NEWS! HSS-DETAILS

Hallo zusammen, schön, dass Ihr vorbeischaut. Heute gibt es eine Rechnung zum High-Speed-Sync-Modus, und dann kommen viele coole Filmchen und Portfolios, die der Browser angeschwemmt hat: Browserstrandgut!

LEISTUNGSVERLUST IM HSS-MODUS

Interessant: Alle schreiben von mehreren Blenden Leistungsverlust beim Umschalten auf HSS. Das musste ich natürlich einmal genauer messen. Die Werte in der Tabelle haben mir bei bei einem Testlauf jeweils die gleiche Belichtung geliefert (5DMk II, 430 EX II):

1/200 s

f/16

ISO 100

Blitz auf Standard, auf M und auf 1/1 Power

1/250 s

f/16

ISO 400

Blitz ab hier auf HSS und auf M und auf 1/1 Power

1/500 s

f/16

ISO 800

1/1.000 s

f/16

ISO 1.600

1/2.000 s

f/16

ISO 3.200

1/4.000 s

f/16

ISO 6.400

1/8.000 s

f/16

ISO 12.800

Mit den ersten zwei Werten kann man nun den Lichtverlust relativ einfach ausrechnen (Hintergründe zur Rechnung auf >Wikipedia, Stichwort: Lichtwert).

Hier nun die allgemeine Formel, dann der Fall ohne HSS und bei 1/200, und dann der Fall mit HSS, bei 1/250 Sekunde:

ev

Die Differenz ist damit 1,66 EV oder 1 2/3 Blende. Weniger als gedacht, oder?

Zu den anderen Werten ist der Zusammenhang noch einfacher: Im HSS-Modus müsst Ihr einfach mit dem Blitz wie mit Dauerlicht rechnen: Von 1/250 Sekunde auf 1/500 Sekunde halbiert sich der Blitzlichtbeitrag an der Belichtung, von 1/500 auf 1/1.000 halbiert er sich nochmals usw. usf.

Hier sieht man schön: Wenn Ihr bei hellem Sonnenlicht mit Blitz fotografieren wollt, dann ist HSS aufgrund dieses Leistungsverlustes nicht die beste Wahl. Besser, Ihr geht auf die maximal kurze Belichtungszeit, bei der die Verschlusssynchronisation noch gewährleistet ist. Bei meiner 5DMk II wäre das 1/200 Sekunde, ich gehe dann aber doch lieber auf 1/160, weil die Blitzfunkmodule auch noch Latenzen mitbringen. Offenblende ist trotzdem möglich, und zwar mit einem Graufilter.

Hier ein Beispiel dazu, aufgenommen bei tiefstehenden Sonnenlicht (Sonne rechts, nicht im Bild; ohne Graufilter, hier sollte das Auto schön erkennbar sein). Drei entfesselte Aufstecker, keine Lichtformer. Kamera: 1/160 Sekunde, ISO 100, Blende f/4, Linse: Zoom EF 24-105L f/4 auf 47 mm. Die Sonne sieht man hier gerade nicht, sie ist aber immer wieder wechselhaft durch die Wolken durchgebrochen.

50ies

IMG_1761-be-kleiner

Setup

BROWSER-STRANDGUT

+++ Strobist +++ Portfolios +++ Tethered Tools +++ Mappen für Kunsthochschulen +++ Photoshopping +++

  • Mann! Hört Ihr auch manchmal diese Sprüche: “Nein, Blitzlicht verwende ich grundsätzlich nicht, das ist immer das falsche Licht.” “Ich mag keine totgeblitzten Bilder und arbeite nur mit Available Light – das ist viel natürlicher.” Hatte ich gerade jetzt mal wieder auf der Fotogena in Darmstadt von einem Vortragenden gehört. B*hit! Meine Antwort an dieses Klientel: Schaut mal hier, Ihr engstirnigen Naturapostel, von diesen Bildern entgehen Euch leider sehr viele! ;-))
    http://www.flickr.com/photos/galllo/favorites/
  • Natalia Taffarel: Lippen nachziehen:

