NEWS! HIGH-ISO ODER SPÄTER PUSHEN?

Hehey, mittlerweile >500.000 Blog-Besucher, vielen Dank für Euer Interesse und Euren Support!

Heute wird es mal wieder interessant, das kann ich Euch versprechen! Es geht um die fototechnische Frage: Ist es bei wenig Licht besser, den ISO-Wert zu vergrößern oder ist es besser, stark unterzubelichten und die Belichtung erst im Raw-Konverter oder in Lightroom hochzuschrauben?

Blöde Frage, oder? Dachte ich auch … Danach dann noch ein paar Worte zum Sorgenkind YN-622 (Canon) und interessantes Browser-Strandgut. Viel Spaß!!

PUSHEN – JA ODER NEIN?

Das ist doch einmal eine interessante Frage: Sollte man bei einer Aufnahme aus der Hand, im Dunkeln, lieber die ISO-Einstellung hochdrehen, oder sollte man die ISO-Einstellung einfach auf ISO 100 oder 200 belassen (je nachdem, was die Grundempfindlichkeit ist), in Raw fotografieren, und die Belichtungsanpassung später dann im Raw-Konverter vornehmen? Ich höre es schon: “Bullsh*t, natürlich ersteres!”

Habe ich auch gedacht, bis mir >Mattias ein paar Bilder aus seiner Nikon D7000 gezeigt hat. Einmal mit ISO 1600 aufgenommen mit korrekter Belichtung, einmal mit ISO 100 aufgenommen (und sonst gleichen Einstellungen und auch jew. interne Rauschreduzierung aus) und im Raw-Konverter um +4 EV gepusht. Da war tatsächlich kein Unterschied zwischen den Ergebnissen der beiden Verfahren zu sehen. Krass! In diesem Fall gilt dann: Lieber später pushen, dann kann man tatsächlich bei der Aufnahme auch noch prima die Lichter retten!

Hier als Beweis die zwei entwickelten Bilder aus der Nikon D7000: Zwei Ausschnitte in pixelgenauer 1:1-Ansicht (die Bilder sind übrigens pervers verändert mittels Tiefen & Lichter, damit man das Rauschen gut erkennt; das Bild stammt von >Mattias):

screenshot-rauschen

>Michael Hussmann hat mich dann darauf gestoßen: Dieser Sony-CMOS-Sensor ist etwas Besonderes, er wird sowohl von Nikon (D7000) als auch von Sony (A380) und Pentax (K5) verbaut und zeigt in allen diesen Kameras ein quasi „ISO-freies“ Verhalten (>google: ISO-less cameras).

Das gilt aber dann wirklich nur für diese speziellen „ISO-less“-Sensoren. Bei meiner 5DMkII mit Canon-Sensor ist die Welt noch in Ordnung. Bei dieser Kamera ist es tatsächlich sogar sehr wichtig, die ISO-Einstellung anzupassen. Unten auch hierzu zwei Vergleichsbilder: Links aufgenommen mit ISO 1600 und korrekter Belichtung (Raw-Format, manuelle Einstellung), rechts mit ISO 100, sonst aber gleichen Einstellungen, nach dem Pushen im Raw-Konverter um +4 EV.

screenshot-5dmkii

Und hier noch ein bisschen Lesefutter zu dem Phänomen der neuen Sony-Sensoren:

YN-622C-PROBLEME

Es hätte so schön sein können! Wirklich preiswerte Funkmodule (Pärchen à 85 Euro), die TTL, HSS, 2nd Curtain, FEC und FEL beherrschen und die auch problemlos mit manuellen Blitzen zusammenarbeiten und auch im gemischten Betrieb funktionieren.

