7. Workshop: Highspeed Flash Sync

Wenn man bspw. für Fashionfotos gegen die Sonne anblitzen möchte, allerdings nicht mit schwachen Aufhellblitz, sondern mit unterbelichtetem Himmel („American Sky“) und viel Blitzpower, so kommt man rasch an die Grenze der minimalen Belichtungszeit – die Blitzsynchronisationszeit. Dies ist die Zeit, in der der Schlitzverschluss der SLR komplett offen ist. Wenn man diese Zeit überschreitet, so werden dunkle Streifen links oder rechts im Bild zu sehen sein. Für Canon beträgt die Zeit typischerweise 1/200 s, für Nikon 1/250 s (typischerweise heißt: das gilt nicht für alle Modelle).

Wie kann man diesem Problem begegnen?

  1. Man kann sich mit 1/200 s zufrieden geben, den Himmel über eine weit geschlossene Blende unterbelichten und diese enge Blende mit sehr viel Blitzpower kompensieren. Das funktioniert nicht mit Aufsteckblitzen, das funktioniert nur mit Generatorblitzen, außerdem ist diese Lösung nicht besonders elegant.
  2. Man kann den (entfesselten) Aufsteckblitz auf Highspeed Sync schalten. Dies ermöglicht kürzere Belichtungszeiten, vermindert aber auch wesentlich die Blitzleistung, da dieser nun eine Vielzahl sehr kurzer, schwacher Blitze, anstatt einem starken abgibt.
  3. Man investiert in eine DSLR, die das Feature Highspeed Flash Sync mitbringt. Nicht ganz billig, aber das funkioniert anscheinend ganz gut! Modelle, die dieses Feature bieten: Nikon D1, D1X and D1H, D70.
  4. Man verwendet eine Kompaktkamera mit Blitzausgang!

Verwendet wurde im Folgenden eine Kompaktkamera Canon G10. Interessant ist, dass diese für den internen oder auch für einen TTL-Aufsteckblitz die maximale Belichtungszeit auf 1/500-tel limitiert. Wenn man aber einen „dummen“ Blitz verwendet oder auch einen TTL-Blitz mit „dummem“ Kabel anbindet (also auf TTl verzichtet), so synct die Kamera tatsächlich bis 1/3200 s (s. unten). Zu beachten ist:

  • U.U. muss der Blitz im Menü der Kamera abgeschaltet werden.
  • Das Syncen mit 1/3200 s funktioniert nicht mit voller Leistung. Der Blitz ist dafür zu langsam und wird abgeschnitten. Gut funktioniert Blitz auf voller Leistung bis ca. 1/1500-/2000 s bzw. Blitz auf vielleicht 1/32-tel Power bei 1/3200 s.
  • Wer nur ein E-TTL-Kabel hat, der kann u.U. die TTL-Pins abkleben.
  • Funkübertrager sind fast immer zu langsam. Eine Ausnahme macht nur die neuste Generation der Pocket Wizards.

Oben: Canon G10, Vollautomatikmodus, frontal gegen die direkte Sonne, kein Blitz.

Mitte: 1/2500 s Belichtungszeit, Blende auf 8, ISO auf 80, Blitz auf ca. 1/32 der Leistung. Der Blitz – ein Yongnuo YN-460 ohne TTL – befand sich auf der Kamera.

Unten: Dito, aber 1/3200 s Belichtungszeit.

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