  • Sergey Brezhnev: Gekonnte Beauty-Retusche, besonders auch das Dodge & Burn. Super gemacht, der Look bleibt total natürlich – mein Fav-Video diese Woche! Schaut es auf jeden Fall auch in der hohen Auflösung an, das lohnt sich:

~gallo~, 2013-05-01

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8 comments

  1. Hallo Tilo, ich habe Dein Buch mit Spannung gelesen und mir klasse Anregungen geholt. Danke dafür. Aber eine Frage habe ich noch? Deine Bilder sehen unglaublich scharf aus, wie und wo schärfst Du die den nach. CS& oder Lightroom?Diese Frage brennt mir noch auf der Seele!
    Danke im Voraus für eine Antwort!
    Lieben Gruß Oliver

  2. Hi Oliver,
    merci fürs Lob…
    Schärfen ist so eine Wissenschaft für sich, aber die zwei Haupttricks für Bilder fürs Web:

    1.
    Stufenweise über 2..3 Stufen runterrechnen exakt auf die Zielauflösung , mit bikubisch schärfer

    2.
    Evtl noch mit dem selektiven Scharfzeichner auf einer Kopie etwas nachschärfen, das Ergebnis dann mit einer Maske für Bereiche hinzunehmen, wo es passt — also für Kanten, Ecken, aber nicht für Flächen.

    Nr. 1: die Zielauflösung: das ist ist denke ich der wichtigeste Punkt, dann hast Du nämlich eine 1:1-Darstellung: jeder Bildpixel ist ein Monitorpixel (in der 100%-Ansicht).

    Und dann wirkt Schärfe auch immer besonders scharf im direkten Vgl zu Unschärfe:
    Beispiele:

    Anelisa

    Toy robot

    Breitling for Bentley

    Gute Linsen helfen auch. :-)
    Noch ein paar Details und Tricks:

    http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/bildbearbeitung-nachtraegliches-schaerfen-von-fotos-a-863327.html

    schöne Grüße Tilo


    Tilo Gockel
    Spessartstr. 21
    63743 Aschaffenburg

    http://www.fotopraxis.net

    kontakt@fotopraxis.net

  3. Christian

    Danke für Dein Blitzbuch und den Blog hier – so ziemlich das Beste, was es zum Thema Fotografie und Blitzen im Netz zu lesen gibt!!! Das (Nach)Schärfen würde mich auch noch mehr interessieren. Ich sehe in Online-Gallerien oft dermaßen knackscharfe Bilder – ich bekomme das trotz gutem Equipment nicht hin. Beispielsweise von Naturfotografen, die fliegende Vögel fotografiert haben. Entweder sind deren Autofokus & Linsen noch wesentlich besser oder da wird ordentlich nachgeschärft?

  4. Hallo Christian,
    zu der Geschichte mit der Bildschärfe: Hm, also Bilder von Vögeln kann ich nicht bieten, mit Vögeln kenn ich mich 0 aus. :-)

    Ein Vorschlag: schick mir mal 2..3 Bilder zu, von denen Du meinst, dass sie von der Aufnahme her so scharf sind, wie Dus hinbekommst, die aber nicht so scharf wirken, wie sie sollen (und ein Link zu einem Vögelbild, das Dich beeindruckt hat).
    *
    Bis dahin: Gute Linsen helfen, Übung hilft: Kritische Blende? Center AF- oder anderen AF-Punkt? Welche Belichtungszeit geht noch? Und dann Raw-Konvertieren, Pre-Sharpener, gefühlvoll runterrechnen, zielgenau ausgabeschärfen …Alles kein Hexenwerk