YN-622

Jetzt ist es aber leider so, dass die Dinger manchmal einfach aussteigen. Sie funktionieren dann nur 10 bis 20 Minuten und dann auf einmal nicht mehr. Schlecht reproduzierbar und sehr ärgerlich! Das habe so beobachtet, und Freunde haben das auch schon berichtet und leiden darunter. Meine Lösung ist aktuell noch, die Module auszuschalten, abzuziehen und neu aufzustecken und wieder einzuschalten. Dann gehen sie wieder. Im Moment laufen gerade fünf Module im Testbetrieb bei mir stundenlang. Mal schauen, ob sich das Phänomen noch weiter einengen lässt. Bis dahin aber hier schon einmal ein paar Tipps und Erkenntnisse:

  • Generell ratsam: Zuerst sollte man bei den beteiligten Blitzen den Sleep-Modus ausschalten und bei merkwürdigem Verhalten auch checken, ob nicht doch Kanal oder Gruppe versehentlich verstellt wurden – das passiert sehr leicht.
  • Dann ist es sinnvoll, die zickigen Geräte direkt zu kennzeichnen, so mache ich das zumindest im Moment, um dann schnell einengen zu können, ob es nur einzelne Module sind, die aussteigen.
  • Im Web hält sich das Gerücht, dass die Module nur oder zumindest besser mit Alkaline-Batterien laufen. Das kann ich aber nicht bestätigen, bei mir und bei Freunden laufen sie auch mit Eneloop bzw. produzieren auch mit Alkaline-Batterien manchmal den Fehler.
  • Wenn FEL nicht funktioniert, dann kann es auch daran liegen, dass die Blitzbatterien nicht mehr ganz voll sind. Wenn der Blitz nicht zur Zündung des Hauptblitzes bereit ist, dann zündet er auch den Messvorblitz nicht.
  • Wenn mehrere Fotografen die YN-622 einsetzen und sich damit einen TTL-Blitz teilen, dann kann *ALLES* passieren. :-) Das wird dann wirklich lustig, dann verstellt nämlich Fotograf A bei Änderungen in seiner Kamera an den Blitzeinstellungen nicht den Blitz, sondern die Blitzeinstellungen in der Kamera von Fotograf B … Das wird sehr schnell sehr unübersichtlich und gibt auch schnell Streit! :-)

BTW.: Jetzt gibt es die Module endlich auch für Nikon!! >Hier die Meldung auf der offiziellen Yongnuo-Website.
Und hier gibt es anscheinend auch bereits eine preiswerte >Bezugsquelle (auch wenn man eventuell dann die Module vom Zoll abholen muss).

BROWSER-STRANDGUT

+++ Retusche +++ Canon +++ B&H-Workshops +++ Photoshop +++ YN-622C +++

~gallo~, 28.05.2013

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13 comments

  1. Habe ich jetzt ehrlich gesagt nicht erwartet :) Aber da siehst du mal, wie stark die Chips auf der Kamera und enorm die Bildbearbeitungsprogramme sind !!! In aller Regel ist meine Iso aber nur so hoch wie nötig und so niedrig wie möglich.
    Übrigens, herzlichen Glückwunsch zu den 500.000 das ist eine echte Hausnummer !!!
    PS :)) Yongnuo ist top, damit arbeiten wir auch mittlerweile :)

  2. Hi, danke fürs Feedback.
    Ja ist erstaunlich. Die Qualität der Raw-Konverter oder Bildbearbeitungsproggis hat da aber ausnahmsweise nichts mit zu tun, weil ich an keiner Stelle entrauscht habe. Der einzige Schritt — +4EV — ist bildverarbeitungstechnisch trivial.

    Der Entrauscher in der aktuellen Adobe-Camera-Raw-Version ist aber tatsächlich echt toll und scheint mir (subjektiv) auch auf die Kameraprofile abgestimmt. So rauscht die 5D Mk III nach Augenschein ganz schön (kaum weniger als die 5D Mk II), auch bereits bei 12.800 oder 25.600, aber ein, zwei Einstellungen in ACR und die Bilder sind sauber! Das hat mich letztens auch mal echt verblüfft!!
    schöne Grüße Tilo

  3. Interessanter Beitrag!
    Weißt du, ob die Entwicklungsengine gleich ist, egal ob ich Jetzt direkt Photoshop CS6 oder Lightroom 4 benutze?
    Habe mich noch nicht wirklich tiefergehend damit befasst aber finde, dass beim entrauschen von RAWs in Lightroom die Bilder oftmals doch deutlich an Knackigkeit einbüßen.
    Insbesondere bei schwarz weißen Aufnahmen spare ich mir dann meistens das entrauschen.

