6. Wieviele Dots-per-Inch wofür?

Wieviele DPI für welche Druckgröße? Die Frage stellt sich wohl jedem Fotografen irgendwann: Wie groß kann ich meine Bilder ausdrucken? Welche Auflösung braucht ein schönes 60×80-cm-Poster? Was verlangt ein Buchverlag an Auflösung?

Hier in paar Richtgrößen und Beispiele:

  1. PosterXXL empfiehlt 100 dpi für „sehr gute“ Ergebnisse, druckt aber auch mit etwas weniger noch „gut“. Das stimmt, das hab ich mit 88 dpi ausprobiert: Bild mit 1677×2516, gedruckt auf 50×75 cm, sieht wirklich „gut“ aus, eigentlich sogar sehr gut!
  2. Meinbildkalender.de verlangt 150 dpi und wenn mans nicht einhält (bzw. gezwungenermaßen selbst hochinterpoliert), dann werden die Ergebnisse weich. Das stimmt, das hab ich leidlich erfahren müssen: Kalenderblatt, Foto mit 2779 Pixel Breite auf DIN-A2 (42×60 cm), gibt 115 dpi. Das wurde unscharf.
  3. Bei Whitewall ist die geforderte dpi-Größe (vernünftigerweise, da sich der Betrachtungsabstand ändern) von der Größe des Ausdrucks abhängig:
    3 MP-Bild (ca. 1500 x 2000 Pixel), druckbar bis 40 x 52 cm => entspricht 100 dpi
    5 MP-Bild (ca. 1900 x 2600 Pixel), druckbar bis 60 x 80 cm => entspricht 82 dpi
    10 MP-Bild (ca. 2800 x 3800 Pixel), druckbar bis 120  x 160 cm => entspricht 61 dpi
  4. Der Galileo-Buchverlag verlangt 300 dpi und druckt auch tatsächlich 300 dpi. Daten so mit 250..280 dpi gehen notfalls auch, aber ungern.

Noch ein paar Empfehlungen:

  • Der Monitor sollte kalibiert sein, in der Datei sollte in ICC-Profil eingebettet sein, ich pers. verwende sRGB als Farbraum, weil es weniger Probleme macht bei Fehlinterpretation, AdobeRGB kann bei sehr guten Druckern aber noch etwas leuchtendere Farben bedeuten.
  • Nie, nie, nie sollte man selbst die Bildauflösung ändern bzw. die Bilder hoch- oder gar herunterinterpolieren – auch nicht, wenn die Druckerei oder der Verlag so etwas empfehlen oder vorschreiben wollen.* Das können die internen Rastermethoden der Drucker beim Profi besser. Es schadet aber nichts, vor dem Versenden nochmals relativ kräftig zu schärfen (bspw. mit der Penum-Scharfzeichnungsaktion für Photoshop, mit Nik Sharpener oder einfach mit Unscharf Maskieren).

Und hier eine sehr hilfreiche Tabelle von PosterXXL zu den Auflösungen:
http://www.posterxxl.de/faq3

(*) Hier liegt dann meist ein Missverständnis vor. Gemeint ist dann, dass man die dpi-Zahl in der JPEG- oder TIFF-Datei eintragen soll und damit quasi ein Maß in cm für die Dateigröße. An den Pixeldaten ändert sich hierbei nichts. Einstellen kann man den Wert in Photoshop via Bild  > Bildgröße. Dabei muss die Checkbox [ ] Interpolationsverfahren deaktiviert sein, dann kann nichts passieren. Genauso auch beim Freistellungswerkzeug: man kann problemlos cm eingeben, nicht aber Pixel und sollte weiterhin stets darauf achten, dass oben in der Eingabezeile „Auflösung“ kein Wert steht.

tgo, 2011-04-11

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