    schöne Grüße
    Tilo


    Tilo Gockel
    Spessartstr. 21
    63743 Aschaffenburg

    http://www.fotopraxis.net

    kontakt@fotopraxis.net

  5. Hallo, also ich bin begeistert davon, dass hier keine 1000mal aufgewärmten Halbwahrheiten übernommen werden, sondern Tests gemacht werden wie sie gemacht gehören: Mit korrektem Aufbau und Hintergrundwissen. Was mich aber noch interessieren würde, wäre mal ein Vergleich der drei wichtigsten Methoden, um den Hintergrund trotz der Beschränkung auf die X-Sync Zeit von 1/250 unscharf zu machen: HSS – Supersync (okay mit YN-622, Pixel King und Pocketwizzard gibt es viele Angebote die unterschiedlich funktionieren) und den klassischen ND Filtern. Meine eigenen Tests mit dem Pixel King haben mich nämlich etwas enttäuscht und ich merkte am Studioblitz trotz idealer Grundlagen (lansgame Abbrenndauer) keinen wirklichen Vorteil der Funkauslöser gegenüber meinem ND Filter (der war sogar Besser, sprich er ließ bei gleicher Hintergrundabdunklung mehr Licht auf das Objekt). Also vielleicht hast du ja mal Lust und Zeit einen Test auszuführen den man im ganzen Netz leider nocht nicht findet: Was ist die ultimative Lösung ;)?

  6. Hi Renezeros und danke für das positive Feedback.

    Der angesprochene Test ist gar nicht mehr nötig, mittlerweile hast Du alle Daten (im Web) zur Hand: Die Rechnung HSS versus ND-Filter steht schon oben, aber mit Supersync ist schlecht Rechnen. :-( Das Verhalten ist nicht-linear über die Belichtungszeit und blitzabhängig. Was man machen kann, das sind Testreihen und das hat Martin hier schonmal sehr aufwändig, umfassend und kompetent umgesetzt:

    http://www.krolop-gerst.com/blog/technical-tutorial/technical-233-yongnuo-yn622-ttl-supersync-teil-2/

    Martins Ergebnis: Im schlechtesten Fall geht Supersync leider gar nicht, weil der Verlauf im Bild zu groß ist (fast drei Blenden). Im besten Falle aber, beim Jinbei FL500, liefern erstaunlicherweise folgende Werte die gleiche Belichtung:*

    f/11, 1/250 s, ISO 100
    f/1.4, 1/8000 s, ISO 100 (tatsächlich ist es hier anscheinend sogar eine Blende heller)

    Soll heißen: wenn man ein perfekt passendes** Supersync-System aufbaut, dann kann man auf einmal mit dem Blitz wie mit Dauerlicht arbeiten und rechnen. Hammer, oder?

    “Having this said …” … klar, bisher ging es nur um die Lichtleistung. Nicht vergessen würde ich aber andere Randbedingungen: So setze ich bspw. ungern ND-Filter ein, weil sie das Bild leicht unscharf machen und dem AF die Arbeit erschweren. Weiterhin – Offenblende hin oder her – kommt es eben manchmal auf die kurze Belichtung an! So zum Beispiel in Dave Blacks Surf Shoot. Hier will man die Spritzer einfrieren und braucht kurze Zeiten.

    Schöne Grüße
    Tilo

    * Ich hab auch einen Jinbei FL 500 und werde das einmal mal die Tage nachvollziehen.
    ** Laut Martins Testreihe muss dann aber alles stimmen: Kamera, Funksender und Blitz — und selbst zwei Kameras gleichen Typs haben sich bei ihm unterschiedlich verhalten!

  7. Stimmt, was der Test von Martin belegt, ist wohl auch, dass man sich keine Wunder erwarten darf, dass sich Licht auf Magische weise vermehrt. Und noch wichtiger: Man arbeitet nichtmehr mit einer Blitzlichtquelle die unabhängig von der Verschlusszeit nur über die Blende geregelt wird, man arbeitet dann mit Dauerlicht, und mit keinem kontinuierlichen sondern abnehmend. Je nach Blitz ist die Abnahme größer oder kleiner. Und langsamere Abnahme ist besser als schnelle. Der Jinbei DC-600 (wohl auch FLII-500) nimmt übrigens schon leicht ab ca 1/160s ab (nur bei voller Leistung getestet), ab 1/200 ist die Lichtabnahme noch etwas deutlicher, das deutet schon auf eine wirklich gemächliche Abbrennauer hin. Widerrum super für eine gleichmäßige Ausleuchtung im Supersync. Aber eigentlich hat das ja nichts mit HSS zu tun, also aufpassen, wer den kommentar ließt sollte das nicht verwechseln.

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