sweet Spot (scharfen Bereich), aber dann auch weniger interessanten Unschärfeeffekt.
  • Der Composer funktioniert grundsätzlich prima im Av-Modus und zwar am besten in Verbindung mit (gezoomtem) Liveview. Beim Fokussieren mit dem Okular ist das Sucherbild zu klein, die Bilder werden fast alle unscharf. Eine Geschichte ist noch bei Liveview zumindest bei meiner 5DMkII zu beachten: Die Kamera passt auch in diesem Modus die Belichtungszeit ganz herkömmlich korrekt an, allerdings nur, wenn nicht eingezoomt ist! Bei Liveview-Zoom (5-fach, 10-fach) funktioniert die Belichtungsautomatik nicht mehr. Hier muss man vor dem Auslösen nochmals auszoomen, dann wird die Belichtung nachgeregelt.
  • Fokussieren mit dem Composer funktioniert wie folgt: Man richtet die optische Achse des Composer *exakt* auf den Bereich, der fokussiert werden soll und stellt dann den Fokus am Fokusring ein, idealerweise im gezoomten Liveview-Modus. Was nicht funktioniert, ist, den Composer gerade auszurichten und dann, ohne Tilten, nur mit dem Fokusring auf ein Objekt im Randbereich zu fokussieren – das wird nicht scharf.

Summa summarum: Die Linse macht total Spaß, ist mit 200 Euro auch bezahlbar, braucht aber eine längere Engewöhnungsphase.
Ich pers. würde den Composer jederzeit wieder kaufen.

Hier noch ein paar Flickr-Galerien, was mit den Lensbabies so alles möglich ist, wenn man mal den Dreh raushat:

http://www.flickriver.com/groups/938509@N23/pool/interesting

http://www.flickriver.com/groups/lensbaby/pool/interesting

… und hier noch ein paar eigene Aufnahmen: Composer / Fokus-Testaufnahmen / ein Porträt (große Darstellung mit 2x Klick aufs Bild).

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