AKT IM SCHMEICHELLICHT

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Hallo zusammen, schön, dass Ihr hier vorbeischaut. Nach dem letzten Beitrag mit den „Sensual Chopsticks“ bleibt es nun weiter frivol. Heute seht Ihr ein Akt-Shooting mit Tageslicht. Viel Spaß!

AKT MIT VELVET, IM SCHMEICHELLICHT

Aktaufnahmen sind nicht ganz einfach, denn wenn das Licht und die Posen unvorteilhaft sind, wirken die Fotos schnell nicht mehr edel und sexy, sondern nur noch billig und öd. Aber auch abseits der Lichtsetzung sind noch ein paar Dinge zu beachten, um stilvoll die Luft knistern zu lassen.

DIE SZENE UND DAS LICHT

Für das Shooting mit Velvet haben wir für vier Stunden das Studio >LYKE in Frankfurt gemietet, um mit der schönen Inneneinrichtung dort und mit natürlichem Licht, bei Musik, bei 30 Grad im Schatten und viel eiskalter Limo entspannt ein wenig zu zaubern.

Das LYKE-Atelier liegt im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim. Es existiert seit rund drei Jahren und ist über die Zeit immer professioneller geworden. Mittlerweile ist es ausgestattet mit Online-Buchungskalender, mit automatischer Rechnungsstellung und mit digitalem Schlüsseltresor, und so ist das Anmieten denkbar bequem. Die netten Betreiber halten alles prima in Schuss und sorgen auch immer für kalte Getränke – Prädikat empfehlenswert! Wenn Ihr selbst einmal ein solches Studio in Eurer Nähe sucht, werdet Ihr in der >Model-Kartei fündig. Im Menü gelangt man via Sedcards > Fotostudios zur Kategorie Studio und kann dann eine Umkreissuche starten.

LYKE bietet einen hellen Bereich mit einem weißen Bett auf Rollen in einer Fensterecke sowie einen dunklen Bereich, der durch dunkel gebeiztes Holz und durch die zwei Chesterfield-Sofas besonders edel wirkt. Wir haben uns dieses Mal für den dunklen Bereich entschieden.

02.jpgFoto: Robin Kehl

Wenn man in einem solchen Tageslichtstudio die Fenster einfach offenlässt, ist die Gefahr gegeben, dass die Lichtsituation beliebig und damit auch langweilig wird. Ein besseres Vorgehen ist, das Studio zuerst einmal komplett zu verdunkeln und dann nach und nach nur einzelne Fenster freizugeben. So kann man genau schauen, wie denn das jeweilige Fensterlicht wirkt. Wir haben nach dem Abdunkeln nur noch die Balkontür freigeben und vor diese dann noch die weiße Gardine vorgezogen. Sie dient als Diffusor, um das Tageslicht noch etwas weicher zu machen und auch gleichmäßiger einfallen zu lassen.

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DIE AUSRÜSTUNG UND DIE EINSTELLUNGEN

Für solche Fotos im Innenraum bieten sich eine 35er oder 50er- Festbrennweite sowie ein mittleres Tele an. Wir haben für die Fotos ein lichtstarkes 50 f/1,2 und ein 85 f/1,8 verwendet, angeschlossen an einer spiegellosen Sony A7 III.

Ein Beispiel-EXIF-Satz:

Sony A7 III mit Canon EF 50 f/1.2L USM, angeschlossen über Sigma MC-11. Blende 1,2, 1/400 Sekunde, ISO 400, M-Modus, Raw.

DIE BILDBEARBEITUNG

Die Bearbeitung folgt dem Standardablauf: Am Anfang steht eine flotte Raw-Entwicklung in Adobe Camera Raw (Belichtungsanpassung, leicht erhöhter Kontrast, leicht verringerte Sättigung), dann folgt die Grundretusche, ein dezentes Verflüssigen und ein vorsichtiges Dodge and Burn. Am Ende steht ein Look bspw. per VSCO Film Preset (bei uns: VSCO Film 06, Filter C 400H+1-).

Vielleicht noch erwähnenswert ist, dass ich im Bild mit der alten Filmkamera dem Kameraobjektiv später in der Bildbearbeitung eine Reflexion in Velvets Augenfarbe eingefügt habe.

DIE GALERIE

In der Galerie seht Ihr das Studio, ein Making-of, die Bearbeitungschritte sowie ein paar Ergebnisse.

DAS BUCH

Wenn Euch die Fotografie mit Tageslicht genauso viel Spaß macht wie mir, dann schaut auch einmal in das neue Buch „Just Daylight!“ rein (dpunkt-Verlag, 7/2019). Dort entstammt auch das Akt-Shooting.

Ein Click aufs Cover öffnet die Verlangsseite mit Inhaltsverzeichnis und Leseprobe.

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BROWSER-STRANDGUT

Die Sönnie hat bei dem Shooting mit Velvet wieder einmal eine sehr gute Figur gemacht, daher heute auch beim Strandgut…. SönnieSönnieSönnie!!

FStoppers-Shootout, mit der Sony A7 und dem Tamron-Zoom:

Manny Ortiz: Sony A7 III mit Animal EYE AF nach dem Update auf 3.0 (mittlerweile 3.01):

Daniel Ockeloen: Sony A7 EYE AF Human / Animal, Tip:

Mark Galer: Sony A7 III Custom Settings für Action:

Sony A7 III und A9 — Probleme mit Auto Sleep:

Mark Galer: A7 III, Focus Masterclass:

Tilo Gallo Gockel, 17.07.2019

2 Kommentare

    • Hi Zoran, hmmm, gute Frage!
      Hättest Du / hätte man 1/200 sec und ISO 200 gewählt? Oder 1/100 sec und ISO 100?
      Sicher auch ähnlich gut. Versuch einer Erklärung. Vorneweg: Verwackler sind immer blöd, seis vom Modell oder vom Fotografen — von daher: immer eher kürzer belichten, meine ich, wenn es möglich ist.

      Ich habe früher in M die Blende vorgegeben, dann ISO 100 eingestellt, dann die Zeit eingestellt, bis die Belichtung gestimmt hat (Lichtwaage -2 -1 0 +1 +2, auf 0 bringen). Wenn die Zeit länger war als 1/ (2x Brenweite), dann bin ich im ISO-Wert hochgegangen …

      Bei der Sönnie mach ich das eigentlich fast genauso, stelle aber von Anfang an nicht ISO 100, sondern ISO 400 ein. Ich pers. sehe zw 100 und 400 keinen Unterschied – das ist der Grund. Der Effekt ist dann oft, dass ich bei obigem Einstellablauf bei so etwas lande wie Blende xy, ISO 400, 1/1200 sec.

      Es macht ganz einfach das Leben etwas einfacher, weil ich ISO dann oft nicht mehr anfassen muss … 🙂
      LG Tilo

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