FOOD IM SCHMEICHELLICHT

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Hallo zusammen, schön, dass Ihr hier vorbeischaut. Heute geht es wieder einmal um FOOD, FOOD, FOOD. Viel Spaß!

SCHMEICHELNDES FENSTERLICHT

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Man nimmt ein Nordfenster oder ein anderes Fenster mit indirektem Sonnenlicht, als Gegenlicht oder als Gegenseitenlicht. Dazu ein feines Gericht und ein paar wenige Zutaten fürs Styling. Fertig ist das schöne Food-Foto!

Der Teufel liegt dann im Detail. Tageszeit, Winkel, Größe des Fensters, Farbe und Stellung der Jalousie etc. … das alles spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle.

DIE SZENE UND DAS LICHT

Bei uns in der Wohnung ist von den fünf Fenstern nur eines wirklich gut als Lichtquelle geeignet. Der Grund ist, dass die Lamellen der anderen Jalousien farbig sind und dass in den anderen Räumen auch die ockerfarbene Tapete des Raums farbiges Licht zurückwirft. Im besagten Zimmer sind die Wände und Jalousie weiß und der Schreibtisch ist schwarz.

Als Unterlage für das Gericht nehme ich dann einfach den Schreibtisch oder auch ein weiß lackiertes, altes Brett, ein mattschwarzes Regalbrett oder etwas ähnliches. Den Streifwinkel des Lichts dosiere ich mit Hilfe der Jalousie. Die Aufhellung realisiere ich mit einem Aufheller gegenüber (seltener) oder in Photoshop (häufiger, bspw. über die Gradationskurven). Der Grund dafür ist, das mir oft das Licht aus einer einzigen, dominanten Lichtquelle besonders gut gefällt. Es scheint ganz einfach natürlicher oder glaubwürdiger.

Das ist aber wohl wirklich eine Sache des Geschmacks und der Stimmung, denn manchmal gefallen mir auch Fotos mit Kreuzlicht richtig gut. Selbstredend gelingen manche Geriche wie hohe Burger etc. sowieso nicht gut mit diesem besonders schlichten Licht!

DIE AUSRÜSTUNG UND DIE EINSTELLUNGEN

Fas alle Fotos in der Galerie sind entweder mit der Canon EOS 5D Mark III oder mit der Sony A7 III entstanden. Als Objektiv benutze ich in letzter Zeit auf beiden Bodys gerne mein 24-70-Zoom, oft dann auf 70 mm. Das gewählte Zoom ist angenehm flexibel und liefert dennoch eine sehr schöne Unschärfe. Das funktioniert aber nicht mit jeder Linse. Hier ist es das edle (= teure) Canon EF 24–70 f/2.8L II. Über die Jahre merke ich erst, wie gut dieses Objektiv tatsächlich ist.

Für den Einsatz an der Sony nutze ich den Sigma MC-11-Konverter. Ich fotografiere fast immer aus der Hand und gehe dazu auch schmerzfrei mal auf ISO 400 oder ISO 640 – bei der Canon ist das gerade noch machbar, bei der Sony überhaupt kein Problem. Die jeweilige Kameraeinstellung seht Ihr in der Galerie unten rechts bei den Bildern (evtl. muss man mit der Pfeiltaste etwas runterscrollen).

DIE PROPS UND DIE WERKZEUGE

Wenn ich ein Gericht fotografiere, dann essen wir das im Anschluss auch auf. Es ist also niemals mit Motoröl oder Silikonspray vergiftet. Was aber fürs Foto hilft, sind ein paar Props und ein paar Tools.

IMG_6222-be

Mit der Pinzette kann man kleine Blüten drapieren, mit dem Raps-Sprühöl Gerichte wie Fleisch zum Glänzen bringen. Die Fotoknete taugt, um Dinge gekippt anzurichten oder um etwas zu fixieren. Die Klammern halten eventuelle Aufheller, der Parfümzerstäuber enthält Wasser und besorgt Kondenstropfen. Die nassen Zewa-Bällchen dienen dazu, Behälter von unten zu füllen, damit man nicht so viel vom Lebensmittel braucht. Auch der Reis ist zum Beispiel auf einer solchen Schicht Zewa aufgebaut. 🙂

DIE FARBEN

Ich versuche, wann immer möglich, entweder komplementäre oder analoge Farben zu verwenden. So erkennt man zum Beispiel bei den Chips einen Komplementärkontrast Gelb/Violett:

farbkreis-zitrone

Beim Tofu sieht man den Komplementärkontrast Rot/Grün:

farbkreis-tofu

Bei der Nudelsuppe mit dem Ei sind einige der Farben benachbart (das ist eine analoge Farbharmonie), aber der Untergrund ist wieder komplementär zum Eigelb:

farbkreis-suppe

So etwas kann man steuern, indem man bewusst eine violette Süßkartoffel wählt und dann Zitronenscheiben und Zitronenzesten dazu arrangiert.

Andererseits kann man auch in der Bildbearbeitung die Farben „zusammenziehen“, zum Beispiel auf zwei Komplementärfarben. Das kann mit Filtern oder Plug-ins oder auch händisch in Photoshop geschehen. Ich nutze einen >wilden Mix!

DIE GALERIE

In der Galerie seht Ihr einige Beispiele nebst Entstehungsprozess. Viel Vergnügen damit! Die EXIF-Infos sollten rechts unten erscheinen, wobei man dafür eventuell mit der Pfeiltaste nach unten scrollen muss.

Wer es genau wissen möchte, speichert die Bilder ab und kann dann mit IRFANVIEW oder einem ähnlichen Betrachter alle EXIF-Infos en detail checken.

BROWSER-STRANDGUT

Heute steht das Strandgut wieder einmal ganz im Zeichen der Food-Fotografie und der feinen Küche. Enjoy!

  • Krautkopf: Schöner Food-Blog mit ansprechenden Fotos. Die Betreiber bieten auch Workshops und Presets an:
    https://kraut-kopf.de
  • Flavored with Love: noch ein schöner Food-Blog:
    http://flavouredwithlove.com
  • Rezepte und PDF-Rezeptbücher vom Profi:
    https://www.highfoodality.de
  • Styling: Sauce Plating Tips:
  • Plate it until you Make it:
  • Bruno Abouze, Rezepte, sehr schön gefilmte Food-Pornos für Connaisseure:

Tilo Gallo Gockel, 25.07.2019

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3 Kommentare

  1. Hervorragende Arbeiten, wie ich finde. Interessant auch, wie du in der digitalen Bearbeitung z. T. noch mal stark Farbe reinbringst, zu sehen am Cover. Das lädt auch noch mal zur Beschäftigung mit der Theorie der Farben ein.
    Danke für die ganzen Hintergrundinfos, Tilo.

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