  4. Hi Frank, schwierige Frage, mal sehen:

    Also ACR 7.4 hat anscheinend die gleiche Engine wie LR 4.4
    CS6 wiederum bekommt oder hat schon bekommen ACR 8.1 (was ungewöhnlich ist, quasi ein Zugeständnis).
    LR5 bekommt keine neue Engine. Soll heißen: wenn Du LR4 hast, und das komplett upgedatet hast , auf 4.4., dann müsstest Du synchron mit der fast neusten CS6 ACR Version sein. Ob ACR 8.1 auch neue Features mitbringt..? Ich glaube schon, aber primär geht es glaube ich um neue Kameraprofile.

    Ich weiß auch nicht, ob diese Funktionalität von ACR 81.dann in LR 4.x eingeht … aber mehr Sinn machen würde, wenn LR5 und ACR 8.1 die gleiche Engine sind. (?)

    Aber wie gesagt: bei den Beispielen oben wurde nichts entrauscht …

    Grüße
    Tilo

  5. Tilo

    Hallo Tilo,
    hm… pushen… hört sich ja erst mal an wie “alles was sich grundsätzlich machen lässt, wird auch gemacht… ob sinnvoll oder nicht”.

    Bei näherer Betrachtung, könnte das aber ein weiteres Stück Werkzeugkasten sein, wenn man ohnehin – real oder vermeindlich – auf der letzten Rille kämpft. Das ist ganz sicher eine Testreihe wert. Wenn man so eben raus kriegt, dass es nichts bringt kann man es ja lassen.

    Und eigentlich frage ich mich gerade, warum ich da noch nicht von selbst drauf gekommen bin. Schließlich will man ja wissen, wie die eigene Kamera “wirklich” reagiert. Danke dafür.

    Gruss Tilo

    PS.: Unten noch der Link für das “alternate YN622C manual” in Deutsch:

    https://docs.google.com/file/d/0B__QoUj_xlYSNUpQdnhFbE91LTA/edit

  6. Hi Tilo, merci für den Yn622-Link …
    Ja, pushen, naja, wenn man halt so eine spezielle Kamera hat (die neuen Nikons verhalten sich ähnlich), dann kann man doch – auch ohne Not und letzte Rille – immer schonmal eher vorsichtig mit der ISO-Einstellung sein, weils eben 1. hinsichtlich Rauchen nichts schadet und 2. wenn man es denn später in der Bearbeitung brauchen sollte, dann noch Reserven bedeutet, was die Lichter angeht. Dann kann man flugs eine doppelte Raw-Entwicklung machen. Aber das funktioniert natürlich alles nur für Raw-Files. Und für schnelle Jpeg-Schüsse stellt man eben ISO wirklich passend ein.

    Schöne Grüße Tilo

  7. Noch ein kleiner Gedanke der mir zum Pushen kommt: Auch wenn es vom Rauschverhalten her vielleicht keinen Unterschied gibt, müsste Banding jedoch beim Pushen eher auftreten. Hierbei benutze ich ja nur einen kleinern Teil der digitalen Tonwertinformationen im Bild (helle Tonwerte sind ja im Ausgangsbild weniger vorhanden) um am Ende das volle Spektrum an Tonwerten wieder abzudecken. Es müssten also Lücken im Histogramm auftreten. Wenn ich hingegen vorher den ISO-Wert hochdrehe, besteht zumindest theoretisch die Möglichkeit, dass die Kamera das volle Spektrum an auf dem Sensor noch stufenfreien Tonwerten aufzeichnet.

      • Das Rauschen auf jeden Fall. Sagt der Autor ja aber auch schon. Von den Farben her kann ich nicht viel unterschied sehen. Die Aufnahmen wurden auch in der Kamera gepushed. Könnte mir vorstellen, dass der RAW-Converter da die Rauschreduzierung an die ISO-Zahl anpasst oder sowas und deswegen bei der gepushten Aufnahme weniger entrauscht. Gibt ja wie immer viel zu viele Freiheitsgrade.

  8. Pingback: 3 Monate mit der Sony A7R - Teil 1 | tasche.photography

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